Bauarbeiten zur Innkanal-Erweiterung

"Wir haben ein Volksbegehren und da wird alles platt gemacht!"

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So sieht es eigentlich am Innkanal aus, derzeit rollen dort die Bagger.

Waldkraiburg - Die Bauarbeiten am Innkanal für das neue Kraftwerk in Töging kommen in die Kritik. Im Rahmen der jüngsten Stadtratssitzung wurde das Thema angesprochen.

"Ich weiß ja nicht, ob von Ihnen jemand dort in letzter Zeit mal spazieren war", setzte SPD-Fraktionsvorsitzende Susanne Engelmann an, "Aber das ist eine Umweltzerstörung ersten Grades! Da steht keine einzige Pflanze mehr!" Es finde außerdem viel zu wenig Kommunikation mit der Bevölkerung statt. "Die vom Verbund waren nur einmal da, als es um das neue Kraftwerk ging."


Sie fordere daher, dass ein Vertreter des Unternehmens dem Gremium Rede und Antwort steht. "Jemand von diesem Unternehmen soll dieses Umweltdesaster erklären. Alles platt gemacht aus kommerziellen Interessen!", klagte Engelmann, "Wir haben ein Volksbegehren zur Artenvielfalt und da wird alles platt gemacht!"

Erster Bürgermeister Robert Pötzsch teilte mit, das Thema sei bereits mit Umweltreferent Gerd Ruchlinski (SPD) besprochen worden und ein Vertreter des Unternehmens werde in der nächsten Stadtratssitzung dann dem Gremium für Fragen zur Verfügung stehen. 


Bauarbeiten schon seit einiger Zeit

Schon seit einiger Zeit laufen die Vorarbeiten für das neue Wasserkraftwerk in Töging im Inn. Kleiner als ursprünglich geplant soll es werden, bei gleichzeitig höherer Effizienz. So sollen nach Fertigstellung drei Turbinen mehr Strom liefern als die 14 von 15, die derzeit im bestehenden Kraftwerk in Betrieb sind. 

Die Baustelle bei Töging.

Damit das neue Kraftwerk in Töging die Kraft des Wassers möglichst effizient verstromen kann, ist eine Erhöhung des Wasserspiegels im Innkanal nötig. Ganze 70 Zentimeter mehr sollen es sein. Deswegen wird derzeit entlang des Innkanals gebaut. Die Betonwände rechts und links müssen erhöht werden. Auch andernorts gab es daran schon Kritik durch Umweltschützer.

Gegenüber innsalzach24.de betonte da Unternehmen bereits, das alles dafür getan werde, um Biotope für seltene Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Das Erdreich werde sorgsam auf einer Art Arbeitsstreifen entlang des Innkanals zwischengelagert, um es später wieder aufzubringen. Danach werde regional typisches Saatgut ausgebracht, um den Urzustand so gut wie möglich wiederherzustellen.

Auf Facebook diskutieren unsere Leser bereits eifrig über das Thema:

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