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Heilpädagogische Tagesstätte nun östlich des alten Bahnhofs?

"Müssen den veränderten Standort intern neu bewerten"

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Der alte Bahnhof in Waldkraiburg.

Waldkraiburg - Kürzlich wurde bekannt, dass wegen einer EU-Verordnung nun doch nichts aus den Plänen für das Areal des Alten Bahnhofs wird. Nun wird eine Realisierung der Heilpädagogischen Tagesstätte östlich des Areals erwogen.

"Das Franziskushaus Au am Inn und somit auch ihr Rechtsträger, die Kongregation der Franziskanerinnen steht nach der doch sehr überraschenden Wendung bei dem bisher anvisierten Gelände vor einer neuen Situation", erklärte auf Nachfrage unserer Redaktion Alois Haslberger, der Geschäftsführer des Franziskushauses.  "Wir müssen den veränderten Standort und somit auch die neue Ausgangslange zunächst intern neu bewerten", so Hasllberger. "In der Folge haben wir natürlich auch zu klären, ob von den Genehmigungsbehörden, insbesondere von unserer Aufsichtsbehörde und unserem Kostenträger Zustimmungen in Aussicht gestellt werden." Dieser Entscheidungsprozess würde sicherlich noch viele Wochen beanspruchen.

Die Seveso III-Richtlinie machte vor kurzem den bisherigen Plänen für das Areal des Alten Bahnhofs ein Ende. Diese fordert für sogenannte Störfallbetriebe, in denen mit Gefahrstoffen umgegangen wird, einen angemessenen Abstand zu schutzwürdigen Nutzungen, um schwere Folgen von Unfällen zu vermeiden. Unter "schutzwürdigen Nutzungen" sind beispielsweise Wohngebiete, Kinder- und Senioreneinrichtungen oder auch Einzelhandelsunternehmen mit hohem Kundenzustrom zu verstehen. Bei bestehenden Bauten greift der Bestandsschutz, sofern keine bestimmten Änderungen vorgenommen werden. Zwei Waldkraiburger Unternehmen, die NIGU Chemie GmbH und die Addivant Germany GmbH lassen deshalb derzeit vom TÜV ein sogenanntes Abstandsgutachten erstellen. Der notwendige Radius, in dem keine schutzwürdigen Nutzungen mehr zulässig sind, beträgt etwa 190 Meter um die NIGU und 250 um die Addivant GmbH. 

Konzept für Bahnhofs-Areal erledigt

Ein Konzept der Stadtbau, das sich noch in einer frühen Phase befand, sah eine umfangreiche Nutzung vor. Demnach hätte das Bahnhofsgebäude saniert und das Erdgeschoss für eine Gastwirtschaft sowie das Obergeschoss für Wohnungen und geeignetes Gewerbe genutzt werden können. Außerdem sollte westlich davon die Heilpädagogische Tagesstätte für das Franziskushaus Au als Neubau realisiert werden. Daneben hätte auch ein weiteres Haus der Vereine als Ersatz für den "Freiraum 36" an der Aussiger Straße, sowie ein Gebäude für die Caritas und außerdem Labor- und Büroflächen für das geplante Technologietransferzentrum als Teil des Konzepts entstehen sollen.

Für das Bahnhofsareal gibt es derzeit noch keine neuen Pläne. Für die Heilpädagogische Tagesstätte kam ins Gespräch, diese auf einem Grundstück östlich des Alten Bahnhofs zu realisieren, welches sich nicht in dem betroffenen Gebiet befindet. Ende der vergangenen Woche fanden dazu Gespräche mit dem betroffenen Grundstückseigentümer statt. Die Stadtbau war zunächst noch als Vermittler tätig, ist nun aber nicht mehr an den Planungen beteiligt. Dies teilte Stadtbau-Geschäftsführer Götz Kessler auf Nachfrage unserer Redaktion mit. 

Schon seit Jahren Suche nach neuer Nutzungsmöglichkeit 

Ein, inzwischen verworfener, Vorentwurf für Pläne, den Alten Bahnhof für eine Heilpädagogische Tagesstätte zu nutzen.

Schon seit dem Erwerb durch die Stadt 2009 wird nach einem Verwendungszweck für das Gebäude und Areal des Alten Bahnhofs gesucht. Diverse andere Projekte, wie ein Hotel oder Restaurant, wurden immer wieder verworfen. In der Regel waren die, gegenüber vergleichbaren Neubauten, höheren Sanierungskosten dafür verantwortlich. Das grundlegende Konzept für die Nutzung als Heilpädagogische Tagesstätte der Franziskanerinnen war dann bereits im Dezember 2016 beschlossen worden. Danach war es dann eine Weile lang ruhig um das Thema geworden. UWG-Stadtrat Michael Steindl hatte dann Anfang März, am Rande der Sondersitzung des Stadtrats zum Bürger- und Ratsentscheid zum Waldbad, noch einmal darauf aufmerksam gemacht.

Der Stadtrat beschloss dann in seiner regulären Sitzung Ende März einstimmig, die Stadtbau zu beauftragen, das Empfangsgebäude des alten Bahnhofs gemäß der bisherigen Vorplanung zu sanieren und erweitern. Die Finanzierung sollte durch einen langfristigen Mietvertrag erfolgen. Dieser sollte vorerst für zehn Jahre abgeschlossen werden. Ein Gesamtkonzept für die restliche Fläche des Bahnhofsgeländes sollte bis Ende 2018 erarbeitet werden. Anfang April gab es dann aber eine überraschende Wendung. Denn es stellte sich heraus, dass der Leitung des Franziskushauses Au schon Wochen vor der Stadtratsentscheidung mitgeteilt worden war, dass die Pläne für die Heilpädagogische Tagesstätte nicht mehr weiter verfolgt werden würden und diese deshalb bereits Alternativpläne verfolgte. In der Folge wurden Gespräche zwischen Stadt und Franziskushaus aufgenommen.