Stadt ergreift Sicherungsmaßnahmen

Tiefgarage unter Einschränkungen standsicher

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Die Tiefgarage unter dem Rathausvorplatz ist dringend sanierungsbedürftig
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Waldkraiburg - Sicherungsmaßnahmen halten den Betrieb der Rathaustiefgarage aufrecht. Trotzdem wird es auf dem Rathausvorplatz Einschränkungen geben.

Die teure Sanierung der Tiefgarage und des Rathausvorplatzes (zusammen etwa 2,7 Millionen Euro) ist für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. Damit die Tiefgarage nicht gesperrt werden muss, hat das Ingenieurbüro Berk und Partner Sicherungsmaßnahmen erarbeitet. Die Ergebnisse liegen seit Ende April vor und wurden am Mittwochabend im Waldkraiburger Bauausschuss vorgestellt.

Keine öffentlichen Veranstaltungen auf dem Vorplatz

"Die Tiefgarage ist in einem standsicheren Zustand", sagte Markus Keßner von Berk und Partner. Man müsse keine Angst haben, dass etwas einstürzt - wenn die richtige Nutzung auf dem Rathausvorplatz stattfinde. Ein großes Problem sind den Ingenieuren zufolge die Baumstämme, die als Notabstützungen in die Tiefgarage eingebaut sind. Die Baumstämme haben mittlerweile sehr tiefe Risse, wodurch Feuchtigkeit in die Stämme eingedrungen ist. Im Fußbereich haben die Ingenieure sogar Holzfäulnis festgestellt. Die betroffenen Baustämme müssen deshalb ausgetauscht werden.

Daneben gibt es auch Schäden im Stahlbeton und die Dämmung oberhalb der Tiefgarage hat sich mit Wasser vollgesogen, weshalb die Tragfähigkeit der Decke nur noch 369 Kilogramm pro Quadratmeter beträgt. Für öffentliche Veranstaltungen wäre aber eine Nutzlast von 500 Kilogramm erforderlich. Auf dem Rathausvorplatz wird es deshalb künftig keine öffentlichen Veranstaltungen geben. Diese werden also ausschließlich auf dem Stadt- und dem Sartrouvilleplatz stattfinden. "Die ganzen Veranstaltungen haben oben nichts zu suchen", betonte Bürgermeister Robert Pötzsch.

Auch die Fluchtwege machen Probleme

Geschlossene Veranstaltungen mit maximal 199 Personen - Keßner nannte exemplarische eine Hochzeitsgesellschaft, die sich auf dem Rathausvorplatz fotografieren lassen möchte - dürfen weiterhin auf dem Vorplatz stattfinden. Die dafür vorgeschriebene Nutzlast beträgt zwar 400 Kilogramm pro Quadratmeter und damit mehr, als die Decke derzeit tragen kann. Für die Ingenieure ist die Überschreitung aber noch tolerierbar. Auch der normale Fußgängerverkehr ist auf dem Vorplatz weiterhin uneingeschränkt möglich.

Ein Problem stellen aber die Fluchtwege dar. Die Mitarbeiter des Rathauses fliehen im Brandfall über den Rathausvorplatz, wofür eine Nutzlast von 500 Kilogramm pro Quadratmeter vorgeschrieben ist. Es wird deshalb ein exakter Fluchtweg markiert und die betroffenen Bereiche werden gezielt gestützt (mit Baumstämmen und Stahlrahmen), um dort die erforderliche Nutzlast zu gewährleisten. Eine weitere potenzielle Belastung der Decke ist Schnee. Dieser soll künftig in einem bestimmten Bereich zusammengeschoben werden, der ebenfalls gezielt gestützt wird.

Die Kosten für die Maßnahmen belaufen sich auf rund 30.000 Euro. Hinzu kommt, dass der Zustand der Tiefgarage künftig zweimal pro Jahr überprüft werden muss. Das kostet jährlich 4800 Euro.

Maßnahmen gegen Stolperstellen auf dem Vorplatz

Auch auf dem Vorplatz selbst wird es Maßnahmen geben. Laut Stefan Süße von der Stadt Waldkraiburg gebe es "unzählige Stolperstellen in verschiedenartiger Höhe". Es habe sogar schon Unfälle im Fußgängerverkehr gegeben. "Wir können jetzt nicht mehr wegschauen", sagte Süße. Beschädigte Plattenelemente zwischen den Pflastersteinen sollen nun durch Beton- und Kiesauffüllungen ersetzt werden.

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