Temporäre KiTa an der Beethovenstraße

"Der Bedarf ist unbestreitbar, aber der Standort unglücklich!"

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Waldkraiburg - Um rechtzeitig genügend Kindergarten- und Krippenplätze zu schaffen, soll eine vorübergehende Einrichtung aus Containern bei der Grundschule an der Beethovenstraße geschaffen werden. Der Standort wurde teils sehr kritisiert.

Der Stadtrat stimme in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich für die Errichtung einer vorübergehenden Kinderbetreuungsanlage auf dem Grundstück an der Beethovenstraße, für welche die Stadt die Trägerschaft übernehmen wird. Der Standort war jedoch nicht unumstritten. 

"Aufgrund der aktuellen Kinderbetreuungssituation ist es nötig, schnellstmöglich zu reagieren", erklärte Martina Kainz, Leiterin des Sachgebiets Kinder, Jugend, Schule, Sport in der Stadtverwaltung vor dem Stadtrat. Derzeit bestehe ein Bedarf von 56 Kindergarten- und 24 Krippenplätzen, wobei sich diese Zahlen bis September noch erhöhen könnte. "Es schaut übel aus", hatte sie bereits die Lage bei der Vorstellung des aktuellen Bedarfsplans zur Kinderbetreuung im Haupt- und Finanzausschuss Ende April zusammengefasst. Der Stadtrat nahm diesen in der Sitzung auch zur Kenntnis.

Übergangslösung dringend nötig

"Es ist nicht möglich, diese Kinder an bestehenden Einrichtungen unterzubringen, beziehungsweise an bestehende Einrichtungen anzudocken", erklärte Kainz weiter, "Aus diesem Grund soll eine temporärer Einrichtung als Übergangslösung für zwei Krippengruppen und drei Kindergartengruppen auf dem Grundstück der Beethoven-Grundschule errichtet werden. "Nachdem die meisten Anfragen aus Waldkraiburg-Süd beziehungsweise -West stammen, ist dort ein idealer Standort." Alternativen seien nicht mehr vorhanden. Die Trägerschaft würde die Stadt selbst übernehmen, seitens der kirchlichen Träger und des Jugendamtes bestünden dagegen keinerlei Einwände. 

Wegen der besonderen Dringlichkeit konnte ohne ein Vergabeverfahren bereits ein Angebot einer Firma aus Unterschleißheim eingeholt werden. Es soll eine eingeschossige Anlage aus Containern errichtet werden. Die Kosten für die angesetzten 24 Monate belaufen sich auf insgesamt 174.168 Euro, dazu sind für Lieferung, Montage und Übergabe 120.421 Euro fällig. Für die Einrichtung werden etwa 80.000 Euro und für Spielgeräte weitere 30.000 Euro kalkuliert. Letztere könnten dann aber beim Neubau wieder verwendet werden. Die Stellen für das notwendige Personal wurden bereits ausgeschrieben, Bewerbungen sind dafür weiterhin möglich. Für die ersten beiden Juni-Wochen sind die Vorstellungsgespräche mit Bewerbern geplant

Kritik am Standort

Vor allem seitens der CSU wurde der Standort heftig kritisiert und auch bezweifelt, dass dieser tatsächlich einem Bedarf aus der Umgebung entgegenkommen würde. "Der Bedarf ist unbestreitbar, aber der Standort unglücklich!" kritisierte Georg Ledig (CSU),"Die Verkehrssituation dort ist jetzt schon schwierig, wenn dann die zusätzlichen Busse und Autos von Eltern dazu kommen, wird es kritisch",Auch Eva Köhr (CSU) schloss sich der Kritik an, "Eigentlich freue ich mich ja, dass endlich etwas getan wird. Wir CSU-Frauen fordern das schon ewig!" Wenn früher gehandelt worden wäre, hätte man ihrer Ansicht nach die jetzigen Probleme vermeiden können. 

"Wir können erst jetzt so etwas umsetzen", entgegnete dem Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG), "Denn wenn es keinen Bedarf an Plätzen gibt, den wir nachweisen können, erhalten wir auch keine Fördermittel für die Schaffung zusätzlicher Räumlichkeiten." Der massive Bedarf sei erst jetzt akut aufgetreten. Auch Karin Bressel (UWG), Referentin für Bildung und Kultur stimmte dem zu. Sie mahnte außerdem an, nun auch sicherzustellen, dass auch auf dem weiteren Bildungsweg der Kinder dann genügend Plätze in Schulen vorhanden sein werden. SPD-Fraktionssprecherin Susanne Engelmann hatte kein Verständnis für die Kritik der CSU am Standort. "Ich erlaube mir daran zu erinnern, dass ihre Partei, auch in Waldkraiburg, lange gebraucht hat, um das Bedürfnis nach Krippen überhaupt anzuerkennen." 

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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