Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Ortsteile

Pro und Contra zum Gewerbe- und Industriegebiet an der Daimlerstraße

Waldkraiburg - Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Ortsteile beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit eingegangenen Stellungnahmen zum geplanten Gewerbe- und Industriegebiet südlich der Daimlerstraße. 

Nachdem der Planentwurf zu dem Projekt öffentlich auslag, erreichten mehrere Stellungnahmen das Bauamt Waldkraiburg. Die unterschiedlichen Meinungen fasste Bauamtsleiter Carsten Schwunk für die Ausschussmitglieder in der Sitzung am 27. September kurz zusammen.

So schilderte Schwunk den Räten als ersten Punkt die Ansicht des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, die auf einen geeigneten Ausgleich für die momentan noch bewaldete Fläche hinweisen. 

Das Städtische Bauamt Rosenheim hingegen verweist auf die Stellplatzsatzung für Autos: "Bei der Errichtung von Stellplätzen entlang der Staatstraße 2091 darauf zu achten ist, dass das Überfahren des Radwegs auf oder von der Straße sowie eine bauliche Verbindung zur Straße hin nicht gestattet ist. Durch die Stellplätze oder Neupflanzung dürfen die Sichtdreiecke der untergeordneten Straßen auf der Staatstraße 2091 nicht beeinträchtigt sein." Schwunk versicherte, die Hinweise seien bereits im Planwerk aufgenommen worden. 

Das Rosenheimer Wasserwirtschaftsamt sah sich unter anderem dazu verpflichtet, vor flächendeckender Gefährdung durch Starkregenereignisse zu warnen. Schwunk erklärt dazu: "Das Wasserwirtschaftsamt weist in Bezug auf die Hochwassergefahr darauf hin, dass die Rohbodenoberkante des Erdgeschosses etwa 25 Zentimeter über dem Gelände liegt und bis zu dieser Höhe abgedichtet werden soll." Auch hinsichtlich bestehender Altlasten äußerte sich das Wasserwirtschaftsamt kritisch und weist darauf hin, dass beim Aushub entsprechend beachtet werde. Das Stadtgebiet sei zum großen Teil mit dem ehemaligen "Werk Fichte" überlagert. Der dritte Kritikpunkt beläuft sich auf die Wasserschutzgebiete. Die lägen am Rand des Planbereichs und müssten neu bemessen werden. 

Planungen für das Gewerbe- und Industriegebiet an der Daimlerstraße in Waldkraiburg. 

Das Landratsamt Mühldorf legt den Fokus laut Schwunk auf Natur- und Immissionsschutz. Zudem spricht sich die Kreisbauverwaltung für die innerörtliche Einhaltung eines 70-Meter-Abstands zu Sichtdreiecken. Hochbauten, Sichtschutzwände, Anpflanzungen aller Art sowie Zäune dürten laut dem Schreiben die Sichtverhältnisse nicht beeinträchtigen. Das Pflanzen einzelner Bäume im Bereich der Sichtflächen müssten gesondert mit der Straßenbauverwaltung abgestimmt werden. 

Die Handwerkskammer München und Oberbayern äußert sich zum geplanten Gewerbe- und Industriegebiet an der Daimlerstraße wie folgt: "Mit der Festsetzung, dass Betriebswohnungen ausnahmsweise zugelassen werden können, wenn die Wohnungen in direktem baulichen Zusammenhang und gestalterischer Einheit mit dem Betriebsgebäude errichtet werden, verfolgt die Stadt Waldkraiburg das Ziel, Betriebswohnungen im Gewerbe- und Industriegebiet an tatsächlich vorhandene, nachweisbare betriebliche Notwendigkeiten zu knüpfen. Diese sollten im Rahmen des Genehmigungsverfahrens geprüft werden. Die Festsetzung berücksichtigt somit die geäußerten Bedenken, die aufgrund des Grundsatzes der gegenseitigen Rücksichtnahme durch eine heranrückende Wohnbebauung eine nicht gewünschte Einschränkung der ansässigen Unternehmen sehen."

Die Festsetzung des Mischgebiets im Nordwesten des Planbereichs führe nach Meinung der Handwerkskammer zu einer "planerisch sinnvollen Abstufung der Nutzungsintensitäten von einer im Osten gelegenen gewerblichen Nutzung mit eingeschränkten Emissionskontingenten zu den im Westen gelegenen Wohngebieten". Einschränkungen für die östlich angrenzende gewerbliche Nutzung seien nicht zu befürchten, zumal die festgesetzten Emmissionskontingente für das Mischgebiet und das benachbarte eingeschränkte Gewerbegebiet in vergleichbarer Höhe festgesetzt seien. Änderungen am Bebauunsplan seien demnach nicht nötig. 

Die Räte nahmen die Stellungnahmen zur Kenntnis und beauftragten die Verwaltung mit der Überabeitung des Plans entsprechend der eingegangen Hinweise. Der Bauplan wird danach ein Weiteres Mal öffentlich aushängen.  

mb

Rubriklistenbild: © dpa

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