Bürgerversammlung am Dienstagabend

Waldkraiburger umfangreich über wichtige Themen informiert

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Waldkraiburg - Die Bürgerversammlung am Dienstagabend fand mit einem neuen Konzept statt. Auch diesmal wurde umfangreich über die Entwicklung der Stadt informiert.

Zunächst gab es für Interessierte die Möglichkeit, sich im Rahmen einer kleinen Informationsmesse bei verschiedenen Ständen über die Arbeit verschiedener Vereine und Organisationen zu informieren. Mit dabei waren unter anderem die Freiwillige Feuerwehr mit ihrer neuen Drehleiter, der Seniorenbeirat sowie die Freiwilligenbörse und die Aktionsgemeinschaft Fair Trade. Außerdem gab es einen Infostand der Stadtwerke, der Stadtbau und der Stadtverwaltung.  Das Team der Stadtentwicklungsabteilung berichtete außerdem über die aktuellen Entwicklungen des ISEK-Prozesses und zeigte Pläne, die in den Zukunftswerkstätten entstanden sind. 

Asylsituation Thema

Um 19 Uhr begann dann der Vortrag von Bürgermeister Robert Pötzsch, der auch live über Facebook übertragen wurde. Im Gegensatz zu früheren Bürgerversammlungen wurden dabei die Themen deutlich reduziert. Trotzdem wurde ein breites Spektrum angesprochen. 

Aktuelle Zahlen und Informationen der Stadt zur Asylsituation

Pötzsch sprach zunächst die aktuelle Asylsituation an. "Im Großen und Ganzen funktioniert die Unterbringung in der Dependance (Außenstelle) der Erstaufnahmeeinrichtung München an der Aussiger Straße sehr gut", so das Gemeindeoberhaupt.  Die meisten Polizeieinsätze würden wegen internen Angelegenheiten in der Unterkunft stattfinden. "Man muss keine Angst haben, sich im Stadtpark zu bewegen", so Pötzsch. Die Stadt stünde in engem Kontakt mit den Verantwortlichen der Dependance und der Polizei, um schnell Lösungen zu finden, falls es doch einmal Probleme geben würde. 

Der Haushalt für das Jahr 2018 wurde noch nicht im Stadtrat verabschiedet. Pötzsch wies jedoch darauf hin, dass es wohl wieder zu einer Zunahme der Verschuldung kommen wird. "Wir haben einige anstehende Maßnahmen, die viel Geld kosten werden." Wie bereits in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses Ende Januar erklärte der Bürgermeister, es würde weiterhin nach Standorten für die Kinderbetreuung gesucht werden. Bisher seien aber noch keine passenden Räumlichkeiten gefunden worden. Insgesamt sei die Stadt bei der Hort-Betreuung derzeit "gut aufgestellt".

Bilder von der Bürgerversammlung am Dienstag

Rathaus und Waldbad angesprochen

Auch die Zukunft des Rathauses wurde angesprochen. Hier muss bald die Entscheidung zwischen Sanierung oder Neubau fallen. Dem Stadtrat wurden dazu kürzlich Varianten für beide Lösungen vorgestellt, beschlossen ist aber noch nichts. Bürgermeister Pötzsch schilderte einmal mehr die verheerenden Zustände und wies darauf hin, dass seiner Meinung nach die Option eines Neubaus auf einem Grundstück gegenüber dem Haus der Kultur einige Vorteile hätte. 

Alle Informationen zum Rats- und Bürgerbegehren finden Sie hier

Keine Grundsatzdiskussion, sondern nur einen Kurzüberblick gab es beim Thema Waldbad. Das Gemeindeoberhaupt rekapitulierte noch einmal die gesamte Vorgeschichte der aktuellen Situation, von der knappen Entscheidung des Stadtrates zum Neubau in Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Aschau bis hin zum Bürgerentscheid, der am 13. Mai stattfinden wird. Er betonte dabei, dass es in jedem Fall gut sei, dass der Stadtrat sich grundsätzlich für den Erhalt eines Freibades ausgesprochen habe.

Waldkraiburg Vorreiter bei diversen Projekten

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Mit der Sicherheitswacht Waldkraiburg auf Streife

Weiterhin sprach Pötzsch eine Reihe von Themen an, wie das Rama Dama, die Ernennung von Waldkraiburg zur Fair Trade-Stadt, den Erfolg des letzten Volksfestes sowie die Einführung der Sicherheitswacht. Mit sichtlichem Stolz verwies er darauf, dass letzteres nun Vorbild für Mühldorf ist, wo ebenfalls eine Wacht eingeführt werden soll. "Ich freue mich, dass wir dabei ein Vorreiter in der Region sind." 

Die Stadtentwicklung war in verschiedener Hinsicht im Anschluss Thema. Das in den Planungswerkstätten erarbeitete ISEK-Konzept würde nun demnächst vorgestellt und im Stadtrat verabschiedet, kündigte Pötzsch an. Außerdem kam er auf die diversen derzeitigen Bauprojekte, beispielsweise am Iserring oder an der Berliner Straße, zu sprechen. "Das werden alles keine Billigbauten, sondern gehobener Wohnungsbau, damit ein entsprechendes Klientel nach Waldkraiburg gezogen wird."

Stadtwerke und Stadtbau berichteten 

Stadtwerke-Geschäftsführer Herbert Lechner

Stadtwerke-Geschäftsführer Herbert Lechner folgte dann mit einem Vortrag zur Situation der GmbH. Er betonte dabei, sichtlich betroffen durch Zweifel an deren Korrektheit im Rahmen der Diskussion um das Waldbad, dass alle Zahlen die er vorstellte, ordentlich geprüft seien. Er betonte, dass der Betrieb der diversen öffentlichen Anlagen, die unter der Verwaltung der Stadtwerke stehen, derzeit ein beachtliches Defizit verursachen. Die Sprache kam aber auch auf die Sanierung der Raiffeisenarena und vor allem den dank einer Großspende finanzierten neuen Kabinentrakt im Jahnstadion. "Bitte halten Sie ihren Stadtwerken die Treue", appellierte er zum Abschluss.

Stadtbau-Geschäftsführer Götz Kessler

"Wir haben faktisch keinerlei Leerstand, weshalb Wohnungssuchende bei uns leider auf Wartelisten landen", erklärte danach der neue Geschäftsführer der Stadtbau, Götz Kessler. Durch Neubauten solle dem jedoch entgegengewirkt werden. Er kam auch auf die zahlreichen Sanierungsmaßnahmen an öffentlichen Bauten zu sprechen, die derzeit in Angriff genommen werden. Vor allem an diversen Schulen, wie beispielsweise der Grundschule an der Goethestraße. 

Nur wenige Fragen im Anschluss

Luitgart Rustler bedankte sich bei der Waldkraiburger Polizei.

Nur wenige Fragen wurden dann abschließend noch gestellt. Walter Weiß erkundigte sich, ob die Stadt auf ein Angebot der Kirche, den Standort Kopernikusstraße für einen Hort ins Auge zu fassen, eingehen wird. Pötzsch erwiderte, dies würde derzeit geprüft werden. Luitgart Rustler trug statt einer Frage ihren Dank an die Waldkraiburger Polizei vor. Diese habe vorbildlich reagiert, als sich kürzlich eine ältere Dame aus ihrer Wohnung ausgesperrt hatte. 

Nun findet noch am Donnerstag, 15. März ab 18 Uhr bei der Spedition Ober in Niederndorf die Bürgerversammlung für die Ortsteile statt.

Das Video der Stadt von der Bürgerversammlung:

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