Am frühen Mittwochmorgen 

Großeinsatz in der Asylunterkunft in Waldkraiburg - Das sagt die Polizei

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Waldkraiburg - Am Mittwochmorgen kam es zu einem Großeinsatz in der Asylbewerberunterkunft. 

UPDATE, 10.55 Uhr: Pressemeldung der Polizei

Am Mittwochmorgen führte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit Unterstützungskräften der Bayerischen Bereitschaftspolizei sowie weiteren Dienststellen des Polizeipräsidiums eine Begehung der Gemeinschaftsunterkunft in Waldkraiburg durch. In dem siebenstöckigen Gebäude im Neisseweg leben derzeit an die 350 Menschen. Diese hohe Anzahl der zu kontrollierenden Personen und die besonderen baulichen Gegebenheiten der Großunterkunft machten es erforderlich, die Begehung mit rund 400 Beamtinnen und Beamten durchzuführen. Auch Vertreter der Regierung von Oberbayern waren bei dem Einsatz zugegen.

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd will mit derartigen Einsätzen frühzeitig und nachhaltigverhindern, dass sich Brennpunkte bilden oder Situationen verfestigen, die ein problemfreies Zusammenleben innerhalb und außerhalb der Unterkunft unnötig erschweren.

Im Juni vergangenen Jahres in diesem Zusammenhang es zu tumultartigen Ausschreitungen in der Dependance gekommen, danach ermittelte die Kriminalpolizei auch wegen versuchter Tötungsdelikte. Ein weiterer öffentlichkeitswirksamer Zwischenfall geschah nur drei Monate später im September. Im Innenstadtbereich von Waldkraiburg kam es zu einer Auseinandersetzung unter mehreren Asylbewerbern verschiedener Nationalitäten. Die Polizei musste dazwischen gehen und die Streitenden mit unmittelbarem Zwang trennen. Strafverfahren gegen 15 an der Schlägerei beteiligten Personen, wegen teilweise erheblicher Delikte, wurden in diesem Zusammenhang geführt. Seit der Begehung der geplanten Unterkunft Ende März 2018 bis Mitte Dezember 2018 wurden in und um die Einrichtung 92 Straftaten registriert, etwa die Hälfte davon Gewaltstraftaten.

Was war das Ziel der Kontrolle?

Die überwiegende Zahl der Bewohner der Waldkraiburger Dependance des Ankerzentrums Oberbayern, unter denen sich auch Familien mit Kindern befinden, ist polizeilich unauffällig. Ziel der heutigen Maßnahme war, sowohl den polizeibekannten „Störenfrieden“, als auch den unauffälligen Bewohnern der Unterkunft zu vermitteln, dass die Polizei nicht nur außerhalb sondern auch innerhalb der Unterkunft für Sicherheit sorgt.

So äußerte sich der Polizeirat zum Einsatz

Robert Kopp Polizeipräsident

Sehr zufrieden zeigte sich Polizeirat Dominic Fischer, der den Einsatz leitete: „Unsere Planungen haben gegriffen, die Kontrollen aller anwesenden Bewohner und der Räumlichkeiten konnten deshalb sehr zügig und ohne nennenswerte Zwischenfälle innerhalb von nur zwei Stunden abgearbeitet werden. Es wurden nur ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und ein Widerstand gegen die eingesetzten Beamten registriert. Außerdem wurde eine Person festgenommen, die zur Fahndung ausgeschrieben war.“

Das sagt der Polizeipräsident

Polizeipräsident Robert Kopp: „Alle Menschen haben in unserem Rechtsstaat Anspruch darauf, dass sie insbesondere in ihrer unmittelbaren Umgebung sicher leben können. Nach den erheblichen Zwischenfällen im vergangenen Jahr und vielen weiteren erforderlichen Polizeieinsätzen in und um die Dependance ist die Polizei verpflichtet, Recht und Ordnung gerade auch in diesem sensiblen Bereich durchzusetzen. Ziel der heutigen Begehung war nicht, die Bewohner zu verunsichern. Durch die Präsenz der Polizei wollen wir künftigen Sicherheitsstörungen entgegenwirken und friedlichen Bewohnern und Anwohnern „den Rücken stärken“. Die hohe Zahl an Einsatzkräften war vor allem deshalb notwendig, um den Einsatz rasch und effektiv durchführen zu können.“

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Vorbericht

Am frühen Mittwochmorgen, gegen 6 Uhr, kam es in der Asylbewerberunterkunft in der Aussiger Straße in Waldkraiburg zu einem Großeinsatz der Polizei. 

Wie ein Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, gegenüber Innsalzach24.de angab, handele es sich bei dem Einsatz um eine gewöhnliche Kontrollaktion, wie sie bereits im März 2018 stattgefunden habe. Im Zeitraum zwischen März und Dezember 2018 seien von den dort wohnenden Asylbewerbern 92 Straftaten begangen worden. 

Großeinsatz der Polizei wegen Kontrolle in Asylunterkunft am Mittwoch

Solche Kontrollen, wie sie am Mittwoch stattfinden, werden laut Stefan Sonntag regelmäßig durchgeführt.Im Juni 2018 kam es zu Ausschreitungen an der Asylbewerberunterkunft in der Aussiger Straße und auch in Mühldorf gab es Schlägereien im September. Einsätze wie diese seien daher auch Grund für die regelmäßigen Kontrollaktionen, wie der Polizeisprecher berichtete. 

Am Mittwoch sind die etwa 330 Bewohner der Asylunterkunft sowie deren Zimmer kontrolliert worden. Mittlerweile sei die große Kontrolle bereits zur Hälfte abgeschlossen worden.

Es seien mehr 400 Polizisten und auch Rauschgiftspürhunde im Einsatz, wie der BR berichtet. Es ginge laut dem dem Bayerischen Rundfunk auch darum, Menschen ausfindig zu machen, die sich nicht in der Unterkunft aufhalten dürfen. 

ics

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