Pläne vorgestellt

Rodung für Baumaßnahme: Diese Tierchen bekommen eine Ausnahme

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Der geplante Standort.
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Waldkraiburg - Die Stadtwerke brauchen dringend ein Schalthaus, dafür müssen Bäume weichen. Es gibt aber eine Ausnahme.

Der Stadtrat beschloss in seiner jüngsten Sitzung für die Errichtung eines Schalthauses der Stadtwerke die vorzeitige Fällung von Bäumen im Gewerbegebiet nördlich der Daimlerstraße vorzunehmen. Zwei Bäume sollen allerdings wegen ihrer besonderen Bedeutung für den Artenschutz dauerhaft erhalten bleiben, soweit es die Verkehrssicherheit erlaubt.

Der Tagesordnungspunkt war aus dem nichtöffentlichen Sitzungsteil übernommen worden. Die Rodung und Baurechtsschaffung erfolgt im Rahmen der bereits beschlossenen Änderung des Bebauungsplans im weiteren Bauleitverfahren, in dem auch die Ausgleisflächen abschließend geregelt werden und die Rodungsgenehmigung einschließt.

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Schwunk: Stadtwerke benötigen Schalthaus schnellstmöglich

"Die Stadtwerke benötigen zur Sicherung der Stromversorgung im Gewerbe- und Industriegebiet schnellstmöglich ein weiteres Schalthaus, um bereits bei technischen und baulichen Erweiterungen der Betriebe, aber auch künftigen Erweiterungen auf bereits erschlossenen Erweiterungsflächen die Stromversorgung zu sichern", berichtete Bauamtsleiter Carsten Schwunck. Hierfür sei es dringend notwendig, die Vorbereitungen zur Erweiterung der Stromversorgung noch in diesem Jahr zu beginnen.

Da der neue Schalthausstandort technisch mit der Verlegung des Umspannwerkes und den damit verbundenen Versorgungsleitungen zur redundanten Stromversorgung in Abhängigkeit stehe, sei es notwendig, dass neue Schalthaus im Bereich des Gewerbegebietes-Nord zu errichten. "Eine Standortprüfung der Stadtwerke hat ergeben, dass in diesem keine bereits erschlossenen Grundstücke zu Verfügung stehen."

Der geplante Standort:

Standort nördlich der Daimlerstraße

Ein möglicher Standort wäre im Bereich der geplanten Baugebietserweiterung im Osten. "Ein entsprechender Aufstellungsbeschluss zur Entwicklung eines Gewerbegebietes an dieser Stelle wurde im März 2017 gefasst." Rechtlich sei die Fläche noch als Wald zu betrachten. Dies sei auch das Entwicklungsziel durch die Stadtbau.

"Da die Errichtung des Schalthauses 4 zeitkritisch ist, wäre noch in dieser Schlagperiode eine Fällung der Bäume und Vorbereitung der Maßnahme und in Folge die vorbereitenden Maßnahmen zum Bau vorzunehmen." Die Fällung der Bäume sei grundsätzlich sowohl mit der Unteren Naturschutzbehörde, wie auch mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Töging am Inn (AELF) ab- und zugestimmt worden.

Ruchlinski: Kritik an Vorgehen

"Das wir jetzt Tatsachen schaffen, zu denen dann im Rahmen des Bebauungsplans die Träger der öffentlichen Belange erst nachträglich Stellung beziehen können, finde ich unerfreulich", kritisierte Umweltreferent Gerd Ruchlinski (SPD). Bauamtsleiter Schwunk gab zu bedenken, dass die Fläche nicht komplett für das Bauwerk benötigt werde. Allerdings sei eine fast vollständige Rodung notwendig, um anstehende Leitungsverlegungen durchführen zu können.

Auf Anregung Ruchlinskis wurde beschlossen, zwei Bäume, für deren Erhalt sich auch die zuständigen Stellen bereits eingesetzt hatten ausdrücklich zu erhalten. Diese könnten durch ihre Baumhöhlen Fledermäusen als Lebensraum dienen. Aktuell ist dies zwar nicht der Fall, Ruchlinski sprach sich aber dafür aus, die Bäume, anders als ursprünglich geplant, auch wenn sich zeitnah keine Fledermäuse ansiedeln sollten, zu erhalten. 

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Ebenfalls Thema im Stadtrat waren der Tätigkeitsbericht der städtischen Behindertenbeauftragten Stephanie Pollmann, der Umbau eines ehemaligen SGF-Gebäudes zur neuen städtischen Kita und ein mögliches Feuerwerk-Verbot an Sylvester. 

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