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14 Architekturbüros an Wettbewerb beteiligt

Ein neue Mitte für Waldkraiburg: Wie soll das neue Rathaus aussehen?

Bauamtsleiter Carsten Schwunck (links) und Bürgermeister Robert Pötzsch stellten den Siegerentwurf zum Rathaus-Wettbewerb vor.
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Bauamtsleiter Carsten Schwunck (links) und Bürgermeister Robert Pötzsch stellten den Siegerentwurf zum Rathaus-Wettbewerb vor.

Wie soll das neue Rathaus in Waldkraiburg aussehen? Um den Entwurf für den Neubau haben sich mehrere Architekten beworben. Überzeugt hat die Jury das Architekturbüro Riehle+Assoziierte Architekten und Generalplaner aus Stuttgart. Der Entwurf hat das Zeug, den Stadtplatz ganz neu zu definieren.

Waldkraiburg – Über lange Zeit hinweg hatte sich der Stadtrat nicht dazu durchringen können, was mit dem Rathaus passieren soll. Sanierung oder Neubau an anderer Stelle? Nicht nur, dass das Rathaus in einem schlechten Zustand ist – das Gebäude entspricht auch nicht mehr den Anforderungen einer modernen Verwaltung. Vor drei Jahren dann der Grundsatzbeschluss für ein neues Rathaus am Stadtplatz. Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) und Bauamtsleiter Carsten Schwunck stellten die prämierten Entwürfe vor.

Fast 60 Büros bewerben sich

Fast 60 Büros hatten sich für den Realisierungwettbewerb beworben, 15 Büros waren zum Wettbewerb zugelassen, vier davon waren gesetzt. Am Ende gaben 14 Büros ihre Entwürfe ab. Fünf Fachpreisrichter und vier Sachpreisrichter nahmen die Entwürfe genau unter die Lupe und bewerteten sie hinsichtlich städtebaulicher, architektonischer, gestalterischer und funktionaler Kriterien. In mehreren Wertungsgängen wurden die Arbeiten durchgesprochen und aussortiert. In der letzten Runde bewerteten die Sach- und Fachpreisrichter unabhängig voneinander die verbliebenen fünf Entwürfe, wie Pötzsch bei der Vorstellung erklärte. „Es waren alle gleicher Meinung“, sagt Pötzsch.

Mit den drei platzierten Büros will die Stadt nun noch in die Verhandlungen gehen, für zwei Büros gab es Anerkennungen. „Das Gesamtergebnis kann sich sehen lassen“, sagte Bauamtsleiter Carsten Schwunck.

Eine begrünte Fassade, Sportplätze auf dem Flachdach oder ein polygonales Gebäude – die Ideen für Waldkraiburgs neue Mitte waren vielfältig. Überzeugt hat am Ende einstimmig der Stuttgarter Entwurf mit einem fünfgeschossigen Gebäude, das sich nach oben hin leicht verjüngt. Hingucker im Foyer ist eine Wendeltreppe. Positiv aufgefallen ist das filigrane Zusammenspiel der Fassade aus Holz- und Aluminiumelementen. Der Innenraum ist klar strukturiert und das Gebäude kompakt gestaltet.

Der Handlungsdruck beim Rathaus ist groß. Wie es Bürgermeister Robert Pötzsch in der Vergangenheit immer wieder betonte, gebe es einen großen Sanierungsstau. Im Winter sind die Räume schlecht zu heizen, im Sommer sind sie überhitzt. Hier ist noch nicht mal die Tiefgarage einkalkuliert, wo aber ebenfalls großer Handlungsbedarf besteht. Die Schäden werden dort immer größer, seit Jahren stützen Baumstämme das Bauwerk. Eine Tiefgarage ist beim Bau des neuen Rathauses noch nicht vorgesehen. Die soll in einem zweiten Schritt erfolgen.

Mehr Platz benötigt

Mit dem Neubau sieht die Stadt auch die große Chance, die Stadtmitte neu zu gestalten. Eine erste Idee liefert dazu auch der Siegerentwurf. „Vorgesehen ist, dass der Verkehr vor dem Rathaus umgeleitet wird“, erklärte Pötzsch. Ob das klappen wird, fragte eine der wenigen Zuhörerinnen beim anschließenden Rundgang. Pötzsch: „Das werden die Pläne zeigen. Außerdem sind das genau die Themen, mit denen sich der Stadtrat schon länger beschäftigt.“ Gemeint sind Verkehr und Stellplätze.

Der Platzbedarf im Rathaus ist zuletzt gestiegen. Eine Abteilung wird daher bis zum Bezug des neuen Gebäudes ausgelagert. Bis 2022 soll die Zahl der Mitarbeiter im Rathaus auf 93 ansteigen. Pötzsch ist überzeugt, dass der Platz im neuen Rathaus langfristig ausreichen wird. „Das Gebäude ist zwar sehr kompakt, aber es bietet viele Reserveflächen.“ Auch die Digitalisierung mache in Zukunft wieder Räume frei.

Die prognostizierten Kosten für den Neubau und die Gestaltung des umliegenden Platzes liegen bei rund 24 Millionen Euro. Im nächsten Jahr will man in die Planung einsteigen, Baubeginn soll 2023 sein. Der Umzug in das neue Rathaus ist für 2025 geplant.

Stadtrat stimmt über Wettbewerb ab

Auch im Stadtrat war der Neubau des Rathauses Thema. Dabei ging es darum, das Ergebnis des Realisierungswettbewerbs zu billigen. Die Entwürfe und die Preisträger wurden dem Stadtrat bereits zu einem früheren Zeitpunkt vorgestellt. „Mit den drei Preisträgern werden wir als nächstes in die Verhandlungen gehen“, erklärte Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG). Abschließend soll dann Planer und Entwurf festgelegt werden, worüber der Stadtrat erneut darüber zu entscheiden hat.

Für die SPD-Fraktion um Richard Fischer war aber klar, dass sie dem nicht zustimmen wollen. „Wir vertreten die Position, dass das Thema einseitig gestaltet worden ist, die Sanierung keine Rolle mehr gespielt hat.“ Man habe daher die Befürchtung, dass der Haushalt überbelastet werden würde, die Stadt manche Pflichtaufgabe im Bereich Verkehr oder Wohnen nicht mehr erfüllen könne. „Dafür hätten wir dann keine finanziellen Mittel mehr.“

Sanierung oder Neubau? Diese Entscheidung ist laut Pötzsch längst gefallen. „Es besteht dringend Handlungsbedarf. Ist es der richtige Weg, wenn es immer wieder abgelehnt wird?“ Auch Michael Steindl (UWG) kritisierte die Haltung der SPD. Denn bei dem Beschluss gehe es nicht um die Frage Sanierung oder Neubau, sondern um die Billigung des Wettbewerbs. „Man ignoriert hier, um was es eigentlich geht.“

Am Ende stimmte der Stadtrat mit den vier Gegenstimmen der SPD dem Realisierungswettbewerb zu.

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