Elternpraktikum an der Waldkraiburger Mittelschule

„Kinder ja – aber erst später …“

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Viele wertvolle Erfahrungen sammelten die "Elternpraktikanten".

Waldkraiburg - Eine Übungseinheit im Elternsein bekamen die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule an der Dieselstraße in Waldkraiburg. Für alle Beteiligten eine interessante Erfahrung.

Zum wiederholten Male führten die Sozialpädagoginnen Bianca Ott und Carola John-Hofmann vom Gesundheitsamt Mühldorf in einer achten Klasse der Mittelschule an der Dieselstraße in Waldkraiburg ein sogenanntes „Elternpraktikum“ durch. Dabei können sich die Jugendlichen frühzeitig mit dem Thema Elternschaft auseinandersetzen. In einem Rollenspiel mit Babysimulatoren können sie authentisch erleben, was es bedeutet, Mutter oder Vater zu sein.

In der Klasse von Martina Meisinger fanden sich sieben Freiwillige, die sich vier Tage und drei Nächte rund um die Uhr um diese „fast echten“ Babys kümmerten. Sie mussten sie unter anderem wickeln, füttern, sie herumtragen, in der Nacht aufstehen und dabei noch in die Schule gehen.

Anstrengend, aber machbar

„Es ist zwar anstrengend, sich rund um die Uhr um ein Kind kümmern zu müssen, ich hatte dabei aber schon das Gefühl, dass ich es könnte. Eines ist mir klar: ich möchte zwar unbedingt Kinder, aber nicht so früh. Jetzt steht erst mal die Schule an, dann die Ausbildung und dann erst noch Geld verdienen“, so lautet das Fazit von Timurcan, einem Teilnehmer am Elternpraktikum. So und ähnlich war die Grundstimmung aller „Praktikanten“, nachdem sie ihre „Babys“ zurückgegeben hatten: strapaziös, aber auch eine schöne Erfahrung – Kinder ja, aber erst später.

„Die Schüler haben sich wirklich gut um die Simulatoren gekümmert – sie haben sich dabei auch gegenseitig unterstützt und die „Babys“ gut versorgt“ erklärt Bianca Ott. „Es ist für uns immer wieder faszinierend, wie intensiv sich die Teilnehmer auf das Rollenspiel einlassen“, führt ihre Kollegin Carola John-Hofmann fort, „daher ist es uns wichtig, das Projekt immer wieder den Schulen anzubieten, auch wenn es für uns sehr zeitaufwändig ist.“

Die gesamte Klasse profitiert davon

Denn: vorbereitet, begleitet und nachbearbeitet wird das Elternpraktikum mit mehreren intensiven Unterrichtseinheiten mit der gesamten Klasse, die die Sozialpädagoginnen durchführen. Dabei werden Themen behandelt wie Lebensplanung, Verhütung und Kinderwunsch, Schwangerschaft, aber auch was ein Kind braucht und was es kostet. Außerdem bieten die Sozialpädagoginnen während des Praktikums selbst Rufbereitschaft an, damit sie bei Problemen zur Seite stehen können, und um allgemein zu vermitteln, dass es in Ordnung ist, sich bei Schwierigkeiten Hilfe zu holen.

Fazit Frau Meisinger, Klassenleiterin der 8 GTK: „Ich bin der Meinung, das Elternpraktikum ist ein sehr gutes Programm, von dem alle Schüler lernen, nicht nur die Praktikanten selbst. Hierbei geht es nicht nur um Wissensvermittlung, sondern um viele lebenspraktische Erfahrungen, einschließlich dem Erlernen von Verantwortungsbewusstsein und selbständigem Handeln.“

Pressemitteilung des Landratsamts Mühldorf a. Inn

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