Informationsveranstaltung am Montag

Konzept für „Ur-Erlebnisweg Ebing“ vorgestellt

+
Viele kritische Fragen bei der Vorstellung des "Ur-Erlebnisweg Ebing" und des zugehörigen Verkehrskonzepts

Waldkraiburg - Am Montagabend fand eine Informationsveranstaltung über den geplanten Erlebnispfad zum Ebinger Ur-Elefanten statt. Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG Waldkraiburg) konnte dazu neben Planern von der österreichischen Agentur Pronatour rund 40 Interessierte im Waldkraiburger Haus der Kultur begrüßen.

Lediglich verwitterte und nicht mehr zeitgemäße Informationstafeln weisen heute noch auf den historischen Ort hin, an dem Angler vor 40 Jahren zufällig einen Sensationsfund machten: ein 10 Millionen Jahre altes Skelett eines „Ur-Elefanten“, das heute die Hauptattraktion im paläontologischen Museum in München ist. Ein Konzept, wie man dem Ort, an dem auch noch andere paläontologische Funde gemacht wurden, künftig mehr Geltung geben kann, wurde nun der Öffentlichkeit präsentiert. 


Infoveranstaltung über geplanten Erlebnisweg Ebing

 © pbj
 © pbj
 © pbj
 © pbj
 © pbj
 © pbj
 © pbj
 © pbj
 © pbj
 © pbj

Demzufolge rechnet Werner Stark von der österreichischen Firma Pronatour mit fünf- bis zehntausend Besuchern, wie Schulklassen, die dort mit Bussen hinkommen sollen. Dafür hatten viele der Anwesenden kein Verständnis: schon jetzt sei die Verkehrssituation in vielerlei Hinsicht zu schwierig. Nicht zuletzt deswegen werden aktuell auch etwa die Hälfte der Gesamtkosten von rund 750.000 Euro für die Errichtung des Parkplatzes und die Veränderungen an der Zufahrtsstraße eingeplant. 


„Man kann da nicht einfach ein Schild mit Tempo 30 hinstellen!“, erklärt Carsten Schwunck von der Stadtentwicklung Waldkraiburg die Maßnahmen, wie zwei Verkehrsinseln und elektronische Tempowarner. Auch soll im Wald, an einer Stelle wo die Bäume wegen Borkenkäferbefall sowieso schon gefällt werden musste, nun ein Parkplatz mit WLAN-Hotspot entstehen.

Pädagogischer Naturlehrpfad, nicht nur über den Ur-Elefanten

Dort soll dann der rund 1,2 Kilometer lange Erlebnispfad beginnen und enden soll. „Eine App könnte die Besucher auf eine interaktive Schatzsuche führen!“, erklärt Werner Stark von der österreichischen Planungs-Agentur, der auf mehr als 100 erfolgreiche Referenzprojekte im Alpenraum verweist. 

Doch auch ohne Smartphones erhalten die Besucher auf 14 kindgerechten und interaktiven Informationstafeln aus Holz spannende Informationen. Nicht nur über den Urelefanten selbst, sondern auch auf Geschichte, sowie Flora und Fauna im Allgemeinen soll der Lehrpfad pädagogisch eingehen: verschiedene Tierspuren im Innsand entdecken, etwas über die Ökologie in der Urzeit erfahren, die Stimmen des Waldes unterscheiden oder verschiedene Düfte des Urwaldes erschnüffeln. 

Ergänzt wird das Ganze durch einen großen Themenspielplatz bei der Ebinger Alm. „Das wäre ein großer Mehrwert für unsere ganze Region!“, erklärt Mühldorfs Bürgermeisterin Marianne Zollner.

Rund 400.000 Euro Förderung für den Waldkraiburger Ortsteil Ebing möglich

Mindestens die Hälfte der Kosten sollen laut Werner Stark vom Freistaat und der EU gefördert werden. Die restlichen und die laufenden Kosten, welche mit rund 22.000 Euro pro Jahr angesetzt sind, würden sich die Kreisstadt und die Stadt Waldkraiburg dann künftig je zur Hälfte teilen. Letztere entstünden bei der Instandhaltung und der Reinigung des Pfades, die sowieso die Sorge der Anwohner ist: „Da passiert doch aktuell nur dann was, wenn wir Bescheid geben!“, klagt Anwohnerin Monika Rüdig.

App, Bücher und Forscherutensilien: Wissen für die Kinder spannend machen

Sofern die Ebinger Bürger hinter der Sache stehen, freut sich auch schon der Tourismusverband Inn- Salzach darauf, das Projekt überregional bewerben zu dürfen: „Aus wissenschaftlicher Sicht ist das Siegsdorfer Mammut dagegen unbedeutend“, meint Geschäftsführerin Andrea Streiter. Einkünfte könnten dem Konzept zufolge beispielsweise über Rucksäcke oder T-Shirts mit dem Aufdruck eines Ur-Elefanten erzielt werden. Auch viele andere Souvenirs sind vorgesehen, wie ein Geschichtenbuch oder Malbücher. Umrahmt werden soll das Ganze von regelmäßigen Themenveranstaltungen in der Ebinger Alm, wo es dann unter Anderem „Schnitzel, so groß wie Elefantenohren“ und „Hauer- Pommes“ geben soll. In den Stadträten von Waldkraiburg und Mühldorf wird noch im Oktober über das Projekt entschieden. Sollte es dort abgelehnt werden, bliebe Waldkraiburg wohl nicht nur auf den Kosten für das Konzept sitzen, sondern müsste auch die Renovierung und Instandhaltung des geschichtsträchtigen Ortes alleine stemmen.

pbj

Kommentare