Neues aus dem Stadtrat

Breitband-Internet: "So weit sind nicht viele"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
  • schließen

Waldkraiburg - Schnelles Internet für die Bürger trotz angespannter Haushaltslage: Wie der Stadtverwaltung dieser Balance-Akt mit Unterstützung von staatlichen Fördergeldern gelingen kann:

Um die Finanzen ist es derzeit in Waldkraiburg nicht allzu rosig bestellt, trotzdem sieht es die Stadtverwaltung als Pflichtaufgabe an, angesichts des technischen Fortschritts die Versorgung mit schnellem Internet für weite Teile der Stadt zu gewährleisten. Dank umfangreicher Fördermittel des Freistaats und eigenwirtschaftlichem Ausbau der Netzbetreiber, könnte der Spagat zwischen Ausgaben und Nutzen jedoch gelingen. In der Sitzung des Stadtrats am Dienstag, wurden die ersten Ergebnisse der Markterkundung öffentlich präsentiert.

"Wie funktioniert das Ganze?"

Christian Prechtl, Vertreter des Planungs- und Beratungsunternehmens "IK-T" in Regensburg, stellte dem Gremium in der vergangenen Sitzung die Ergebnisse der Bestandsaufnahme in Bezug auf die Versorgung mit schnellem Internet im Stadtgebiet vor. "So weit sind nicht viele. Im Zuge der Versorgung mit Fernwärme hat die Stadt das Netz bereits mit ausgebaut. Das bedeutet eine Kostenersparnis", erklärte der Planer. Um die Datenübertragungsraten zu steigern, müssten grundsätzlich die vorhandenen Kupferleitungen durch Glasfaserkabel ersetzt werden.

In mehreren Schritten, angefangen bei den zentralen Knotenpunkten, über die sogenannten "Kabelverzweiger" im öffentlichen Raum, bis hin zum eigenen Hausanschluss, soll die Umstellung auf die moderne Technik mindestens eine Übertragungsgeschwindigkeit von 30 Mbit/s mit sich bringen, so die Förderrichtlinie des Freistaats. Mindestens ein Teilnehmer muss dabei 50 Mbit/s erhalten können. Die Kosten für den Ausbau, sofern der Netzbetreiber nicht mit eigenen Mitteln dafür aufkommt, wird zum Teil vom Freistaat durch die Förderung und zum Teil von der Kommune getragen.

Aktueller Stand in Waldkraiburg

"Für besondere Härtefälle sieht die Förderung einen Höchstsatz von 90 Prozent vor. Das ist in Waldkraiburg auch der Fall", so Christian Prechtl weiter. In absoluten Zahlen bedeute das einen Zuschuss in Höhe von 570.000 Euro. Nochmal 50.000 Euro könnten dann zusätzlich bei Projekten im Rahmen interkommunaler Zusammenarbeit gefördert werden. Im Fall von Waldkraiburg wäre das dann die Gemeinde Heldenstein.

Aktuell sind zwei Netzbetreiber für die Versorgung in der Stadt und im Umland zuständig. Die Deutsche Telekom versorgt dabei den Kern der Stadt mit derzeit 30 Mbit/s und weitere Bereiche Waldkraiburgs mit 16 Mbit/s. Das Angebot von Kabel Deutschland geht etwas weiter: Neben der Erschließung des Stadtgebiets mit mindestens 30 Mbit/s, werden auch Föhrenwinkel, Pürten, Niederndorf und Sankt Erasmus abgedeckt. Im Zuge des eigenwirtschaftlichen Ausbaus der Telekom sollen künftig auch Anschlüsse in Moos, Lindach und Asbach dazukommen.

In welchen Bereichen greift die Breitbandförderung?

Das Ergebnis der Markterschließung ist somit deutlich, wie Christian Prechtl erklärt: Zum vorläufigen Erschließungsgebiet im Raum Waldkraiburg zählten somit alle Gegenden, in denen bisher Bandbreiten von unter 16 Mbit/s erreicht werden. Dies sei schließlich im östlichen Bereich der Stadt selbst, in Ebing, Innthal, Froschau, Wörth, Teilen von Pürten, Niederndorf, Sankt Erasmus, Holzhausen, Au, Asbach und Hausing der Fall.

Auf Nachfrage des CSU-Stadtrats Georg Ledig, wann mit einer Umsetzung der Breitbandförderung zu rechnen sei, erläuterte Bürgermeister Robert Pötzsch das weitere Vorgehen. Grundsätzlich könne die Förderung noch bis 2018 beim Freistaat beantragt werden. Mit einem Beginn der Maßnahmen im anstehenden November, könnten die Ausschreibungen im ersten Quartal 2016 erfolgen, Mitte 2017 rechnete der Bürgermeister mit der Fertigstellung.        

Rubriklistenbild: © bla/pa

Zurück zur Übersicht: Waldkraiburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser