Serie von Taten im April in Waldkraiburg

Nach Brandanschlag bald Lösung für Bewohner, Büros und Praxen?

Lösung für Bewohner, Büros und Praxen soll nach Brandanschlag gesucht werden
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Ein Brand der, als Teil einer Anschlagsserie gegen Geschäfte mit türkischen Inhabern in einem Früchtemarkt gelegt wurde, verwüstete Ende April ein Wohn- und Geschäftshaus in Waldkraiburg. Nun soll es bald auch eine Lösung für betroffene Wohnungen, Praxen und Büros geben.

Waldkraiburg - Noch immer beschäftigt die Anschlagsserie im April die Stadt. Nun soll endlich auch eine Lösung für betroffene Wohnungen, Büros und Praxen des Brandanschlags gefunden werden.

"Es gibt nächste Woche ein Gespräch zwischen Herrn Bürgermeister Pötzsch, Vertretern der Stadtverwaltung, sowie den betroffenen Eigentümern", berichtet Carsten Schwunck, Leiter der Abteilung für Stadtentwicklung und Bau."Wir wollen hier tun, was wir können um zu helfen. In erster Linie bestand das darin, den durch den Brand obdachlos gewordenen Bewohnern unter die Arme zu greifen."


Stadt hilft, wo sie kann

Direkt könnte sonst kaum etwas getan werden. "Die Wohnungen, Praxen und Büros die hier betroffen sind, befinden sich alle in Privatbesitz. Das bedeutet, deren Renovierung ist in erster Linie einmal Aufgabe der Eigentümer", bemerkt Schwunck. "Wir stehen dabei natürlich mit Rat zur Seite. Zuständig sind wir aber nur, was unsere Genehmigungsaufgaben als Stadt betrifft." Die Kostenübernahme dagegen sei eine Sache der Versicherungen.

"Man muss bei der ganzen Sache auch bedenken, dass durchaus noch Fragen zur Standsicherheit aber auch dem Brandschutz zu klären sind. Da werden wir aber natürlich schauen, dass wir da baldmöglichst ein Ergebnis haben, damit die Renovierungsarbeiten dann bald beginnen können."


Brand Teil von Anschlagsserie

Vier Geschäfte in Waldkraiburg wurden im April innerhalb weniger Wochen zu Zielen der Anschlagsserie eines selbsternannten IS-Anhängers gegen Geschäfte mit türkischen Inhabern. Während es bei einem Friseur, einer Pizzeria und einem Döner-Laden beim Einwerfen der Scheiben und Verteilen einer übel riechenden Flüssigkeit blieb, w u rden bei einem Brandanschlag auf einen Früchtemarkt am Stadtplatz sechs Menschen verletzt. Außerdem wurden anliegende Geschäfte teils massiv beschädigt. Für ein benachbartes Textilwarengeschäft bedeutete es das endgültige Aus.

Für den Früchtemarkt war bereits Mitte Mai eine Übergangslösung gefunden worden. Eine Aschauer Firma sponserte einen Container, in den der Laden vorübergehend einziehen kann. Auch ein beim Brand beschädigter Müller-Drogeriemarkt soll bald wieder öffnen. Zumindest bis 1. August wird unterdessen der Wochenmarkt auf den Stadtplatz verlegt bleiben.

Weiter viele Fragen offen

Unterdessen sind weiter viele Fragen rund um die Anschlagsserie offen. Dahinter steckte der 25-jährige Muharrem D.. Er trug bei seiner Festnahme am Mühldorfer Bahnhof Anfang Mai mehrere Rohrbomben bei sich und plante offenbar weitere Anschläge. Neben seinem "Hass auf Türken" bekannte er sich in den polizeilichen Vernehmungen auch zum Islamischen Staat (IS).

Bilder von der Anschlagserie in Waldkraiburg 

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Doch viele Fragen bleiben weiter offen. Etwa woher er das Material für die Bomben hatte, ob es Hintermänner gab und wie er sich derart radikalisieren konnte. Die Ermittlungen hat inzwischen die Generalbundesanwaltschaft übernommen. "Wir können derzeit, auf Grund der laufenden Ermittlungen nichts Neues berichten", teilt die Pressestelle der Behörde auf Anfrage von innsalzach24.de mit. Die Öffentlichkeit werde zu gegebener Zeit informiert werden, wenn neue Details bekanntgegeben werden könnten.

hs

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