Abriss und Neubau wahrscheinlich

Zukunft des Waldbads: Das sagt die DLRG

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Ein Rettungsschwimmer des DLRG am Wellenbecken des Waldbads.
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Waldkraiburg - Nun hat sich auch der Kreisverband der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zur Zukunft des Waldbads geäußert. 

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Die Zukunft des Waldbads beschäftigt derzeit die Waldkraiburger. Am Dienstag der vergangenen Woche verfolgten fast 200 Bürgerinnen und Bürger die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, als es darum ging. Das Gremium sprach sich mit einer knappen Mehrheit für einen Abriss und Neubau des Waldbades als gemeinsames Projekt mit der Nachbargemeinde Aschau an einem neuen Standort, an der Staatsstraße zwischen Waldkraiburg und Aschau, aus.

Der Stadtrat wird nun in der kommenden Woche endgültig darüber entscheiden. Um dem zu erwartenden Zuschaueransturm zu begegnen, sollen dafür im Foyer vor dem Rathaussaal Lautsprecher aufgestellt werden, falls der Platz wieder knapp werden sollte. Allerdings steht das Projekt erst dann, wenn auch der Aschauer Gemeinderat sich am 20. Februar dafür aussprechen sollte. Am 21. Februar wird es zudem noch eine Bürgerversammlung extra nur zu diesem Thema geben.

DLRG mit dem Waldbad verbunden

Die Rettungsschwimmer der DLRG leisten seit mittlerweile fünf Jahren Wachdienst im Waldbad und sorgen mit den Stadtwerken für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Damit ermöglichen sie die häufigere Öffnung einiger Angebote, wie den Sprungturm, das Wellenbecken und die Rutsche. Zudem nutzen die ehrenamtlichen DLRG-Retter das Waldbad im Sommer für die Ausbildung der eigenen Einsatzkräfte, sowie für Schwimm- und Rettungsschwimmkurse. Dafür stehen sie auch in Zukunft zur Verfügung, wie es in einer Pressemitteilung heißt. 

Ein Schwimmkurs des DLRG im Waldbad

Im Waldbad wurden regelmäßig große Schwimmwettkämpfe ausgetragen. Auch die DLRG richtete beispielsweise die Bayerischen Meisterschaften im Rettungsschwimmen 2013 im Waldbad aus. "Es bietet hierfür sehr gute Wettkampfbedingungen." Die DLRG-Jugend Bayern sei auch in den letzten Jahren mehrfach interessiert gewesen, die Rettungswettkämpfe wieder in Waldkraiburg durchzuführen. "Leider war in der Vergangenheit das Risiko einer kurzfristigen Sperrung von Wasserflächen zu groß, weswegen die Großveranstaltung mit mehr als 1000 Teilnehmern auf andere Örtlichkeiten außerhalb der Region ausweichen musste", so der DLRG. Vor allem wegen Verkeimungen von Becken waren immer wieder Sperrungen notwendig. Da im Mühldorfer Freibad die Problematik der Lärmbelästigung der Anwohner bestehe, gäbe es in der Region aktuell kein geeignetes Bad, in dem entsprechenden Wettkämpfe ausgetragen werden könnten. "Egal ob Neubau oder Sanierung, für die regionalen Schwimmvereine und die Sportstadt Waldkraiburg ist sehr wichtig, dass das zukünftige Bad mit seinen Gegebenheiten auch als Wettkampfbad nutzbar ist", so der DLRG, "das heißt konkret: Erhalt von 8 Schwimmbahnen bei einem 50-Meter-Becken."

Lob an die Stadt

Dass sich Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) und der Stadtrat grundsätzlich für den Erhalt eines Freibads in Waldkraiburg ausgesprochen haben, sei der wichtigste Aspekt "und ein großer Gewinn für alle Bürger und Schwimmsportvereine in der Region." Dies angesichts der Tatsache, dass derzeit rund 260 Bäder in Bayern sanierungsbedürftig und davon 65 aufgrund klammer Kassen von einer Schließung bedroht sind. Manche sprechen von einem regelrechten "Bädersterben". "Gleichzeitig ist Bayern immer noch das Bundesland mit den höchsten Ertrinkungszahlen und Bäderschließungen haben einen wesentlichen Anteil an den steigenden Nichtschwimmerzahlen", so der DLRG.

"Demzufolge ist der Wille zum Erhalt eines Freibades nicht selbstverständlich und den Verantwortlichen hoch anzurechnen."

Dass die Debatte um das Waldbad häufig unter emotionalen Gesichtspunkten geführt werde, sei aufgrund der Bindung vieler Bürger zu dem Bad durchaus nachvollziehbar. "Im Sinne aller Schwimmsportvereine, Bürgerinnen und Bürger und den zukünftigen Generationen ist es für die Attraktivität und den langfristigen Erfolg des zukünftigen Bades wichtig, dass die genannten Aspekte bei der Realisierung beachtet werden", so der DLRG. Nicht zuletzt müsse auch langfristig eine Finanzierbarkeit gegeben sein.

"Insofern müssen, auch wenn der Standort der Neubau-Variante nicht ideal ist, alle Varianten objektiv und sachlich mit ungeschönten Zahlen abgewogen werden."

DLRG: Auf die Hallenbäder kommt es an 

Freibäder seien eine große Attraktion bei sommerlichem Wetter, aber nur dann, so der DLRG weiter. "Zumindest in den Raum stellen muss man, ob bei der Variant ,Neubau' zumindest das Sportbecken winterfest gemacht werden kann." Ein Hallenbad für die erfolgreiche Schwimm- und Rettungsausbildung sei durch nichts zu ersetzen, denn es biete ganzjährig einen festen, gegen Witterungseinflüsse geschützten Bereich. Weder Wind, Schnee, Regen, Kälte noch zu viel Sonne beeinträchtigten dort den Aufenthalt.

"Waldkraiburg hat glücklicherweise eine Schulschwimmhalle – ein großer Gewinn für die Waldkraiburger Kinder", so der DLRG. Jedoch sei es auch für die Öffentlichkeit wichtig, ganzjährig und wetterunabhängig die Möglichkeit zum Schwimmen zu haben. Die Waldkraiburger Bürgerinnen und Bürger müssten hier auf andere Bäder wie das in Mühldorf ausweichen, falls sie nicht die Schulschwimmhalle "zu den sehr eingeschränkten Öffnungszeiten" nutzen können.

"Ermöglichen wir unserer Bevölkerung eine solide Grundlagenausbildung im Schwimmen, mit der Möglichkeit ganzjährig zu trainieren, erhöht sich automatisch auch die Sicherheit an unserer Freigewässern", appelliere DLRG-Ausbilder Ralf Waidmann, "Denn ein Kind, das heute nicht schwimmen kann oder nur ein schlechter Schwimmer ist, wird in Zukunft immer mit der Gefahr leben müssen, beim Schwimmen zu verunglücken."

Pressemitteilung DLRG Kreisverband Mühldorf am Inn/hs

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