Nach Tumulten in Waldkraiburger Asylunterkunft

Polizei ermittelt zu Sachschäden und nimmt Hinweise entgegen

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Waldkraiburg - Am Mittwochabend der vergangenen Woche kam es zu schweren Ausschreitungen in der Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung München an der Aussiger Straße in Waldkraiburg. Wie hoch der dabei entstandene Schaden ist, steht noch nicht fest.

"Die Ermittlungen zur Höhe des entstandenen Sachschadens laufen weiterhin", teilt Jürgen Thalmeier, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Auch im Übrigen würden derzeit die Untersuchungen zu den Geschehnissen am Mittwoch der vergangenen Woche andauern. Die Polizei nimmt dazu weiterhin Hinweise entgegen. 

Als die Behörden verbotene Kühlschränke aus den Räumen der Bewohner entfernen lassen wollten, kam es zu den schweren Ausschreitungen in der Asylunterkunft an der Aussiger Straße. Laut Berichten von Augenzeugen gegenüber der Redaktion von innsalzach24.de sollen Bewohner der Asylunterkunft dabei Stühle und Tische aus dem Fenster des Gebäudes geworfen haben. Auch Mülltonnen und zerbrochene Flaschen sollen auf dem Boden gelegen sein. Die Lage schaukelte sich insgesamt dreimal dramatisch hoch. Mehrere hundert Polizisten mussten am Ende die Einrichtung stürmen, um die Lage zu beruhigen. Unter den insgesamt fünf Verletzten befanden sich auch drei Polizisten. Eine Person wurde durch einen Messerstich schwer verletzt, wozu die Polizei wegen versuchten Totschlags ermittelt.

Aus dem Archiv: Bilder vom Polizeieinsatz

Polizeieinsatz an der Asylunterkunft Waldkraiburg

Am Tag darauf erreichte das Thema die Politik. Die AfD forderte die Schließung der Einrichtung und auch aus anderen Parteien wurden teils Rufe nach Konsequenzen laut. Waldkraiburgs Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG)  forderte einen runden Tisch, an dem die Verantwortlichen der Regierung von Oberbayern gemeinsam mit ihm, Vertretern der Polizei und der Verwaltung der Einrichtung an einer dauerhaften Lösung sowohl für die Bewohner wie auch die Waldkraiburger Bürger arbeiten. Nun finden seit der vergangenen Woche Gespräche statt. Am Dienstag gaben die Gesprächsteilnehmer dann bekannt,  dass sie sich auf Maßnahmen verständigt haben, mit denen die Situation in und um die Asyl-Unterkunft zusätzlich verbessert werden soll. Unter anderem sollen für die Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden, die Hausordnung wird überarbeitet und es soll eine Videoüberwachung eingeführt werden.

Aus dem Archiv: Videos unserer Leser

Am Samstag machten sich außerdem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Innenminister Joachim Herrmann (CSU) vor Ort ein Bild der Lage und führten Gespräche mit Vertretern der Erstaufnahmeeinrichtung, der Stadt, der lokalen Politik sowie der Polizei. Bei der anschließenden Pressekonferenz berichtete der Innenminister von ersten Maßnahmen. Gegen drei Personen wurde Abschiebehaft verhängt und 21 als Rädelsführer ausgemachte Personen wurden in andere Einrichtungen in ganz Bayern verlegt."Wer Gastrecht mit Gewalt beantwortet, der kann nicht bei uns bleiben!", betonte Ministerpräsident Söder. Am Montag war dann bekannt geworden, dass weitere Tatverdächtige identifiziert und drei Personen noch am Samstag festgenommen wurden. Gegen diese wurde inzwischen Haftbefehl erlassen. 

Am Donnerstagabend soll außerdem um 19.30 Uhr im Haus der Vereine in Waldkraiburg ein runder Tisch der CSU für alle Anwohner der dezentralen Erstaufnahmeeinrichtung an der Aussiger Straße stattfinden. Dabei wollen die Integrationsbeauftragte der bayerischen Staatsregierung, Mechthilde Wittmann, und die Landtagskandidatin Stephanie Pollmann mit den Betroffenen ins Gespräch kommen.

Polizei bittet um Foto-, Video- und Audioaufnahmen

Wer Foto-, Video- oder Audioaufnahmen von der Asylunterkunft beziehungsweise aus der unmittelbaren Umgebung des Geschehens im Zeitraum von Mittwoch, 6. Juni, 8 Uhr, bis Mittwoch, 6. Juni, 23.45 Uhr, gemacht hat, den bittet die Polizei darum, ihr diese möglichst umgehend über ein Upload-Formular zur Verfügung zu stellen.

Rubriklistenbild: © Timebreak21 (Montage)

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