Nur zehn Monate vom Beschluss bis zur Umsetzung

Bewusster einkaufen – Waldkraiburg ist jetzt Fairtrade-Stadt

Waldkraiburg - Als 513. Stadt in Deutschland und 128. Stadt in Bayern hat Waldkraiburg das Fairtrade-Siegel erhalten. Die Auszeichnung ist mit Arbeit verbunden.

Zehn Monate nachdem der Stadtrat einstimmig beschloss, den Bewerbungsprozess anzugehen, konnte Bürgermeister Robert Pötzsch gemeinsam mit Joachim Grytzyk von der Steuerungsgruppe „Fairtrade“ die Auszeichnung entgegennehmen.

Stadtrat gewinnt Wette

Der Verleihung voran ging eine kleine Wette: Die Steuerungsgruppe wettete, dass der Stadtrat es nicht schafft, so viele Fairtrade-Produkte zu verkaufen, wie Bürgermeister Pötzsch Kilo auf die Waage bringt. 80 Kilo wiegt der Bürgermeister – schon eine Dreiviertel Stunde nach dem Startschuss hatte der Stadtrat die Wette gewonnen. Am Ende standen knapp 150 Kilo auf der Skala. „Wir sind natürlich besonders traurig, dass wir die Wette verloren haben“, so Joachim Grytzyk mit einem Augenzwinkern.

Dr. Frieder Vielsack von der Steuerungsgruppe zeigte sich begeistert über den schnellen Erfolg: „Ich bin wirklich überrascht, dass wir das Siegel so schnell erhalten haben. Aber es waren alle sofort Feuer und Flamme.“ Mit „allen“ meinte er die Geschäfte und öffentlichen Einrichtungen wie das Gymnasium Waldkraiburg, die sich sofort an der Aktion beteiligt haben, und somit eines der wichtigsten Kriterien auf dem Weg zur Fairtrade-Stadt erfüllten.

Titel ist mit Arbeit verbunden

„Mit der heutigen Auszeichnung haben wir ein kurzfristiges Ziel erreicht, jetzt beginnt der anstrengende Weg, denn wir müssen das Projekt auch in Zukunft am Laufen halten“, erklärte Bürgermeister Robert Pötzsch in seiner Ansprache. Für ihn spiegle das Siegel wider, für was Waldkraiburg seit Stadtgründung stünde: Tatendrang und Zusammenhalt. „Die Bürger der Stadt haben sich schon immer für Waldkraiburg eingesetzt. So waren wir schon immer in der Lage Außergewöhnliches zu leisten.“, sagte er. Umso mehr freue es ihn, dass auch für die Fairtrade-Aktion die Initiative aus der Bevölkerung kam.

Auch der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer freute sich mit der Stadt über die Auszeichnung, die im näheren Umfeld einmalig ist: „Wir haben das Privileg, in einem wohlhabenden Land zu leben. Dieses Privileg ist auch mit Verantwortung verbunden. Verantwortung gegenüber den Menschen, die dafür sorgen, dass wir unser Essen auf den Tisch haben“.

Fair und regional – das ist das Ziel

Dem stimmte auch Elsbeth Grytzyk vom Eine-Welt-Laden in ihrem Rückblick auf ihre Arbeit der letzten 26 Jahre zu. Wichtig sei dabei, dass auch die regionalen Erzeuger nicht außer Acht gelassen werden. Regional und fair, das müsse Hand in Hand gehen. „Wir möchten erreichen, dass mehr Menschen bewusst einkaufen“, sagte sie.

Ehrenbotschafter Manfred Holz verlieh im Namen von Fairtrade Deutschland (Trans Fair e.V.) die Auszeichnung: „Den Titel bekommt man nicht einfach geschenkt. Man muss auch etwas dafür tun. Waldkraiburg hat mit seiner heutigen Stadtratswette gezeigt, dass Fairer Handel auch Kreativität in Gang setzt und Kirchen, Betriebe, Geschäfte und öffentliche Einrichtungen miteinander verbindet.“

Pressemitteilung Stadt Waldkraiburg

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