Dauerbaustelle am Stockhamer Berg

Kreisverkehr wird erst im Dezember fertig

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Beim Spatenstich Ende Juni herrschte noch Optimismus, dass der Kreisverkehr im November fertiggestellt ist. Bürgermeister Robert Pötzsch sprach konkret von "Anfang, Mitte November"
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Waldkraiburg - Der Kreisverkehr am Stockhamer Berg wird zu einem großen Ärgernis. Die Kosten sind deutlich gestiegen, die Fertigstellung verzögert sich. Die gute Nachricht:

Der Bau des Kreisverkehrs am Stockhamer Berg war ein lange ersehntes Projekt. Zugleich war von vornherein klar, dass das Vorhaben von den Autofahrern viel Geduld erfordern würde. Doch immerhin sollte der Bau bis Anfang oder Mitte November abgeschlossen sein und auch die Kosten für die Stadt sollten sich dank einer hohen Beteiligung des Freistaats in Grenzen halten. Im Bauausschuss am Mittwochabend erläuterte nun Walter Hansel vom zuständigen Ingenieurbüro, warum es deutlich teurer wird.

Kosten steigen auf rund 1,3 Millionen Euro

Besonders gravierend ist, dass weit mehr belasteter Boden entsorgt werden muss als angenommen. Allein dadurch steigen die Kosten um 127.000 Euro. Außerdem muss bei der Entwässerung nachgebessert werden. Zusätzliche Sickerschächte, die noch dazu relativ tief sein müssen (laut Hansel bis zu sechs Meter), schlagen mit insgesamt gut 60.000 Euro zu Buche. Hinzu kommen weitere Maßnahme, wie die Verlegung der Gashochdruckleitung, die Versetzung einer Ampel und die Erweiterung der Winkelstützmauern entlang eines Gehwegs. Die Gesamtkosten des Kreisverkehrs steigen so auf rund 1,3 Millionen Euro. Einen Teil der Mehrkosten, 170.300 Euro, hatte Bürgermeister Robert Pötzsch bereits Mitte Oktober über eine dringliche Anordnung abgesegnet, um die Baumaßnahme nicht weiter zu verzögern.

"Ich verstehe die Welt nicht mehr, was bei uns abgeht"

Die Mehrkosten scheinen unumgänglich, schließlich wird schon längst gebaut, und der Kreisverkehr soll ja fertig werden. Begeistert waren die Mitglieder des Bauausschusses aber freilich nicht. "Das ist typisch für Waldkraiburg", ärgerte sich Konrad Ledig (CSU). "Das Kind ist in den Brunnen gefallen und jetzt müssen wir es rausholen. (...) Ich verstehe die Welt nicht mehr, was bei uns abgeht." Sein Fraktionskollege Rainer Zwislsperger betonte, dass er den Änderungen - und damit den Mehrkosten - zustimmen wird, stellte aber klar, dass auch ihm "die Worte fehlen".

Margit Roller (CSU) äußerte Zweifel daran, dass man die Mehrkosten nicht hatte vorhersehen können. "Das sind doch reine Planungsfehler", sagte Roller und forderte: "Die Haftungsfrage ist zu prüfen." Done Brunnhuber (UWG) äußerte sich schmallippig: "Ich wollte zu diesen Mehrkosten auch noch was sagen, aber da fehlen mir einfach die Spucke und die Worte."

Knoll: Man hätte Kosten nur früher gekannt

"Dass man sich maßlos ärgern kann, ist gar keine Frage", sagte Andreas Knoll (SPD). Zugleich bezweifelte Knoll aber, dass man jemanden haftbar machen könnte. Die Kosten hätte es so oder so gegeben - man hätte sie nur früher gekannt, so die Argumentation Knolls. Die Frage wäre für Knoll dann gewesen: "Machen wir es oder machen wir es nicht?"

Tatsächlich betonte Hansel, dass man etwa bei der Entwässerung nicht ahnen konnte, welche Maßnahmen nötig sein würden. Vereinfacht gesagt läuft das gesamte Wasser derzeit in einen einzelnen Sickerschacht auf einem Privatgrundstück. Auf den Unterlagen war dies offenbar nicht zu erkennen und, wie Hansel auf Nachfrage sagte, wäre dies auch bei einer Ortsbesichtigung nicht ersichtlich gewesen. Der Anwohner selbst hat die Planer letztlich auf die Situation aufmerksam gemacht.

Zuschuss für fast alle Mehrkosten?

Die gute Nachricht ist, dass die Stadt darauf hoffen kann, auch bezüglich der Mehrkosten eine Förderung zu erhalten. Der Eigenanteil der Stadt läge dann bei gut 260.000 Euro. Ursprünglich hätte die Stadt rund 200.000 Euro selbst stemmen müssen. Roller meldete zwar Zweifel an, dass die Stadt tatsächlich weitere Zuschüsse bekommt. Gerhard Oswald von der Stadtverwaltung betonte aber, dass er davon ausgehe, dass fast alle aufgeführten Zahlen zuwendungsfähige Kosten seien. "Die Regierung unterstützt uns da sehr wohlwollend", so Oswald. Der Ausschuss stimmte letztlich einstimmig für die Änderungen bei der Baumaßnahme.

Während die Stadt, die Regierung und auch der Landkreis, der seinen Anteil den Berechnungen zufolge auf knapp 150.000 Euro erhöht, Geld in die Hand nehmen müssen, brauchen die Autofahrer weiter Geduld. Die Kreuzung soll zum 15. Dezember für den Verkehr freigegeben werden. Aus Witterungsgründen werden da aber noch die Asphaltdeckenschickt, die dauerhafte Fahrbahnmarkierung und die Ansaaten fehlen.

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