Mittelschule an der Dieselstraße

"Die Lehrkräfte sind manchmal fix und fertig"

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Waldkraiburg - Der Haupt- und Finanzausschuss debattierte am Dienstag über die Belastung der Lehrer an der Dieselschule. Für Entlastung könnte ein Sozialpädagoge sorgen.

Die Situation an der Mittelschule an der Dieselstraße ist angespannt. Die Lehrkräfte bekommen zwar seit 2004 Unterstützung durch die sogenannte "Jugendsozialarbeit an Schulen" (JAS) - zunächst in Person einer Halbtagskraft, seit 2008 gibt es eine Ganztagsstelle. Ausreichend ist dies nach Einschätzung der Schule aber nicht. Den Antrag auf Aufstockung der Jugendsozialarbeit um mindestens eine weitere Halbtagsstelle hatten die Stadträte angesichts der angespannten Haushaltslage allerdings bereits im März abgelehnt.

Eine andere personelle Maßnahme zur Unterstützung der Lehrer würde die Stadt hingegen nichts kosten. Für die Ganztagsklasse im Übergangsbereich, eine Klasse, die sich gezielt an Schüler mit schlechten Deutschkenntnissen richtet (also junge Migranten und Asylbewerber), gibt es eine so hohe Förderung, dass die Kosten für das sozialpädagogische Personal (eine 15-Stunden-Stelle) gedeckt wären. Die Klasse gibt es bereits im laufenden Schuljahr, allerdings ist es der Stadt bislang nicht gelungen, einen passenden Sozialpädagogen zu finden.

"Wir brauchen die genehmigte Kraft dringendst"

Wie Reinhard Schmid, Leiter der Ordnungs- und Sozialabteilung der Stadt, erklärte, arbeite man "mit Hochdruck" daran, qualifiziertes Personal zu finden. Stadtrat Bernd Sottek (CSU) kritisierte, dass man erst im Dezember einen entsprechenden Beschluss gefasst habe - für Sottek reichlich spät. Schmid erklärte hingegen, dass man nicht erst ab Dezember nach Personal gesucht habe. Zunächst habe die Stadt eine interne Lösung geprüft, inzwischen sei man mit der Caritas und der Diakonie als möglichen Trägern in Kontakt. "Vielleicht schaffen wir es in diesem Schuljahr noch, aber ich will nichts versprechen", sagte Schmid.

Die Übergangsklasse gibt es seit diesem Schuljahr, Klassenleiterin ist Isabella Arnusch. "Frau Arnusch arbeitet wirklich am Limit", sagte Sottek. "Wir brauchen die im Dezember genehmigte sozialpädagogische Kraft dringendst." Stadtrat Reinhard Babiak (SPD) hakte nach, weshalb es in der Lehrerschaft der Schule so viele krankheitsbedingte Ausfälle gebe. Für Sottek liegt dies an der hohen Belastung der Lehrer. "Wenn man beobachtet, wie es da abgeht, wundert man sich nicht, dass die Lehrkräfte manchmal fertig sind. Fix und fertig." Nicht umsonst habe man eine zweite Kraft für die Jugendsozialarbeit an Schulen beantragt, so Sottek.

Europäischer Sozialfonds fördert die Klasse

Die Aufstockung der JAS ist zwar aktuell vom Tisch. Für einen Sozialpädagogen für die Übergangsklasse hat der Haupt- und Finanzausschuss nun aber den Weg für ein weiteres Schuljahr frei gemacht. Die Ganztagsklasse soll es auch im Schuljahr 2015/2016 geben, die Gesamtkosten dafür belaufen sich auf 26.000 Euro. 21.000 Euro entfallen auf das sozialpädagogische Personal, 5000 Euro muss die Stadt der Regierung von Oberbayern im Zuge der kommunalen Mitfinanzierung zahlen. Die Kosten sind mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds komplett gedeckt, der Übergangsklassen mit maximal 26.500 Euro fördert.

Damit es die Klasse tatsächlich auch im kommenden Schuljahr geben wir, bedarf es einer Genehmigung des Kultusministeriums. Die Stadt wird nun einen entsprechenden Antrag stellen. Auch wenn Waldkraiburg noch immer keinen Sozialpädagogen gefunden hat, wird sie die Übergangsklasse nicht verlieren. Schmid erklärte auf Nachfrage von Sottek, dass man bei der Regierung die Situation der Stadt kenne und deshalb keine Gefahr bestehe, dass der Schule die Übergangsklasse weggenommen werde.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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