Nach Attacke auf Döner-Imbiss

"Hat uns alle schockiert" - Vierte Tat in Folge verunsichert Waldkraiburg

Betreiber und Anwohner berichten nach Attacke auf Döner-Imbiss an Franz-Liszt-Straße in Waldkraiburg
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Dass es offenbar doch noch kein Ende der Taten gegen Geschäfte und Betriebe mit türkischen Inhabern gäbe, sorge für Verunsicherung, berichtet Passant Suleyman V.

Waldkraiburg - Nach der Attacke auf einen Döner-Imbiss an der Franz-Liszt-Straße hat innsalzach24.de vor Ort mit dem Betreiber gesprochen. Es ist nun schon der vierte Angriff in der Stadt auf Läden, dessen Besitzer Türken oder Menschen mit Migrationshintergrund sind.

"Heute früh stand da auf einmal die Polizei bei mir vor der Türe", berichtet der Betreiber gegenüber innsalzach24.de. "Da habe ich zuerst gesagt: Ich habe ihnen doch eigentlich schon alles am Samstag erzählt." Am 2. Mai hatte die Polizei mit einem großen Aufgebot Inhaber von türkischen Geschäften und Gastronomie im Zusammenhang mit dem Brand eines Früchteladens in der vergangenen Woche und vorangegangener Sachbeschädigungen gegen zwei Betriebe befragt.


"Aber dann haben die mir gesagt: Nein, nein. Diesmal geht es leider um Ihren Imbiss." Der Betreiber, der seinen Namen nicht veröffentlicht sehen will, ist fassungslos über die Tat. "Wie zum Hohn haben die auch noch die Scheibe direkt neben dem Zeugenaufruf zum Brand eingeworfen", berichtet er weiter.

Es sollte gerade erst nach der Corona-Pause wieder weitergehen

Gegen 2.50 Uhr hatte ein Anwohner der Franz-Liszt-Straße aus Waldkraiburg über Notruf die Polizei verständigt und mitgeteilt, dass bei einem benachbarten Imbiss eine Fensterscheibe eingeworfen wurde. Es entstand Sachschaden in Höhe von etwa 1.000 Euro. 


Waldkraiburg: Schaufenster von Imbissladen eingeschlagen - Bilder vom Tatort

 © fib/Eß
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Schon seit fünf Jahren gibt es den Döner-Imbiss an der Franz-Liszt-Straße. Schüler der nahen Schulen kommen hierher. Auch viele Anwohner, berichtet der Besitzer. Er selbst betreibt den Imbiss seit Juli vergangenen Jahres. "Jetzt sollte es nach einer Zwangspause durch Corona gerade wieder endlich losgehen", klagt er. "Daraus wird jetzt erstmal nichts." Er hoffe, dass nun zeitnah Reparaturarbeiten möglich seien."Ich telefoniere schon die ganze Zeit, um das zu organisieren."

Taten lösen Verunsicherung aus

Immer wieder kommen Leute vorbei und blicken teils ungläubig auf die massive Zerstörung der Frontscheibe des Imbiss. In vielen Gesichtern ist Beunruhigung zu sehen. "Das hat uns alle schockiert, dass offenbar doch noch kein Ende des Schreckens da ist", berichtet Passant Suleyman V.. Nun habe es offenbar schon die vierte Tat in Folge gegeben. "Dass es da keinen Zusammenhang gibt, glaubt doch keiner!"

"Wie zum Hohn haben die auch noch die Scheibe direkt neben dem Zeugenaufruf zum Brand eingeworfen", berichtet der Betreiber gegenüber innsalzach24.de.

Die türkische Gemeinschaft in Waldkraiburg und Umgebung sei stark verunsichert, berichtet er weiter."Vor allem die Geschäftsleute unter ihnen. Die schließen jetzt reihenweise Versicherungen ab und überlegen, wie sie sich schützen können", erzählt Suleyman V. "Manche von uns machen jetzt abends Rundgänge und schauen nach dem Rechten. Sollten wir den oder die Verursacher ertappen, würden wir natürlich dann die Polizei sofort einschalten", stellt er klar. "Mal davon abgesehen, dass der oder diejenigen vielleicht bewaffnet sind, lehnen wir Selbstjustiz natürlich klar ab."

Er und viele andere würden hoffen, dass die Polizei den oder die Täter so bald wie möglich erwischt. "In der Zwischenzeit vertrauen wir darauf, dass sie mithelfen, durch verstärkte Streifentätigkeit und so weiter uns zu schützen."

Polizei bittet um Hinweise

Bei der Tat in der Nacht auf Mittwoch handelt es sich bereits um den vierten Angriff binnen kürzester Zeit auf ein türkisches Geschäft in Waldkraiburg. Der verheerendste davon ereignete sich in der Nacht zum 27. April, als es zu einem Großbrand eines Geschäfts am Stadtplatz kam

Waldkraiburg: Ermittler auf der Suche nach der Brandursache

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Der Laden brannte komplett aus, das Feuer griff auch die Fassaden der Nachbarhäuser an. Durch das Feuer-Inferno in der Ladenzeile wurden insgesamt sechs Menschen verletzt. Wie die Kriminalpolizei mitteilte, laufen die Ermittlungen wegen des Verdachts eines Verbrechens der vorsätzlichen schweren Brandstiftung auf Hochtouren. Eine eigens eingerichtete Soko "Prager" mit über 40 Beamten ist an dem Fall dran. Die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) bei der Generalstaatsanwaltschaft München hat die Sachleitung übernommen. Am 10. Mai gab die Polizei schließlich bekannt, dass der Täter ein Anhänger des Islamischen Staats (IS) ist und mit Bomben und Sprengstoff weitere Anschläge in Waldkraiburg plante.

Großbrand in Waldkraiburg am 27. April

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Sachdienliche Hinweise zur heutigen Sachbeschädigung oder zu den zurückliegenden Taten im Zusammenhang mit den Ermittlungen der SOKO "Prager" können an die Hotline unter der Rufnummer 08031 / 200 - 3180 (08:00 - 22:00 Uhr) oder 08031 / 200 - 3087 (22:00 - 08:00 Uhr) und bei jeder anderen Polizeidienststelle abgegeben werden.

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