Ausstellung im Haus der Kultur

Ein Kanal entsteht: Der Bau des Innkanals 1919 bis 1923 zwischen Fraham, Pürten und Ebing

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Kanalbett bei Rausching, 1922

Waldkraiburg - Seit 100 Jahren gibt es den Innkanal. Die meisten Menschen machen sich, wenn sie das Bauwerk überqueren oder an ihm gemütlich spazieren gehen, wohl selten Gedanken, wann und warum der Kanal entstand und was das für die Region bedeutete. Stadtarchiv und Stadtmuseum Waldkraiburg wollen diesen Fragen nun in einer Ausstellung im Haus der Kultur nachgehen.

Pressemeldung im Wortlaut:

Neben den faszinierenden technischen Fakten rund um die damalige Großbaustelle widmet sich die Ausstellung besonders intensiv den weitreichenden Auswirkungen des Kanalbaus auf die Bevölkerung in den Orten zwischen Fraham, Pürten und Ebing. Sie zeigt auf, welche Schwierigkeiten bestanden, aber auch welche positiven Veränderungen der Kanalbau vor hundert Jahren in die Region brachte.

Die größte Baustelle Europas

Tatsächlich waren während der Bauzeit fast 7.000 Männer auf dem Gelände zwischen Jettenbach und Töging beschäftigt. 43 große Abraum-Bagger und 115 Werkslokomotiven mit ihren 2.300 Loren bewegten gewaltige Erdmassen. So entstand hier die damals größte Baustelle Europas. Tausende Arbeiter, die nicht selten auch ihre Familien mitbrachten, mussten untergebracht und versorgt werden. Bei den Bauarbeiten lauerten viele Gefahren – vom Abrutschen eines Kieshangs beim Aushub bis hin zu Unglücken mit schwerem Gerät.

Weitreichende landschaftliche Veränderungen

Aber auch für die Bevölkerung vor Ort wurde mit dem Innkanalbau vieles anders, und mancher Aspekt des alltäglichen Lebens musste neu geregelt werden. Das betraf vor allem das Miteinander von Einheimischen und Fremden, von Bauern und Arbeitern aber auch von angestammten Katholiken und zugewanderten evangelischen Familien. Auch dielandschaftlichen Einschnitte waren beträchtlich und führten zu deutlichen Veränderungen: Fußwege wurden vom Kanalbau durchschnitten, Äcker verschwanden und neue Hügel wurden aufgehäuft. Eingetretene Pfade, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne, mussten verlassen und neue Wege gefunden werden.

Die Ausstellung wird amInternationalen Museumstag, Sonntag, den 19. Mai 2019 um 15 Uhr eröffnet und ist bis Sonntag, den 28. Juli zu sehen. Gezeigt werden historische Fotografien, Pläne und Dokumente sowie ein Film vom Kanalbau aus den 1920er Jahren.Der Eintritt zur Ausstellung sowie zu den zahlreichen Begleitveranstaltungen ist frei.

Öffnungszeiten: Mo-Di 12 – 17 Uhr und Sa/So 14 – 17 Uhr 30. Mai, 10. Juni und 20. Juni geschlossen. 

www.museum-waldkraiburg.de

Pressemeldung des Stadtmuseum Waldkraiburg

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