Ergebnisse der Verkehrsschau

Waldkraiburg will gegen Lkw vorgehen

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Waldkraiburg - Wie alle zwei Jahre wurde wieder eine Verkehrsschau durchgeführt. Diese brachte einige Maßnahmen mit sich, wir stellen die wichtigsten Änderungen vor:

Neben den üblichen Prüfmaßnahmen sei diesmal auch extra ein Löschzug der Feuerwehr alle wichtigen Verkehrswege der Stadt abgefahren, um festzustellen wo es Verbesserungsbedarf gibt, teilte Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) einleitend in der jüngsten Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses mit. Die Durchfahrtsmöglichkeiten mit den Einsatzfahrzeugen waren zu jeder Zeit möglich. Lediglich im Kurvenbereich des Eichenweges beim Anwesen Haus-Nummer 19, Kurvenbereiche der Prießnitzstraße sowie bei den Wohnanlagen in der Franz-Schubert-Straße wurde die dringende Anordnung von Haltverboten empfohlen. "Hier kann dann schon ein kleines Auto große Probleme machen", so das Gemeindeoberhaupt. 

Auch zahlreiche andere Anpassungen wurden angeregt und überprüft. 

Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit an Schulen

Aufgrund einer Novelle der Straßenverkehrsordnung wurde geprüft und festgestellt, dass die erleichterte streckenbezogene Anordnung von Tempo 30 vor Schulen und ähnlichen Einrichtungen nicht mehr anwendbar ist. Entsprechende Markierungen von Piktogrammen im Schulbereich zur Hervorhebung werden gesondert geprüft. Diverse Maßnahmen zur Verkehrsverbesserung im Schulbereich Waldkraiburg werden bereits im Rahmen des ISEK bereits thematisiert. Daher empfahlen die Teilnehmer der Verkehrsschau, die ISEK-Planung abzuwarten und die Förderungen in Höhe von 80 Prozent für die Verkehrsplanung in Anspruch zu nehmen. Bürgermeister Robert Pötzsch und Verkehrsreferent Rainer Zwislsperger betonten, dass dies die einzig sinnvolle Vorgehensweise sei. 

Für einen sichereren Schulweg von Niederndorf ins Schulzentrum Süd wurde empfohlen, die Errichtung einer geeigneten Überquerungshilfe im Bereich zwischen Innkanalbrücke und dem Pürtener Berg weiter zu verfolgen.

Steinbrunner Berg/Peter-Parler-Straße 

Die bestehende Beschilderung des Steinbrunner Berges mit Verkehrszeichen "1,5 t" und dem Zusatz "Pkw frei" und "Lieferverkehr frei" in Verbindung der Tonnagenbeschränkung Harter Brücke mit 3,5 Tonnen ist im Zusammenhang mit der Gemeindeverbindungsstraße Harter Straße zu sehen und nicht im Zusammenhang mit der Unteren Peter-Parler-Straße als Ortsstraße. Somit ist nicht zwangsläufig eine Abstimmung der Tonnagen erforderlich. Als Sofortmaßnahme zur Gefahrenabwehr wurden am Fahrbahnrandbereich auf Talseite des Steinbrunner Berges, auf einer Länge von etwa 20 Metern, die halbseitige Sperrung des Verkehrs im betroffenen Bereich angeordnet. Die bereits bestehende Gewichtsbeschränkung wurde auf maximal 1,5 Tonnen festgesetzt. Der Einbau von Stützelementen wurde im Straßenbauprogramm 2018 aufgenommen und wird in diesem Jahr realisiert.

Umsetzung des Verkehrssicherheitsprogramms

Bis Ende 2020 müssen bei den Signalprogrammen die Schutz- und Freigabezeiten für Fußgängerquerungen sowie die Einfahrwege bei Diagonalgrün geprüft und gegebenenfalls optimiert werden. Dies war an fünf von 14 Ampeln erforderlich, die Anpassung kostete 10.400 Euro. Im Zuge der Kreisstraße MÜ13, Daimlerstraße wird bei abgeschalteter Ampelanlage ab 22 Uhr regelmäßig der Eindruck vermittelt, dass bei dieser Kreuzung Vorfahrt herrscht. Die Verlängerung der Betriebszeit auf 23 Uhr wurde daher vollzogen.

