Mit Pfannkuchen und Marmelade in Waldkraiburg

Erdogan Günes: Der "Terminator" des Computerschach hat wieder zugeschlagen

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Waldkraiburg – Pfannkuchen und Marmelade am Computer. Was sich nach einem entspannten Daddel-Wochenende anhört, waren für Erdogan Günes harte 48 Stunden. Letztendlich haben sie sich für den Computerschach-Checker aber gelohnt.

Zusammen mit seinem Team Komodo hat Computerschach-Checker Erdogan Günes aus Waldkraiburg (Landkreis Mühldorf) schon alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. „Jetzt bin ich der Gejagte“, sagte er jüngst in einem Interview mit innsalzach24.de. Soll heißen: Jetzt, wo er alles gewonnen hat, rüsten sich alle anderen nach allen Regeln der Kunst, ihn und sein Team zu schlagen. Dass es geht, einen Goliath im Computerschach zu schlagen, haben Günes und Team Komodo mit den Programmierern Mark Lefler und Larry Kaufmann schließlich selbst bewiesen.

Eine neue Herausforderung

Ich wollte es ausprobieren“, sagt Günes zum jüngsten Turnier im Computerschach im holländischen Leiden, das er gewonnen hat. Soll heißen: Der Computerschach-Checker hat sich der KI, der Künstlichen Intelligenz bedient. Ein Computersystem also, der dadurch „lernt“, dass es gegen sich selbst Schach spielt. Das ist ganz anders als das, was das Team Komodo macht. Computerschach als Wettbewerb besteht aus drei Teilen: Den Turnierbuchautor (bei Komodo ist es Erdogan Günes), Soft- und Hardware. Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Software. Die gibt es bei der KI so nicht. Wo sich Programmierer darum bemühen, komplexe Algorithmen zu schreiben, spielt die KI einfach gegen sich selbst „lernt“ rasend schnell aus ihren Fehlern.

Aus seinen "Fehlern" hat Erdogan Günes offensichtlich auch gelernt. Statt "Arsch platt gesessen" und Rücken, hatte er Pfannkuchen und Marmelade vor dem Computer. Günes war nämlich am heimischen Comptuer im holländischen Leiden dabei. Trotzdem war es das Turnier offenbar sehr anstregend.

Der Feind meines Feindes ist mein Freund

Nun hat Erdogan Günes die Herausforderung angenommen, für eine KI das Turnierbuch neu zu schreiben. Wie in seinem Team Komodo schreibt er die Eröffnung, vergleichbar mit der Formel 1 im Motorsport: Er bringt den Computerschach-Boliden durch die erste Schikane. Ab dann übernimmt „die Engine“ (Soft- und Hardware). Bei aller Künstlichen Intelligenz komme es auf das Gegnerwissen an, so Günes auf Nachfrage von innsalzach24.de. So habe er zwischen Pfannkuchen und Marmelade immer die anderen Partien beobachtet, gelesen, wie die anderen Gegner „spielen“, daraus zu lesen versucht, wie sie „denken“ und schließlich das Turnier gewonnen.

Die Sieben-Meilen-Stiefel der Künstlichen Intelligenz

Die KI im Computerschach lerne rasend schnell, so Günes. „Nicht mehr lange und sie ist aus ihren Kinderschuhen herausgewachsen“, sagt der Computerschach-Weltmeister. Worum geht es dabei? Es ist der Kampf Mensch gegen Maschine. Freilich: Die Maschine hat auch ein Mensch entwickelt aber sie hat den Vorteil, dass sie selbstständig weiter lernen kann. Im Moment sei die „menschliche“ KI, der Künstlichen Intelligenz, noch einen vor, so Günes. Wo die Maschine noch vergleichen muss, gibt es Algorithmen, die es besser können, besser „wissen“, was zu tun ist. Noch. Jetzt gehe es darum, der menschlichen KI beizubringen, dass sie auf dem virtuellen Schachbrett auch mal was riskieren darf, so Günes weiter

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