Stellungnahme zu Waldbad

Pötzsch: "Neubau ist einzige zukunftsorientierte Lösung!"

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Das Waldbad ist dringend sanierungsbedürftig.
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Waldkraiburg - Das in die Jahre gekommene Waldbad beschäftigt derzeit die Waldkraiburger. Soll es saniert oder abgerissen und neu gebaut werden? Nun hat Bürgermeister Pötzsch nochmals Stellung bezogen.

Fast 200 Zuschauer verfolgten am Dienstag der vergangenen Woche bereits die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, als es um das Thema ging. Das Gremium sprach sich am Ende mit einer knappen Mehrheit für einen Abriss und Neubau des Waldbades als gemeinsames Projekt mit der Nachbargemeinde Aschau an einem neuen Standort, an der Staatsstraße zwischen Waldkraiburg und Aschau, aus. In der vorangegangenen Diskussion wurden die Redebeiträge einiger Stadträte von CSU und SPD, die sich ausdrücklich für die Sanierung und den Erhalt des Bades am bisherigen Standort aussprachen, vom Publikum mit lautstarken Zustimmungsbekundungen begleitet. 

Hier soll das Waldbad neu entstehen

Erneut wird das Thema nun am Dienstag der kommenden Woche zur Beratung im Stadtrat anstehen. Dafür rüstet sich die Verwaltung bereits. Da keine ausreichend großen Räumlichkeiten gefunden werden konnten, um dem zu erwartenden Zuschaueransturm zu begegnen, sollen im Foyer Lautsprecher aufgestellt werden. Endgültig wird die Entscheidung aber wohl erst, wenn auch der Aschauer Gemeinderat sich am 20. Februar dazu ausgesprochen hat. Gegenüber den Waldkraiburger Nachrichten erklärte Bürgermeister Salzeder, in nichtöffentlicher Sitzung habe sich der Rat bereits dafür ausgesprochen, unter dem Vorbehalt, dass es bei Kosten in der bekannten Größenordnung bleibt. Diese sollen entsprechend der Bevölkerungszahl ein Siebtel der Baukosten und des Betriebsdefizits betragen.

Hier finden Sie die vollständige Präsentation der Stadtverwaltung aus der Ausschusssitzung

Am 21. Februar wird es zudem noch eine Bürgerversammlung extra nur zu diesem Thema geben. Aus diesem Anlass hat nun Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) eine Stellungnahme veröffentlicht, in welcher er auch einige seiner Argumente aus der Ausschusssitzung in der vergangenen Woche wieder aufgreift. Er ist, ebenso wie die UWG-Fraktion im Stadtrat, ausdrücklich für den Neubau.

Stimmen Sie ab:

Die Stellungnahme von Bürgermeister Robert Pötzsch:

Sehr geehrte Waldkraiburgerinnen und Waldkraiburger,

Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG)

In der Zeitung "Die Welt" wurde am 27. Mai 2017 ein Artikel veröffentlicht, in dem die Schließung von Freibädern in Bayern thematisiert wurde. Darin hieß es: "Viele Gemeinden machen Schluss, wenige kämpfen!" Für Waldkraiburg und auch mich ist "Schlussmachen" keine Option. Dass es ein Bad in Waldkraiburg geben muss, steht auch für mich außer Frage. Zu wichtig ist die Sicherung eines attraktiven Freizeitangebotes für die Bürger und Bürgerinnen unserer Stadt. Aber wie in allen Beziehungen müssen auch Kompromisse geschlossen werden.

In den letzten Jahrzehnten wurden unter anderem aus finanziellen Gründen keine umfangreichen Sanierungsarbeiten durchgeführt. Weiterer Stillstand ist keine Option, die wir in Erwägung ziehen können. Vielmehr müssen wir aus den uns zur Verfügung stehenden Mitteln das Beste machen.

Das Waldbad steht aus technischen und wirtschaftlichen Gründen vor der Schließung. Denn das Bad ist sowohl in seiner Substanz, den Gebäuden wie auch den technischen Anlagen dringend sanierungsbedürftig. Beispielhaft ist die Verkeimung, welche wiederholt zu temporären Schließungen während der Saison führte. Auch wenn es wehtut, es ist der Zeitpunkt gekommen an dem wir aufwachen müssen und uns eingestehen müssen: So kann es nicht weitergehen. Kleine Nachbesserungsarbeiten bringen nur kurz Abhilfe. Die Infrastruktur, beispielsweise die Duschen, ist ungenügend und auch die Parkplatzsituation ist ungelöst. Darüber hinaus erzeugt das Waldbad ein jährliches Defizit von über 800.000 Euro.

Eine Vollsanierung des Waldbades im vorhandenen Umfang mit den laufenden Betriebskosten kann die Stadt aus finanziellen Gründen nicht stemmen. Eine Teilsanierung des Waldbades stellt am Ende niemanden zufrieden, da ein Teil des bisherigen Badeangebotes wegfallen muss und das jährliche Defizit immer noch zu hoch sein wird. Aus diesem Grund ist ein gemeinsamer Neubau auf der Gemeindegrenze mit unserer Nachbargemeinde Aschau am Inn die einzig zukunftsorientierte Lösung. Die Bau- und Betriebskosten werden mit der Gemeinde Aschau aufgeteilt, der Neubau wird auf aktuellen technischen Stand gebaut, es gibt genügend Parkplätze sowie Erweiterungsmöglichkeiten und eine gute Verkehrsanbindung ist ebenfalls gegeben. Viele dieser Vorteile eines Neubaus werden wir bei einer Sanierung des Waldbades leider nicht erreichen können.

Ich kann sehr gut verstehen, dass sich viele Bürger und Bürgerinnen mit unserem Waldbad verbunden fühlen und es erhalten möchten. Viele haben dort Schwimmen gelernt, die Ferien und freien Tage verbracht oder Wettkämpfe bestritten. Auch ich war und bin immer gerne im Waldbad. Umso wichtiger finde ich es, dass wir auch den nachfolgenden Generationen die Chance geben, solche Erinnerungen mit einem Bad zu verbinden. So traurig es klingt: Dies wird auf Dauer mit unserem Waldbad aber leider nicht möglich sein. Denn auch nach einer Teilsanierung werden die Betriebskosten unsere finanziellen Möglichkeiten übersteigen und wir früher oder später vor der bitteren Entscheidung stehen, das Waldbad schließen zu müssen. Ein Neubau an einem neuen Standort ist die einzige Chance ein Bad für Waldkraiburg nachhaltig zu erhalten. Es soll aus einem 50 Meter Sportbecken mit 8 Bahnen, einem Spaßbecken mit Strömungskanal, einem 5 Meter Sprungturm und einem Kinderbecken bestehen und so ein attraktives Angebot für die Badegäste darstellen.

Wie schon eingangs gesagt: "Schlussmachen" ist für mich keine Option. Ein zukunftsfähiger Neuanfang dagegen schon.

Aus diesem Grund möchte ich Sie am Mittwoch, 21. Februar in einer Bürgerversammlung gerne über die Entwicklungen zum Thema Waldbad informieren. Die Bürgerversammlung fängt um 19 Uhr an und findet im Großen Saal im Haus der Kultur statt. Sollten Sie vorab Fragen oder Anregungen haben, schicken Sie uns diese gerne an waldbad@waldkraiburg.de.

Robert Pötzsch

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