Infoabend zur Post in Waldkraiburg

"Das ist eine spannende Symbiose, die gut funktionieren kann!"

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Waldkraiburg - Der Bund der Selbständigen veranstaltete am Dienstag im Haus der Kultur im Vortragsraum einen Infoabend zur Post in Waldkraiburg. Dabei wurden einige Fragen beantwortet.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die bisherige Postfiliale am Berliner Platz beendet am Samstag, den 25.06. ihren Betrieb.
  • Die Deutsche Post wird zum 28. Juni 2016 eine Filiale in der Firma Zeiller (Elektrohandel) in der Siemensstraße 1 einrichten.
  • Dort werden, außer der Finanzberatung, alle Dienstleistungen von Post und Postbank angeboten werden.
  • Zudem werden sich die Öffnungszeiten dort nach jenen des Elektrohandels richten.
  • Vertreter der Post betonten, der Betrieb sei nicht wegen der zu geringen Nachfrage nach den Angeboten der Post eingestellt worden.
  • Die Filiale sei von der Postbank betrieben worden, diese habe auch die Entscheidung zur Schließung getroffen.

So war der Infoabend im Haus der Kultur

"Die Post schließt ihre Filiale, für manch einen bedeutet das einen schweren Schlag", räumte Andreas Holzapfel vom Bund der Selbständigen gleich zu Beginn der Veranstaltung ein. Denn für nicht wenige Leute würde eine selbständige Postfiliale zum Bild einer Stadt dazugehören. "Ich selber bin vor einer Weile aus allen Wolken gefallen, als die Post mal für zwei Tage zu hatte", erinnerte er an eine überraschende Schließung der Filiale für einige Tage im Februar. Dies habe gezeigt, wie wichtig eine funktionierende Post für die Stadt sei. 

Er wies sogleich auch darauf hin, dass das neue Modell nicht schlechter sein müsse als das bestehende, im Gegenteil:"Das ist eine spannende Symbiose, die gut funktionieren kann!" Die Deutsche Post wird zum 28. Juni 2016 eine Filiale in der Firma Zeiller in der Siemensstraße 1 einrichten. 

Längere Öffnungszeiten ein Vorteil

Auch Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) erinnerte noch einmal an die große Aufregung durch die Nachricht von der Schließung. Er betonte auch, dass er nicht ganz glücklich mit der Öffentlichkeitsarbeit der Post gewesen sei. "Zuerst hieß es, dass erste Meldungen von einer Schließung nicht zutreffend seien. Dann musste ich aus den Medien erfahren, dass die Filiale doch geschlossen wird", erklärte er. Er lobte jedoch ausdrücklich die Zusammenarbeit mit der Post bei der Suche nach einem neuen Standort. 

Die bestehende Postfiliale in einem EDEKA-Supermarkt zeige bereits, dass so ein Modell gut funktionieren könne. Pötzsch nannte außerdem eine Reihe von Vorteilen, wie das die Öffnungszeiten der neuen Postfiliale nun sehr viel kundenfreundlicher seien, da sich diese nun nach dem Elektrohandel richten würden. Außerdem würden alle Dienstleistungen, auch der Postbank, bis auf die Finanzberatung bestehen bleiben. Die Gefahr eines dauerhaften Leerstandes am Berliner Platz sehe er außerdem nicht. "Das ist eine Spitzenlage, für die sich garantiert bald Investoren interessieren werden!"

Entscheidung ging von der Postbank aus

Schließlich kam die Post selbst in der Person von  Norbert Dorn, dem Leiter des Landshuter Direktmarketing-Centers zu Wort. An ihn wurde sogleich aus dem Publikum die Frage gerichtet, warum die Filiale denn nun geschlossen würde. Gerd Hilger, selbst ein ehemaliger Pressesprecher der Post, wies darauf hin, dass unbedingt klar gestellt werden müsse, dass die Schließung nicht auf Grund einer zu geringen Nachfrage nach den Angeboten der Post geschehe. "Diese sind sehr gut nachgefragt!"

Dorn räumte sogleich ein, dass diese Entscheidung von der Postbank, nicht der Post selbst ausging. "Sie müssen dazu zunächst einmal wissen, dass es in ganz Deutschland nur noch zwei Postfilialen gibt, welche die Post selbst betreibt! Die eine befindet sich im Bundestag, die andere in unserer Zentrale", erklärte er. Alle anderen Filialen seien inzwischen gemeinsam mit Partnern betrieben, etwa auch der Postbank. In diesem Fall nun habe die Postbank beschlossen, die Filiale auf Grund einer zu geringen Nachfrage nach ihren Finanzdienstleistungen zu schließen.

Ausführliche Fachvorträge

Der Abend ging dann zunächst zum eigentlichen Programm über. Dorn stellte in einem ausführlichen Vortrag die verschiedenen Dienstleistungen der Post, von Möglichkeiten zu einem direkteren Marketing bis hin zu E-Post-Lösungen für Unternehmen vor. Dies stieß bei den anwesenden Geschäftsleuten auf reges Interesse. 

Im Anschluss tauchte Rechtsanwalt Udo Kesselgruber in die rechtlichen Aspekte der elektronischen Post ein und Andreas Holzapfel erklärte das Thema „elektronische Rechnungen – Anforderungen der Finanzverwaltung“.

Enorme Vorteile der neuen Filiale

Schließlich meldete sich im Fragenteil noch einmal Gerd Hilger zu Wort. "Das waren nun zweifellos spannende Fachvorträge, aber bei manchen Anwesenden und Außenstehenden könnte im Vorfeld der Eindruck entstanden sein, dass es hier heute vor allem um die Schließung der Filiale gehen würde." Er betonte daher noch einmal, dass die neue Filiale im Elektrohandel der Firma Zeiler ein mehr als angemessener Ersatz sei. Wie bereits betont biete sie auf Grund der erweiterten Öffnungszeiten sogar enorme Vorteile."Das kann so gut laufen, wie beispielsweise in Altötting", betonte er.

Der Inhaber des Geschäfts selbst meldeten sich auch zu Wort: "Wir sind da teilweise selbst noch im Lernprozess. Aber wir haben unser Personal von der Post selbst schulen lassen und sind uns sicher, dass wir einen guten Start schaffen werden!" Auf Nachfrage eines Bürgers konnten sie mitteilen, dass derzeit noch an einer Lösung für die Inhaber von Schließfächern gearbeitet würde. 

Vor allem aber konnten sowohl sie als auch die anwesenden Vertreter der Post betonen, dass sich an Abholungs- und Lieferungszeiten der Post definitiv nichts ändern würde. "Das läuft alles nach dem bisherigen System über unsere lokale Zentrale in Landshut", betonte Dorn. Auch Pakete, die nicht zugestellt werden konnte, kann man dann in der neuen Filiale abholen.

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