doch noch kein Gesamtkonzept für Alten Bahnhof

"Da könnten wir uns bis auf die Knochen blamieren!" 

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Waldkraiburg - Am Rande der Sonder-Sitzung des Stadtrats am Dienstag kam die Sprache auch auf ein eigentlich erledigt geglaubtes Thema: Die Nutzung des alten Bahnhofs.

UWG-Stadtrat Michael Steindl war durch die Berichterstattung zur Zukunft des "freiraum 36", des zweiten Hauses der Vereine in Waldkraiburg, auf die Thematik aufmerksam geworden. Im Rahmen dessen wurde bekannt, dass noch kein Gesamtkonzept für die Nutzung besteht. Er wies darauf hin, dass der Bauausschuss bereits im Dezember 2016 ein Konzept für die Nutzung des Bahnhofs beschlossen hatte. Dieses sah vor, dass dort eine Heilpädagogische Tagesstätte für Kinder und Jugendliche des Franziskushauses Au einziehen sollte. 

"Mit dieser Maßnahme könnten wir den Bahnhof retten", hatte damals Stadtbau-Geschäftsführer Hermann Karosser appelliert. Das Gebäude sollte dafür saniert werden und einen Anbau an der Rückseite erhalten. Der Ausschuss stimmte mit fünf gegen vier Stimmen knapp dafür. Grundsätzlich war das Konzept zwar von allen Mitgliedern des Ausschusses begrüßt worden, es gab jedoch einige Einwände. Vor allem die Frage der Finanzierung und ob ein privatwirtschaftlicher Mieter nicht mehr Geld einbringe wurde eingeworfen. Als Argument für diese Nutzungsweise wurde dagegen angeführt, dass dadurch dieser Bereich der Stadt aufgewertet würde und Fragen der Finanzierung auch keine Aufgabe des Ausschusses seien. Die Stadtbau wollte sich danach mit der weiteren Ausarbeitung beschäftigen. 

Gründe sollen geprüft werden

"Das liegt jetzt offenbar auf Eis", klagte Steindl. Erstmals seit vielen Jahren gäbe es die Chance, das Gebäude ordnungsgemäß zu sanieren. Es gäbe sowohl einen potenzieller Mieter als auch eine sichere Mehrheit im Stadtrat für das Projekt. "Nun gibt es auf einmal eine Blockade durch die Geschäftsführung der Stadbau!", so Steindl, der mahnte, "Am Ende ist dann der Mieter weg und wir suchen wieder jahrelang." Es sei nun notwendig, dass sowohl die Stadtverwaltung als auch die Stadtrats-Fraktionen schnell prüfen würden, was die Hintergründe sind. "Da könnten wir uns bis auf die Knochen blamieren", warnte Steindl, "und stoßen obendrein dem Franziskushaus vor den Kopf!"

"Das Thema liegt derzeit im Aufsichtsrat der Stadtbau, da können wir leider keine Auskunft geben", erklärte Bürgermeister Robert Pötzsch. CSU-Fraktionssprecher Anton Sterr regte an, dass alle Seiten, wie vorgeschlagen, Auskünfte einholen und das Thema dann in der nichtöffentlichen Sitzung des Stadtrats beraten sollten.

hs

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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