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Modelle in Gemeinden der Region

Kein Feuerwerk mehr in Waldkraiburg? So klappt es andernorts

Waldkraiburg - In der Industriestadt wird derzeit über einen Verzicht auf privates Feuerwerk an Neujahr diskutiert. Wir haben uns erkundigt, wie das andernorts funktioniert.

Die Stadträte Alexander Will (SPD) und Eva Köhr (CSU) plädierten in der jüngsten Stadtratssitzung für den Ersatz privaten Feuerwerks im Waldkraiburger Stadtgebiet durch ein zentrales, öffentliches Feuerwerk. Der Wunsch danach sei aus der Bevölkerung an sie herangetragen worden, außerdem würde so weniger Verschmutzung der Straßen entstehen und die Bevölkerung aber auch die Tierwelt weniger durch Krach belästigt.

In einer Umfrage auf innsalzach24.de sprach sich mit 52,27 Prozent die Mehrheit der Befragten für einen solchen Schritt aus:

Trend gegen privates Böllern

Wegen Lärm, Müll und Brandgefahr verbieten immer mehr Städte privates Böllern in der Innenstadt. Es gilt grundsätzlich gilt in allen Städten, dass nur am 31. Dezember und 1. Januar Feuerwerk von jedermann entzündet werden darf. In der Nähe von Kirchen, Kliniken, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandgefährdeten Gebäuden ist dies generell untersagt. Die Regeln sind in der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz festgelegt.

Zudem können Kommunen weitere Verbotszonen einrichten. Das hat zum Beispiel die Stadt Wasserburg getan, wo das Böllern in der Innenstadt bereits seit zehn Jahren untersagt ist. Die Gemeinde Ramsau bei Berchtesgaden ruft ihre Einwohner seit 2016 als zertifiziertes Bergsteigerdorf dazu auf, auf Feuerwerke zu verzichten. Auch in Inzell und Kirchanschöring gibt es solche Aufrufe seit dem vergangenen Jahr. 

Der Leiter des Waldkraiburger Ordnungsamtes Norbert Meindl sieht noch erheblichen Klärungsbedarf, wie er gegenüber den Waldkraiburger Nachrichten mitteilte. Für ein Verbot brauche es triftige Gründe, wie etwa eine konkrete Gefährdung oder den Schutz bestimmter Objekte, beispielsweise die Müllproblematik reiche nicht aus. Auch könne er sich aus Gründen der Verhältnismäßigkeit eine sich auf die gesamte Stadt erstreckende Verfügung nicht vorstellen. 

Gute Erfahrungen in Wasserburg

"Das läuft hervorragend", berichtet Thomas Rothmaier vom Ordnungsamt der Stadt Wasserburg. "Klar, es gibt manchmal ein paar Verstöße, aber das konzentiert sich dann auch auf den Sylvestertag, statt dass tagelang davor und danach geböllert wird." Ein eindeutiger positiver Effekt sei, dass ein sehr viel geringerer Aufwand beim Reinigen der Straßen entstehe. "Mal ganz abgesehen von der Feinstaubbelastung und der Schonung von Mensch und Tier durch weniger Krach." 

Ihm sei nur positive Rückmeldung aus der Bevölkerung bekannt. 

Ramsau: Viel positive Rückmeldung

"Es ist ja kein Verbot sondern ein freiwilliger Verzicht, daher hat er natürlich auch nicht flächendeckend Wirkung im gesamten Gemeindebereich gezeigt", berichtet der Ramsauer Tourismuschef Fritz Rasp, "Aber vor allem im innerörtlichen Bereich funktioniert es sehr gut. Von dort haben wir auch die meiste positive Rückmeldung bekommen." Insgesamt sei man damit im dritten Jahr sehr zufrieden.

"Sowohl aus der Bevölkerung, als auch beispielsweise von Vereinen haben wir sehr viel Zustimmung erfahren", berichtet Rasp, "Auch die meisten Urlauber schätzen es, dass es hier, anders als zu Hause, an Sylvester nicht überall kracht und knallt." 

Überregionales Interesse

Die Maßnahme im Jahr 2016 habe auch weit über die Grenzen der Region hinaus Interesse geweckt. "Bei mir melden sich immer wieder verschiedene Stellen, vor allem Stadt- und Gemeindeverwaltungen aber auch Kommunalpolitiker." 

Für wichtig halte er es, dass der Bevölkerung ein solcher Schritt nicht einfach vorgesetzt werde. "Es hat sich sehr bewährt, dass wir im Vorfeld schon frühzeitig dazu informiert haben und auch das Gespräch mit den Vereinen gesucht haben", berichtet Rasp, "Beispielsweise unsere Weihnachtsschützen haben sich sehr gefreut, dass sie nun wieder ihrem Brauchtum nachgehen können, ohne das sie dabei massiv übertönt werden." 

Inzell: Subjektiv weniger geworden

"Genau Zahlen dazu, wie es hier in diesem ersten Jahr gelaufen ist, kann ich natürlich nicht nennen", berichtet der Inzeller Ordnungsamtsleiter Andreas Liedl, "Aber subjektiv ist es schon durchaus etwas weniger geworden." Dennoch würde noch viel privat geböllert werden. 

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Jens Kalaene