Konzept vorgestellt

Diese neuen Grabarten könnte es bald auf dem Waldfriedhof geben

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Waldkraiburg - Im Rahmen der jüngsten Stadtratssitzung wurde auch ein Konzept für neue Grabarten auf dem Waldfriedhof vorgestellt.

Das Team des Friedhofs befasst sich laufend mit der Thematik neuer Grabarten. "Eine klare Tendenz zu Urnenbestattungen ist erkennbar", berichtet die Stadtverwaltung. Nun solle mit neuen Grabarten ein weiteres Feld die "naturnahe Urnen-Bestattungen" fördern. Die notwendigen Änderungen an der Friedhofssatzung wird der Stadtrat in einer seiner nächsten Sitzungen behandeln. "Die Vorarbeiten sollten jetzt beginnen und im Herbst 2018 abgeschlossen sein." 

Vorgesehen sind zum einen Baumbestattungen. Dabei werden verrottbare Urnen, gegebenenfalls auch mit verrottbaren Überurnen in der Erde rund um eine extra gepflanzten Baum beigesetzt. Hier soll es zwei Arten von Baumbestattungen geben, Gemeinschaftsbäume und Familienbäume. Zum anderen ein Rosengarten, bei dem ebenfalls verrottbare Urnen, gegebenenfalls auch mit verrottbaren Überurnen in der Erde beigesetzt werden. Anschließend wird ein Rosenstock durch die Stadt genau an dieser Stelle gepflanzt. Die Angehörigen haben die Auswahl aus mehreren kleinstämmigen Rosenarten. Die Pflege übernimmt die Stadt. Ein Recht auf gleichwertige Ersatzpflanzung besteht nicht. 

"Die Idee hinter beiden Grabarten ist, dass aus den sterblichen Überresten eines Menschen etwas Neues in der Natur entsteht", so die Friedhofsverwaltung. Die Bereiche auf dem Friedhof dafür seine bewusst und nach sorgfältiger Abwegung ausgewählt worden. "Da wir in Waldkraiburg noch keine Erfahrung mit diesen Grabarten haben, kann der Bedarf auch nicht prognostiziert werden." Ungeachtet der Belegung würden die neuen Grabarten aber zu einer weiteren gärtnerischen Aufwertung des Waldfriedhofs führen.

Die Planungen im Detail:

Gemeinschaftsbäume:

  • Lage: Gemeinschaftsbäume werden auf einer freien Wiese unmittelbar hinter den Abschiedsräumen angelegt sein. 
  • Nutzung: Anfangs sollen vier ausgewählte Bäume jeweils in die Ecken gepflanzt werden. Eine Erweiterung um sechs Bäume ist bereits vorgesehen. Die Bäume werden anfangs einen Stammumfang von etwa 20 Zentimeter und eine Höhe von drei Metern haben. In der Mitte entsteht eine gepflasterte Fläche, umrahmt mit Pflastersteinen. Hier sollen zwei Bänke aufgestellt werden.
  • Grabzeichen: Persönliche Grabzeichen wie Kerzen, Grabsteine und so weiter sind nicht zulässig. Für jeden Baum wird eine Eichenstehle aufgestellt werden. An der Eichenstehle haben die Angehörigen die Möglichkeit, den Namen des Verstorbenen auf einheitlichen Schildern anbringen zu können. Auf der Fläche rund um die Stehle darf zeitweise eine Kerze abgestellt werden.
  • Anzahl der Urnenbeisetzungen: Es ist möglich, kreisförmig, in einem Abstand von etwa einem Meter rund um den Stamm bis zu ungefähr zehn Urnen beizusetzen. Maximal zwei Kreise sind vorgesehen, sodass pro Baum etwa 20 bis 25 Bestattungen möglich sein werden. 
  • Geplante Ruhezeit: Die Beisetzung hat "Ewigkeitscharakter", das heißt es wird voraussichtlich keine jährliche Nutzungsgebühr geben. Die Nutzung soll über eine Pauschale abgedeckt werden. 

Familienbäume: 

  • Lage: Im hinteren, nord-westlichen Bereich des Friedhofes, neben dem Gräberfeld 08 G, enntlang der Grenze zum Wald nach Aschau befindet sich eine freie Wiese. Hier werden Stellen gekennzeichnet, an denen Bäume gepflanzt werden können. Es wird eine Vorschlagsliste für die Art der Bäume geben.
  • Nutzung: Der Erwerb kann zu Lebzeiten erfolgen
  • Grabzeichen: Persönliche Grabzeichen wie Kerzen, Grabsteine und so weiter sind nicht zulässig. Die Kennzeichnung des einzelnen Familienbaumes ist noch nicht abschließend geklärt. 
  • Anzahl der Urnenbeisetzungen: Es dürfen beliebig viele Familienmitglieder rund um den Baum bestattet werden. 
  • Geplante Ruhezeit: Die Beisetzung hat "Ewigkeitscharakter", das heißt es wird voraussichtlich keine jährliche Nutzungsgebühr geben. Die Nutzung soll über eine Pauschale abgedeckt werden. 

Rosengarten:

  • Lage: Im Bereich des Grabfeldes 12 befanden sich früher sogenannte "Allgemeine Grabstätten" die seit vielen Jahren aufgelöst sind. Derzeit befindet sich in dem Bereich eine Wiese. Der Rosengarten soll durch eine etwa 45 Meter lange Hibiskus-Hecke umrandet werden. Sie dient als Abgrenzung zu den vorhandenen Reihengräbern.
  • Nutzung: Der Erwerb kann erst nach dem Sterbefall erfolgen.
  • Grabzeichen: Persönliche Grabzeichen wie Kerzen, Grabsteine und so weiter sind nicht zulässig. Die Kennzeichnung ist noch nicht abschließend geklärt, eventuell wird ein kleiner Holzpflock mit Namensschild möglich sein.
  • Anzahl der Urnenbeisetzungen: Vorerst ist nur jeweils eine Urne angedacht.
  • Geplante Ruhezeit: Die Ruhezeit soll zehn Jahre betragen. Das Nutzungsrecht kann entsprechend weiter erworben werden.

Die Kosten für die geplanten Bäume betragen pro Stück etwa 300 bis 500 Euro. In dieser Größe ist die Pflanzung mit eigenen Mitteln möglich. Großbaumpflanzen würden ein vielfaches kosten, so die Stadtverwaltung. Die Hibiskus-Hecke kostet etwa 2000 Euro, ein Rosenstock etwa 50 Euro. Die Planung und Umsetzung erfolgt durch die Friedhofsmitarbeiter zusammen mit der Friedhofsverwaltung. Daher konnte auf den Einsatz eines Garten- und Landschaftsarchitekten verzichtet werden. Im Rahmen der Neukalkulation der Friedhofsgebührensatzung werden die neuen Grabarten Berücksichtigung finden. 

Seit 2010 gibt es bereits die Möglichkeit für Urnenbestattungen in der Erde.  2015 wurde der Waldfriedhof vom Landesverband für Gartenbau und Landespflege als schönster Friedhof im Landkreis ausgezeichnet.

Rubriklistenbild: © dpa/Sebastian Kahnert (Symbolbild)

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