"Das ist erschreckend, dass sowas passieren kann"

Darum ist erstmal Stillstand bei der neuen Kita

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Waldkraiburg - Weil nach Ansicht der Mehrheit des Gremiums zu viele Fragen noch offen waren, wurde der Beschluss zur Genehmigung der Planungen und Kosten für die neue städtische Kindertagesstätte kurzerhand von der Tagesordnung genommen. 

"Die Mehrheit der SPD-Fraktion wird das nicht mittragen", kündigte Zweiter Bürgermeister Richard Fischer (SPD) bereits zu Beginn der Diskussion des Themas an. "Der Standort lohnt sich unserer Ansicht nicht, auch da der davon zu deckende Bedarf unserer Ansicht nach bereits überschritten wurde." Angesichts der bereits in der vergangenen Stadtratssitzung bekanntgewordenen Erhöhung der Kosten fürchte er deren weitere Steigerung. "Ein Neubau mit deutlich mehr Platz wäre unserer Meinung nach die deutlich bessere Lösung." 

Doch letztlich sollte es gar nicht zur Abstimmung kommen. Margit Roller (CSU) mahnte an, dass Fragen, die in der Bauausschusssitzung aufgekommen waren, noch nicht geklärt seien. Vor allem danach, ob in der Gesamtkalkulation auch die Maklergebühr mit enthalten sei, ob die Höhe des Zuschusses mit 85 Prozent korrekt angegeben war und wie die Baumaßnahmen im Haushalt wiederzufinden sein werde. "Wir waren uns ja im Großen und Ganzen über das Projekt einig", erklärte CSU-Fraktionsvorsitzender Anton Sterr, "Aber dass das nicht geklärt wurde, kann ja wohl nicht sein!"

"Das ist erschreckend, dass sowas passieren kann", pflichtete ihm auch Alexander Will (SPD) bei. 

Neue städtische Kita soll in Kalander

Anfang des Jahres hatte sich überraschend herausgestellt, dass der Bedarf an Kindergarten- und Krippenplätzen sehr viel höher ist, als zunächst angenommen. Daher kam die Idee auf, den Bedarf durch eine städtische Einrichtung zu decken. Viele Standorte wurden besichtigt, schieden jedoch am Ende aus verschiedenen Gründen aus. Im Juni brachte die Stadtbau GmbH das freie Grundstück am Kalander schließlich ins Spiel. Dort konnte schließlich Anfang Oktober eine übergangsweise Container-Einrichtung eröffnet werden. Die Einrichtung im ehemaligen SGF-Gebäude soll nun die dauerhaften Räumlichkeiten darstellen.

In einer Umfrage auf innsalzach24.de begrüßte die Mehrheit der Befragten das Projekt:

Im Rahmen der jüngsten Bauausschusssitzung war dann bereits bekannt geworden, dass sich die Kosten für das Projekt für die Stadt um 128.000 Euro erhöhen würden. Grund sind Probleme, beispielsweise mit der Verglasung und der Elektrik, die erst im Zuge der weiteren Planung zu Tage kamen. Damit würde sich, vorausgesetzt es gibt eine Förderung von 85 Prozent, der städtische Anteil auf 826.000 Euro belaufen. Eine konkrete Zusage gibt es aber noch nicht von der Regierung von Oberbayern. Die Gesamtkosten würden, laut der Stadtverwaltung, 2,33 Millionen Euro für die Sanierung betragen. Dies seit deutlich billiger als ein vergleichbarer Neubau, der laut der Stadtverwaltung mit etwa 3,7 Millionen Euro zu Buche schlagen würde. 

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