Gleich noch ein Weltmeistertitel

Auch im "Schnellschach": Erdogan Günes räumt ab!

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Waldkraiburg - 15 Partien in rund 15 Stunden. Da kann einem schon der Rücken weh tun, wenn man zwei Tage am Stück vor dem Computer sitzt und Schach spielt. Erdogan Günes hat das gemacht und gewonnen.

Anfang Juli wurde er im holländischen Leiden schon Doppel-Weltmeister im Computerschach in der offenen und in der Softwareklasse. Am Wochenende holte sich Erdogan Günes mit den Programmierern Mark Lefler und Larry Kaufman vom Team Komodo noch die World Computer Rapid Chess Championships 2016. Schon 2015 haben sie diesen Wettbewerb mit neun aus neun gewonnen.

Ich habe Rückenschmerzen vor lauter sitzen“, erzählt der Waldkraiburger. Kein Wunder, musste er doch zwei Tage lang vor dem heimischen Computer verbringen. Insgesamt waren es 16 Teilnehmer aus aller Welt am Start. 15 Partien galt es für jedes Team zu spielen. Computer Rapid Chess ist, wie der Name schon sagt, Schnellschach. „Zwei Computerschach-Programme spielen gegeneinander“, ist so aber nicht ganz korrekt

Bei der WM in Leiden saßen sich die Kontrahenten noch gegenüber. Bei der Rapid Chess WM nicht. (Archiv)

Zur Hardware kommt noch die Software und der Turnierbuchautor - ein Weichensteller -. Im Team Komodo ist es Erdogan Günes. Anders als im Turnier Anfang Juli im holländischen Leiden spielt hier die Zeit eine größere Rolle. 25 Minuten plus vier Sekunden Aufschlag pro Zug haben beide Kontrahenten pro Partie zur Verfügung. Da kann es dann schon mal sein, dass die Teams der Schachsoftware noch mal genauer schauen müssen, wie lange der Computer an der einen und anderen Stellung rechnet. Zieht er zu schnell nach der Eröffnungsphase, hat er vielleicht einen strategischen Fehler gemacht. Dauert es zu lange bis er zieht, vielleicht auch, denn diese Partien gehen alle schließlich auf Zeit

In Leiden saßen sich die Turnierbuchautoren gegenüber. (Archiv)

Für Erdogan Günes bedeutet so eine Meisterschaft pures Multitasking. Gleichzeitig muss er sein eigenes Spiel, und die anderen Partien beobachten. Na ja, und hin und wieder kommen auch mal seine Kinder dazwischen. Den heimischen PC mit Internetzugang hatte der Waldkraiburger allerdings rechtzeitig für diese Meisterschaft innerhalb der Familie bereits für sich reserviert

Das Team Komodo spielt auf einem Lenovo x3850x6 Server mit 4 Prozessoren und 60 cores60 Prozessoren berechnen ca. 70 Millionen Stellungen pro Sekunde am Schachbrett. Zum Vergleich, der IBM Supercomputer Deep Blue gewann gegen Ex-Weltmeister Garry Kasparow in dem historischen Wettkampf 1997 mit circa 200 Millionen berechneten Schachpositionen pro Sekunde. Über das Internet sind die Teams mit ihren Computerprogrammen miteinander verbunden. 15 Partien Computerschach bedeuten bei dieser Meisterschaft Dauerstress pur. 14,5 Punkte aus 15 Partien hat das Team Komodo mit Erdogan Günes dieses Jahr geholt. Das bedeutet, 14 Mal gewonnen und ein Unentschieden abgegeben.

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