Flüchtlingshelfern gedankt

Günther Knoblauch: "Das ist Ihr Abend"

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Waldkraiburgs 2. Bürgermeister Richard Fischer begrüßte seine SPD Parteikollegen aus dem Landtag.
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Waldkraiburg - Was der Unterschied zwischen einem Türken und Franken ist? Bei Arif Tasdelen gibt es keine eindeutige Antwort zu diesem Witz: Deutsch-Franke mit Migrations-Hintergrund?

„Das ist Ihr Abend!“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch vor rund 100 Haupt- und ehrenamtlichen Helfern in punkto Flüchtlingskrise aus dem Landkreis Mühldorf am Freitagabend in Waldkraiburg. Die SPD-Landtagsfraktion hat diesen Abend spendiert. Es sollte ein Zeichen sein: Eine Lokalrunde für alle, die sich unermüdlich einsetzen - mit Essen und Getränken frei in der Kantine des BFZ Peters. „Ein herzliches Vergelt´s Gott Ihnen allen!“. Freilich gab es auch Ansprachen aber das gehört gerade bei diesem Thema wohl dazu.

Besonderer Gastredner

Die Kantine des BFZ Peters in Waldkraiburg. Hier gabs die Lokalrunde für die Flüchtlingshelfer

Wenn es darum geht, die Wichtigkeit von Begegnungen, dem„miteinander Sprechen“ oder dem „aufeinander Zugehen“ zu erklären, dann klingt das mittlerweile schon fast gebetsmühlenartig. Wohl deswegen hat Günther Knoblauch einen besonderen Redner eingeladen: Arif Tasdelen

Thema "Begegnungen" - ganz persönlich

Er ist der erste türkisch-stämmige Politiker, der den Sprung in den Bayerischen Landtag geschafft hat und heute Migrations-politischer Sprecher der SPD-Fraktion. Hatte Günther Knoblauch schon mit einem Vergleich zwischen Biberbeauftragen und Beauftragten für Menschen im Ehrenamt und dem Missverhältnis zugunsten der Biber vorgelegt, rollte Tasdelen das Thema „Begegnungen - die Chancen in der Asylpolitik“ ganz persönlich auf:

"Mit diesem Namen ist es schwierig"

Gastredner Arif Tasdelen

Im Wahlkreis Nürnberg-Nord war der Politiker mit Migrations-Hintergrund zur Landtagswahl in Bayern angetreten. 14.000 Erst- und 4.000 Zweitstimmen waren es zuletzt für einen Kandidaten der SPD in diesem Wahlkreis. Selbst inner-parteilich hätte es Zweifel gegeben an seiner Kandidatur, so Tasdelen. „Mit diesem Namen wird es schwierig. Auch ich habe das vermutet“. Ergebnis: 28.000 Erst- und 8.500 Zweitstimmen hat er, hat die SPD in seinem Wahkreis geholt und Tasdelen sitzt damit jetzt im Landtag.

Die Sprache ist so wichtig

Mit seinem Migrations-Hintergrund sprach Tasdelen von seiner Kindheit, seinen Erfahrungen und Erkenntnissen. Die wohl wichtigste:„Die Sprache ist so wichtig!“. Tasdelen arbeitete bei der Bundesagentur für Arbeit. Dort habe er viel mit Aussiedlern, Asylanten, Menschen mit Migrations-Hintergrund zu tun gehabt. „Ich habe immer gewusst, dass ich diese Menschen schnell vermitteln kann, wenn sie Deutsch können“. Der migrations-politische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion forderte im Fortgang mehr Menschen mit Migrations-Hintergrund für öffentliche Ämter.

Sorge um die "Asylausgaben" von Finanzminister Söder

Rund 100 Haupt- und Ehrenamtliche Helfer waren mit dabei in der Kantine des BFZ Peters in Waldkraiburg.

Als Deutscher sehe er das Thema Asyl als Chance. „Ich kann Finanzminister Söder und seine Sorgen um die Asylausgaben einfach nicht verstehen“, erklärt Tasdelen. „Dieses Geld ist doch in Wirklichkeit in die Bayerische Wirtschaft investiert!“. Würden diese Menschen in Arbeit vermittelt, leisteten sie ganz automatisch ihren Beitrag zum Wachstum und den Sozial-Versicherungs-Systemen.

Über Biber, Bienen und Begegnungen

Günther Knoblauch (links) und Gastredner Arif Tasdelen (rechts)

Gegen Ende seiner Ausführungen griff Arif Tasdelen noch einmal das Beispiel mit dem Biberbeauftragten seines Fraktionskollegen Günther Knoblauch auf und erweiterte es um das Thema Bienensterben. „Wenn wir die Bienen so sehr brauchen, dass – wie gesagt wird – der Mensch vier Jahre nach dem Aussterben der Bienen auch von der Erde verschwindet“, sagt er, „dann kann mir niemand ernsthaft erklären, warum wir den Menschen nicht brauchen!“. Klar gebe es Vorurteile gegenüber dem Fremden und Neuen. Diese seien aber einzig und allein durch Begegnungen abzubauen, auf beiden Seiten. Freilich werde damit nicht jede Sorge ausgeräumt aber "wir dürfen die Chance, die dahinter steckt, nicht verpassen".

"Der Türke kann Deutsch"

Was den Türken vom Franken unterscheide, hat Knoblauch mit deutlichem Augenzwinkern in seinen Dankesworten an Arif Tasdelen in die Runde gefragt und fast wäre es untergegangen. Grund: Die Mikrofontechnik. „Der Türke kann Deutsch“

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