Gewerbegebiet nördlich der Daimlerstraße

Wald muss Erweiterung weichen: Mehr Widerstand, trotzdem kommt es dazu

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Waldkraiburg - Einer Gewerbegebiets-Erweiterung nördlich der Daimlerstraße sollen Bäume weichen. Der Widerstand dagegen im Stadtrat ist größer geworden. Um die Maßnahme zu verhindern, reichte es aber nicht.

Die beiden CSU-Stadträte Eva Köhr und Harald Jungbauer wiederholten ihre Kritik aus dem Stadtentwicklungsausschuss. "Was da übrig bleibt, hat den Namen Wald nicht mehr verdient!", hatte Jungbauer dort kritisiert. Nun gab es Unterstützung von fünf weiteren Stadträten, darunter SPD-Fraktionsvorsitzender Susanne Engelmann: "Ich war von unserem Altbürgermeister Herrn Klika angesprochen worden: 'Früher haben Sie doch Kreuze an zu fällenden Bäumen aufgehängt?' Daraufhin habe ich mich neu besonnen!"

Am Ende war jedoch mit 24 Stimmen die überwiegende Mehrheit des Gremiums für die Maßnahme. 

Waldfläche wird verschwinden

Anfang April sprach sich der Stadtentwicklungsausschuss mit damals noch nur zwei Gegenstimmen für eine Erweiterung des Gewerbegebiets nördlich der Daimlerstraße aus. Dafür wird Waldfläche verschwinden.

Es wird dabei das Ziel verfolgt, im Anschluss an das bestehende Gewerbegebiet nördlich der Daimlerstraße, laut der Stadtverwaltung, dringend benötigte Gewerbeflächen zu schaffen. Neben der generellen Nachfrage nach Gewerbeflächen gäbe es auch von ansässigen Betrieben wie beispielsweise der Firma Netzsch den Wunsch nach Flächen für eine Firmenerweiterung.

Kritik im Ausschuss

"Insbesondere soll auch ein Standort für ein neues Schalthaus, welches der Stromversorgung dient, planerisch gesichert werden", erklärt die Verwaltung. Der Bau des Schalthauses sei zur Aufrechterhaltung und Sicherstellung der gestiegenen Stromnachfrage, die durch die Neuansiedlung und Erweiterung von Gewerbebetrieben innerhalb der vergangenen 15 Jahre bedingt sei, unumgänglich.

Bürgermeister äußerte sich

Zwischenzeitlich gab es auch Kritik der Waldkraiburger Ortsgruppe der Partei Die Linke.

 "Kapitalinteressen werden geschützt, die Umwelt aber nicht", so die Partei.

In einer Umfrage auf innsalzach24.de schloss sich auch eine Mehrheit unserer Leser dem an:

Daraufhin äußerte sich auch Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG): "Wie in der Bürgerversammlung bereits dargestellt und auch im Stadtentwicklungsausschuss vorgetragen, müssen wir uns über mögliche Entwicklungschancen unserer Stadt Gedanken machen." Dies habe auch der ISEK-Prozess gezeigt.

Der Waldstreifen östlich der Schilcherlinie werde nicht ausschließlich zugunsten der Firma Netzsch entwickelt. Die Schilcherlinie bleibe außerdem auf der gesamten Länge als Schutz der Wohnbebauung von etwa 50 Metern Breite erhalten. "Die entwickelte Waldfläche muss gemäß den Bestimmungen in ihrer Qualität und im erforderlichen begrenzten Radius zu unserer Stadt erfolgen."

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