Seit Januar bereits vier Lampen ausgefallen

Wegen Vandalismus: Robustere Lampen für den Stadtpark?

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Waldkraiburg - Es ist ein Ärgernis. Ständig werden Lampen im Waldkraiburger Stadtpark, im Bereich des sogenannten "Peterspark" beschädigt. In diesem Jahr ist das schon viermal geschehen. Nun sollen robustere Alternativen Abhilfe schaffen.

Der Tagesordnungspunkt liest sich erst einmal wenig spektakulär. "Austausch von Hochdruck-Quecksilberlampen in den bestehenden Pilzleuchten in den öffentlichen Grünanlagen Grüner Ring und Stadtpark". Doch diese Anschaffung ist aus einem ärgerlichen Grund notwendig, wie sich in der Sitzung des Bauausschusses am Mittwoch herausstellte.

Denn die momentan eingesetzten Pilzleuchten sollen vor allem deswegen ersetzt werden, weil si e ständig durch Vandalismus ausfallen. Der städtische Bauhof schlug daher dem Ausschuss die Anschaffung von robusteren LED-Tellerleuchten vor. Damit würden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, so der Referent des Bauhofes. Denn auch eine EU-Richtlinie zum Austausch alter Lampen im öffentlichen Raum gegen energieeffizientere Alternativen würde so erfüllt. Insgesamt 20 Leuchten sollen ersetzt werden. Wenn sich das System bewährt, könnten die Leuchten auch in anderen Bereichen der Stadt eingesetzt werden. Dies wurde von Margit Roller grundsätzlich begrüßt. "Bessere Lampen täten auch in manchen anderen Stadtteilen Not", so die CSU-Frau, "Teilweise gibt es Stellen, da siehst du nicht, wo du hinsteigst!“

Ständige Beschädigungen

Die LED-Variante wäre nicht die einzige Lösung. Es gäbe auch Energiesparlampen, die sogar die bisherigen Pilzleuchten weiter nutzen könnten. Diese wären jedoch ebenso anfällig für die ständigen Fälle von Vandalismus. "Erst im Januar wurden die Lampen im Stadtpark erneuert", so der Vertreter des Bauhofs. "Inzwischen sind aber schon wieder vier Lampen beschädigt worden!" Die Vorfälle häuften sich vor allem im sogenannten "Peterspark". "Warum wickeln wir nicht einfach Stacheldraht um alle Leuchten herum?", scherzte sichtlich entgeistert das Ausschuss-Mitglied Done Brunnhuber (UWG).

Auf Nachfrage von Innsalzach24.de erklärte die Polizei Waldkraiburg, das Problem sei durchaus bekannt. Die bisherigen Ermittlungen hätten jedoch zu keinem Ergebnis geführt. Bisher hätte noch niemand die Täter beobachtet, daher sei vollkommen unklar, wer dahinter steckt. Häufig würden die Taten zudem nicht gemeldet, einen genauen Überblick über deren Häufigkeit habe man daher nicht.

Der Waldkraiburger Stadtpark gilt vielen Bürgern Abends als nicht besonders sicher. Vor drei Jahren gab es in der Von-der-Tann-Strasse, die durch den Park führt eine versuchte Vergewaltigung einer 73-Jährigen.

Verschiedene Leuchtentypen vorgestellt

In der Folge wurde eine Reihe von Leuchtentypen vorgestellt, die ein Ingenieurbüro zusammengestellt hatte.

  • Die, laut Bauhof vandalismusanfälligen, Retrofit-LED-Leuchtmittel würden insgesamt nur 366,53 Euro pro Stück kosten.
  • Neue Pilzleuchten des Fabrikats "Schuch", Type "Pilzleuchte-541" mit LED-Wechselsatz würden 875,84 Euro kosten.
  • Der Austausch des Leuchtenkopfs gegen LED mit Spiegelreflektor, Fabrikat "Schuch", Type "Pilzleuchte" würde mit 987,70 Euro zu Buche schlagen.
  • Eine andere Variante der Spiegelreflektor-LED-Lampe, Fabrikat "Siteco", Type Technische Leuchte Micro 10" kostet 654,50 Euro pro Stück.
  • Der Austausch gegen eine LED mit Linsen, Farikat "Leipziger Leuchten", Type "Technische Leuchte ASL 2007" würde 690,20 Euro kosten.

Der Favorit des Bauhofs ist aber eine sogenannte Tellerleuchte mit LED-Lampe. Wie an Hand einer Reihe von Fotos, die bei einem Musterbetrieb der in Erwägung gezogenen Lampentypen gemacht wurden, weist diese die besten Betriebseigenschaften vor. Nicht nur blendet sie weniger als Vergleichsmodelle sondern hat auch die besten Leuchteigenschaften. Jede dieser Leuchten würde inklusive Montage 737 Euro kosten und wäre damit auch nicht die teuerste Variante.

Ausschuss machte Verbesserungsvorschläge

Grundsätzlich kritisierten Mitglieder des Ausschusses aus allen Fraktionen, das der Testlauf der Musterleuchten ohne ihre Anwesenheit stattgefunden habe. Dem entgegnete Bürgermeister Robert Poetzsch (UWG), dass der Termin leider sehr kurzfristig stattgefunden habe. Es sei jedoch allen Mitgliedern des Ausschusses ebenso wie allen Stadträten und überhaupt jedem Bürger möglich, sich noch in den nächsten Tagen die Leuchten im Stadtpark und ihre Leistung selbst anzusehen. Die Lampen würden noch für eine Weile montiert bleiben.

Außerdem wurde die Möglichkeit einer "intelligenten" Steuerung der Leuchten diskutiert. Von Gerd Ruchlinski (SPD) kam die Anregung, das die Lampen durch Bewegungsmelder gesteuert würden um so Geld zu sparen. In Wien würde dieses Modell bereits erfolgreich praktiziert."Dann wären die Lampen ja gescheiter als die Leute, die sie ständig demolieren", bemerkte ein Mitglied der UWG-Fraktion sarkastisch. 

Margit Roller meldete Bedenken an. Auf diese Weise könnte man beim Betreten des Parks nicht sehen, ob wenn in einiger Entfernung beispielsweise jemand lauern würde. "Dem könnte man mit einer speziellen Schaltung der Beleuchtung entgegenwirken", regte Bürgermeister Poetzsch an. Beispielsweise indem statt nur einer jeweils die Lampen für mehrere hundert Meter Weg sich anschalten würden.

Letztlich sprach sich der Ausschuss einstimmig für die Anschaffung der vorgeschlagenen Lampen unter der Auflage der Prüfung der Möglichkeit einer intelligenten Lichtsteuerung aus. Nun muss dies noch vom Stadtrat bestätigt werden. Sollte dies geschehen, so der Vertreter des Bauhofs, könnten die neuen Lampen vorraussichtlich im Juli oder August montiert werden. Zuvor könnte die Ausschreibung des Auftrags auch nochgünstigere Varianten der Lampe bringen.

Rubriklistenbild: © dpa

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