Planungen vorgestellt

Bücher-Lieferservice für Senioren und Altenheime soll kommen

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Waldkraiburg - Damit auch ältere Menschen, besonders in Seniorenheimen, zu Literatur kommen, soll es ab September einen speziellen Bücher-Lieferservice geben.

Es gibt in Waldkraiburg Personen, die gerne lesen würden, den Weg in die Bücherei aber aus gesundheitlichen Gründen nicht schaffen", berichtete eine Vertreterin der Stadtbücherei, "Zugang zu Büchern zu haben ist aber ein wichtiger Pfeiler, um das Recht auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe zu verwirklichen." Unter der Trägerschaft der Stadt und mit Hilfe der Stelle für Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit (KASA) soll daher ein sozialer Lieferservice für Bücher angeboten werden.

Menschen aus Altenheimen sollen angesprochen werden

"Angesprochen werden sollen erst einmal die Menschen in dem Altersheim, das sich in unmittelbarer Nähe zur Bücherei befindet." Wenn hier erste Erfahrungen mit dem Lieferdienst gemacht wurden, soll das Angebot stadtweit bekannt gemacht werden und somit auch anderen Altenheimen und Privatpersonen offen stehen. Den Lieferdienst sollen zwei Ehrenamtliche übernehmen, die noch zu suchen sind.  Den Kontakt zu den Altenheimen stellt die KASA Waldkraiburg her. Die Stadtbücherei übernimmt die Organisation der Buchausleihe und die Werbung sowohl für die Suche nach den Ehrenamtlichen, als auch für den Lieferservice.

Die Personen, die sich Bücher ausleihen, benötigen einen Büchereiausweis. Diesen bekommen sie gegen Zahlung der einmaligen Anmeldegebühr. Für die Nutzung ist zusätzlich eine Jahresgebühr zu zahlen.Es fallen keine Versäumniszuschläge an, da es durch den Lieferdienst zu Verzögerungen kommen kann, welche die betroffene Person nicht zu verantworten hat. Einmal monatlich sollen die betreffenden Personen besucht werden. Dabei wird entweder eine Bücherkiste zur Auswahl mitgenommen, oder es werden per Online-Katalog Bücher mit der Person herausgesucht. Diese werden dann beim nächsten Besuch gebracht, und die anderen Bücher wieder abgeholt. Sowohl KASA als auch Stadtbücherei würden es sehr begrüßen, wenn der Transport umweltfreundlich von statten ginge, also beispielsweise zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Dokumentiert werden Name, Lesernummer und Mediennummer der ausgeliehenen Bücher handschriftlich. In der Bücherei wird es dann von deren Angestellten in die EDV eingetragen.

Projekt soll im September starten

Das Projekt soll im September 2018 starten und drei Jahre laufen. Dann wird über seine Fortsetzung neu entschieden. Die Ehrenamtlichen sollen jährlich ein Dankeschön, zum Beispiel ein Essen, spendiert werden. KASA und Stadtbücherei stellen ihre Arbeitszeit zur Verfügung. Zum Erwerb eines Transportbehältnisses (etwa eines Bücherrucksacks), eines Tablets oder Notebooks mit Internetzugang für die Recherche im Online-Katalog und eventuell eines Transportfahrzeugs wird ein Sponsor gesucht.

Falls den Ehrenamtlichen ein Unfall passiert oder sie aus Versehen etwas bei den besuchten Personen beschädigen, sind sie durch die Trägerschaft der Stadt versichert. Werden auf dem Transportweg Privatfahrzeuge verwendet, sind eventuelle Schäden, die in Ausübung des Ehrenamtes entstehen, nicht versichert.

CSU-Fraktionsvorsitzender Anton Sterr merkte an, beispielsweise das Stifter-Heim hätte bereits eine umfangreiche Bibliothek. Daher solle seiner Ansicht nach erst einmal der Bedarf geprüft werden. "Das ist weniger ein Service für die Heime an sich, sondern für Einzelpersonen", betonte die Vertreterin der Stadtbücherei.

"Es ist mal ein Versuch, mit den Leuten in Kontakt zu treten",

ergänzte Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG). Es gäbe dazu bereits positive Erfahrungen aus Traunstein und

Rosenheim. 

Rubriklistenbild: © Johannes Wageman/dpa (Symbolbild)

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