Anpassungen für Radler

Für Radfahrer gab es eine Reihe von Anpassungen. Unter anderem kam der anlässlich der Gartenschau im Jahr 1994 entstandene getrennte Geh- und Radweg der Siemensstraße/MÜ 13 zur Sprache, der schon häufig kritisiert worden ist, weil der unbefestigte Radweg im Zuge der Siemensstraße ab Eichendorffstraße bis Lúdwig-Ganghofer-Straße im Bereich der Alleebäume nur etwa 60 Zentimeter breit ist, die Granit-Abgrenzungen des Radweges zum Grünstreifen beziehungsweise zum Gehweg häufig nach Regenfällen eine gefährliche Stolperkante für Fußgänger und Radfahrer sind und die verkehrssichere Unterhaltung erheblichen Mehraufwand erfordert. Daher wird die Benutzungspflicht für Radfahrer aufgehoben. Für den Radverkehr freigegebene Gehwege sind keine Radwege im Sinne der StVO, sondern bleiben Gehwege. Radfahrer haben jedoch gegenüber dem Verkehr aus Seitenstraßen Vorfahrt. Die Flächen werden außerdem ausreichend befestigt.

Eine vom Ausschussmitglied Frieder Vielsack (UWG) angeregte Roteinfärbung bei den Straßenüberquerungen am Grünen Ring wird nicht erfolgen. Denn dort herrscht keine Bevorrechtigung von Radfahrern oder Fußgängern und es wird befürchtet, dass dies zu gegenteiligen Missverständnissen führen könnte. Verbesserungen in diesem Bereich sollen an Hand von Vorschlägen aus dem ISEK erfolgen.

Lkws im Stadtgebiet

Die Kommunale Verkehrsüberwachung wurde instruiert, regelmäßig im Stadtgebiet Waldkraiburg Kontrollen vorzunehmen und die notwendigen Verwarnungen auszusprechen. Die Polizeiinspektion sicherte zu, bei Streifenfahrten entsprechende Verwarnungen, aufgrund der bestehenden gesetzlichen Norm, zu erteilen. Seitens der Verkehrsbehörde werden Halterfeststellungen durchgeführt, der Flächennutzungsplan überprüft und die entsprechenden Fahrzeughalter angeschrieben. Nach eingehenden Beratungen wurde zur Kenntnis genommen, dass ein Lkw-Parken im Stadtgebiet Waldkraiburg nicht endgültig unterbunden werden kann.

Reihe weiterer Maßnahmen

Auch eine ganze Reihe weiterer Maßnahmen wurde beschlossen. Beispielsweise soll, da an die Bushaltestelle Tropschallee abgebaut werden, da kaum Fahrgastzahlen zu verzeichnen sind. Die Haltestelle wird dann als Parkplätze zur Verfügung stehen, soll aber für eine eventuelle Wiederverwendung erhalten bleiben. 

Außerdem wird die Kurzparkzone an der Enzianstraße im Interesse der Anwohner aufgehoben. Im Bereich des "Freiraum 36" wird sie jedoch bis auf weiteres bestehen bleiben. 

Weiterhin wurde angeregt, eine Überprüfung zur Anlegung von Längs- und Querstellplätzen am Grünen Weg beim Waldfriedhof zu veranlassen. Sobald die entsprechenden 2 Varianten geplant und mit einer Kostenschätzung vorliegen, wird gesondert über diesen Tagesordnungspunkt beraten. Derzeit wird von der Anbringung eines Haltverbots Abstand genommen.

Verkehrsschau alle zwei Jahre

Die letzte Verkehrsschau wurde Ende Januar 2015 durchgeführt. Die Straßenverkehrs-Ordnung legt fest, dass mindestens alle zwei Jahre eine Prüfung stattfinden muss, bei Straßen erheblicher Verkehrsbedeutung und an Unfallschwerpunkten mindestens alljährlich. Demzufolge war die nachfolgende Verkehrsschau im Jahre 2018 durchzuführen.

hs

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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