Bürgerinitiative gegen Industriegebiets-Erweiterung

"Sollte die Planung bleiben könnte es ein Bürgerbegehren geben"

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Jürgen Zabelt (SPD) und Irmgard Pöschl-Moser beim Ortstermin an der Schlicher-Linie am Montag
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Waldkraiburg - Am Montag, gegen Mittag lud die Bürgerinitiative "Waldkraiburg ,Stadt im Grünen?'" zu einer Begehung der sogenannten Schlicher-Linie ein. Dabei ging es ihr darum, die Aufmerksamkeit der Lokalpolitik für ihr Anliegen zu gewinnen.

Mit dabei waren Vertreter verschiedener Organisationen und Parteien. Darunter waren von den Grünen deren Landtagsabgeordneter Andreas Krahl, sowie Landrats-Kandidatin Cathrin Henke und Kreissprecherin Judith Bogner. Weiterhin von der CSU Stadtrat Harald Jungbauer, Bürgermeisterkandidat Wolfgang Nadvornik und Stephanie Pollmann. Weiterhin Jürgen Zabelt von der SPD, sowie von der ÖDP Jutta Klein und deren Kreisvorsitzende Lisa Sieber. Außerdem war auch Dr. Andreas Zahn vom Bund Naturschutz vertreten.

Gegen Erweiterung von Industriegebiet

Die Bürgerinitiative wendet sich gegen die Erweiterung des Industriegebiets Nord. 1,9 Hektar Wald zwischen Gewerbe und der Wohnbebauung nördlich der Daimlerstraße könnten demnach fallen. Der Stadtrat hatte dafür, mit einigem Widerstand, gestimmt. Zwei Betriebe wollen sich erweitern, unter anderem ist ein Schalthaus der Stadtwerke geplant, um die Stromversorgung für Industrie und Wohngebiet im Waldkraiburger Norden sicherzustellen.Die Bürgerinitiative fordert dagegen den Erhalt des gesamten Waldgebiets und keine Änderung des Flächennutzungsplanes.

Wolfgang Nadvornik, Stephanie Pollmann, Irmy Pöschl-Moser, Sylvia Keil, Lisa Sieber, Andreas Krahl und Cathrin Henke beim Ortstermin an der Schlicher-Linie am Montag.

"In ruhiger und bestimmter Atmosphäre konnten wir den Beweggrund der Bürgerinitiative vor Ort erklären. Besonders jetzt, da das Laub fällt, erkennt man wie wenig Schutz der vorhandene Waldstreifen leisten kann", berichtet Irmgard Pöschl-Moser, Sprecherin der Bürgerinitiative gegenüber innsalzach24.de."Mit viel Engagement haben sich die Teilnehmer mit dem Wald und seiner besonderen Funktion auseinandergesetzt." 

Antrag im Januar im Stadtrat

Im Januar soll der Antrag der Bürgerinitiative, es beim derzeitigen Zustand zu belassen, im Stadtrat behandelt werden . "Wir hoffen darauf, dass wir in den letzten Monaten genug Überzeugungsarbeit leisten konnten um ein Umdenken seitens der Stadtbau in Gang zu setzen", erklärt Pöschl-Moser. "Die Entscheidung ist jedoch nicht absehbar. Sollte die Planung bleiben, könnte es ein Bürgerbegehren geben" 

Andreas Krahl, Cathrin Henke und Harald Jungbauer beim Ortstermin an der Schlicher-Linie am Montag.

"Waldkraiburg könnte doch eine echte 'Stadt im Grünen werden", betont sie. "Unser Ort stellt im Landkreis einen Sonderfall dar. In jeder Hinsicht kann man neuen Entwicklungen den Raum geben. Und besonders in Hinblick auf das immer wichtiger werdende Umweltbewusstsein, gibt es Waldkraiburg und den bestehenden Betrieben, die Möglichkeit als Vorreiter neue Maßstäbe in Bezug auf Ökologie und Ökonomie zu setzen, durch behutsamen Umgang mit den Gegebenheiten vor Ort."

Das Argument von Vertretern der Industrie, diese könnte abwandern, wenn ihr nicht passende Gegebenheiten geschaffen werden, will sie nicht akzeptieren. "Denken wir doch zurück an Mitte der 80er. Da hieß es doch auch, angesichts der Abwanderung beziehungsweise Schließung einiger Betriebe, dass die Stadt vor dem Aus stünde. Das haben wir auch überstanden."

hs

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