An der Bahnhofstraße

Große Vorhaben: Diese neuen Einkaufsmöglichkeiten sollen entstehen

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Hier soll der neue Lebensmittelmarkt entstehen.
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Waldkraiburg - Der Stadtentwicklungsausschuss sprach sich in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich für Änderung des Flächennutzungs- und des Bebauungsplans für einen Teilbereich zwischen der Kraiburger Straße (ST 2352), Bahnhofstraße (Mü 20) und der Staatsstraße 2091. Damit ist ein erster Schritt für die dort geplante Errichtung eines Lebensmittelmarktes sowie mehrerer weiterer Geschäfte getan. 

Ein Unternehmen plant im Bereich von Bahnhofsstraße, Kraiburgerstraße und St2091 einen Lebensmittel-Vollsortimenter zu errichten. Dieser soll eine Größenordnung von etwa 2200 Quadratmetern Verkaufsfläche umfassen. Dazu soll es etwa 140 bis 150 Parkplätze geben.  In unmittelbarer Nähe befinden sich bereits Supermärkte von Aldi und Penny, ein Fristo Getränkemarkt, ein Rossmann und der "Mister+Lady"-Jeans-Laden, sowie eine Total-Tankstelle. 

"Die geplanten Ausmaße würden die Grenzen einer Großflächigkeit von 800 Quadratmetern deutlich übersteigen", so die Stadtverwaltung. Daher wurde die städtebauliche Verträglichkeit sowie die Übereinstimmung mit den landesplanerischen Zielen zur Steuerung des großflächigen Einzelhandels des Landes Bayern in einem Gutachten überprüft.

Worst-Case-Szenarien angenommen

"Nach entsprechenden Festlegungen der Verordnung über die bauliche Nutzung der Grundstücke sind Einzelhandelsbetriebe dann als großflächig zu bezeichnen, wenn sie eine Geschossfläche von 1.200 Quadratmetern überschreiten", so die Stadtverwaltung, "ab dieser Grenze besteht die Vermutung, dass schädliche Auswirkungen der Ansiedlung, beispielsweise auf die Versorgung der Bevölkerung im Einzugsbereich oder auf die Entwicklung zentraler Versorgungsbereiche der Gemeinde oder anderer Gemeinden nicht mehr ausgeschlossen werden können."

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Nach aktueller Rechtsprechung würden 1.200 Quadratmeter Geschossfläche 800 Quadratmeter Verkaufsfläche entsprechen. "Der geplante Supermarkt soll über eine Verkaufsfläche von etwa 2.200 Quadratmetern verfügen und stellt damit einen großflächigen Einzelhandelsbetrieb dar." Die Vermutung negativer Auswirkungen sei widerlegbar, bei der rechtlichen Beurteilung der Schädlichkeit von Umsatzumlenkungen habe sich hierbei in der Praxis ein Grenzwert von zehn Prozent Umsatzverlust in anderen Zentren etabliert. Dieser Grenzwert wird jedoch vielfach auch kritisch betrachtet.

Die Pläne für die weiteren Geschäfte an der Bahnhofstraße

Zur Ermittlung der Auswirkungen des Vorhabens wurde kontinuierlich ein Worst-Case-Szenario verfolgt, wie die Stadtverwaltung betont. Das Gutachten kam zu dem Schluss, dass die vorgeschriebenen beziehungsweise etablierten Grenzwerte der Kaufkraftabschöpfung beziehungsweise Umsatzumlenkung nicht überschritten würden. "Sie werden im Gegenteil sogar deutlich unterschritten." Unter Berücksichtigung dieser Maßgaben sei das Vorhaben also als städtebaulich und raumordnerisch verträglich einzustufen.

Weiterhin sollen an der Bahnhofstraße noch drei weitere Verkaufsgebäude entstehen:

  • Ein zweigeschössiger Bau mit 1000 Quadratmeter Grund- und 800 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie ein Gebäude mit 600 Quadratmetern Grundfläche. Diese sollen einen kleinen Baumarkt, einen Getränkemarkt, ein Geschäft für Tierzubehör und Tiernahrung sowie ein Autohaus und einen Laden für Autoteile beinhalten.
  • Außerdem soll ein drittes Gebäude mit 300 Quadratmetern Grundfläche entstehen, dass als Lagerhalle für einen Landschafts- und Gartenbaubetrieb dienen soll. 
Auch hier kommt das Gutachten zu dem Schluss, dass eine Gefährdung des innstädtischen Standorts beziehungsweise des innerstädtischen Einzelhandels durch das skizzierte Projektvorhaben nicht zu erwarten sei. Grund sei, dass das Vorhaben "Sortimente des sonstigen Bedarfs" beträfe, die keine oder nur eine sehr geringe Relevanz für die innerstädtischen Versorgungsstrukturen von Waldkraiburg hätten. "Es handelt sich bei den formulierten Nutzungen um Angebote wie beispielsweise Baumarktartikel, Zooartikel, Tiere oder Autoteile und Autozubehör die üblicherweise großflächigen Fachmärkten zuzuordnen sind." Daneben würden wirtschaftliche Funktionen vorgesehen, die nicht dem Einzelhandel, sondern anderen Wirtschaftszweigen zuzuordnen seien.

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