Heiß diskutierter Moschee-Bau

AfD plädiert für Bürgerbegehren - Stadt steht hinter Bauprojekt 

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Das leerstehende Bürogebäude in der Traunreuter Straße soll zur Moschee umgebaut werden. Doch nicht jedem in Waldkraiburg gefällt die Idee. Kommt ein Bürgerbegehren gegen das Projekt zustande? 
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Waldkraiburg - Ein Moschee-Bau im Gewerbegebiet Süd spaltet aktuell die Gemüter. Neben einem Mahnbrief, der Bedenken und Ängste der Bürger in Bezug auf das geplante Gebäude widerspiegelte, meldet sich nun auch die AfD aus Mühldorf mit einem angekündigten Bürgerbegehren zu Wort. Die Stadt hält dagegen.   

Die türkisch-islamische Gemeinde Waldkraiburg hat von der Stadt bereits grünes Licht für die Baupläne bekommen. Die Moschee soll laut Bauamtsleiter Carsten Schwunk "so schnell wie möglich" von den bisherigen Räumlichkeiten in der Reichenberger Straße in das Gewerbegebiet Süd umziehen. Der sanierungsbedürftige Zustand des ursprünglichen Gebäudes sei "als Gebetshaus unzulässig und für die Stadt nicht mehr länger zu verantworten" gewesen. 

Mahnbrief: "Wollen keine islamisch-politische Schule Erdogans" 

Der Waldkraiburger Paul Werfinger vom Bürgerforum Südostbayern i.G. kritisierte den geplanten Bau im Gewergebiet Süd  in einem Mahnbrief an die Stadt scharf: "Wir wollen keine islamisch-politische Schule Erdogans und eine Ausbreitung antidemokratischer Werte in unserer Stadt." 

Zweifel, die Bürgermeister Robert Pötzsch als unbegründet einstuft: "Mit dem Umzug der Moschee soll kein islamisches Zentrum errichtet werden. Die Moschee gibt es bereits seit vielen Jahren in Waldkraiburg – sie wird lediglich an einen anderen Ort verlagert." Die Moschee werde ohne Minarette und Muezzinrufe errichtet. 

AfD plant "überregionale Aktion" gegen Moschee-Bau

Trotz der Schlichtungsversuche des Bürgermeisters sind die Bedenken der Bürger wohl noch immer vorhanden. Wie der Mühldorfer Anzeiger in seiner Montagsausgabe berichtete, wolle der Mühldorfer AfD-Kreisvorsitzende Oliver Multusch wolle nun "mit einer überregionalen Aktion" aktiv gegen den geplanten Moschee-Bau vorgehen und damit eine bundesweite Beachtung erreichen. Diese Revolte hat der Bundestags-Direktkandidat bei einer Veranstaltung seiner Partei in Winhöring angekündigt. 

Da es aus Sicht von Multusch baurechtlich keine Möglichkeiten gebe, das Bauprojekt zu verhindern, bliebe nur die Alternative, politisch Druck auszuüben. Ein entsprechender Brief mit der Ankündigung, ein Bürgerbegehren ins Leben zu rufen, liege Bürgermeister Robert Pötzsch demnach schon vor. Informationen von Multusch zufolge solle die neue Moschee etwa viermal so groß werden wie die bisherige in der Stadt und rund 1,2 Millionen Euro kosten. 

Zweiter Bürgermeister Fischer: "AfD schürt bestehende Ängste" 

Der Zweite Bürgermeister, Richard Fischer, distanziert sich von den negativen Äußerungen rund um die Moschee. Wie auch schon Robert Pötzsch betont auch er als aktuelle Vertretung des ersten Bürgermeisters, Waldkraiburg sei seit jeher eine "Stadt der Integration", die für das bunte Miteinanderleben der verschiedenen Kulturen bekannt sei. "Das sind alles Männer und Frauen, die in Deutschland geboren sind, hier leben und arbeiten und ein Recht darauf haben, ihre Religion ausüben zu dürfen. Solange die Grundwerte der Demokratie eingehalten werden, sehen wir in der Moschee keine Gefahr für die Allgemeinheit", stellt Fischer gegenüber innsalzach24.de klar. 

Die Stadt steht also hinter dem Bauprojekt, nicht zuletzt, weil sich baurechtlich gesehen alles im grünen Bereich befinde. "Seit nunmehr 10 Jahren schon führen wir die Diskussion um eine neue Moschee. Gemeinsam mit der türkisch-islamischen Gemeinde Waldkraiburg haben wir nun im Gewerbegebiet Süd einen geeigneten Standort gefunden. Die türkisch-islamische Gemeinde stemmt das Projekt selbstständig. Die jetzt entstandene Auflehnung mancher Bürger ist für uns unverständlich", so Fischer weiter. 

Das Problem seien nach Meinung des Zweiten Bürgermeisters nach wie vor die Ängste und Zweifel, die tief in den Köpfen der Bürger verankert sind. "Die AfD schürt diese bestehenden Bedenken mit ihren Äußerungen und Ankündigungen - gerade jetzt vor der der Bundestagswahl. Ich weiß nicht, inwiefern das für die Bürger förderlich ist", mahnt Fischer. Wenn wirklich ein Bürgerbegehren gegen die neue Moschee in Waldkraiburg zu Stande kommen sollte, so werde die Stadt "offen damit umgehen und weiter Aufklärungsarbeit leisten". 

mb

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