Debatte über die Spielplätze der Stadt

Wer darf auf dem Bolzplatz spielen?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
  • schließen

Waldkraiburg - Im Bauausschuss debattierten die Stadträte ausführlich über die Spielplätze. Dabei ging es um Lärm, Altersbeschränkungen - und nicht zuletzt auch ums Geld.

Die Haushaltslage der Stadt ist angespannt. Die laufenden Kosten sind zu hoch, die Schulden drücken, heuer mussten gar wichtige Investitionen auf Eis gelegt werden. Das alles ist längst bekannt - und die Stadträte hatten sich bereits wiederholt dazu geäußert, welche Konsequenzen aus der angespannten Finanzlage zu ziehen sind: Alles muss auf den Prüfstand. Auch im Bauausschuss am Mittwochabend warfen die Stadträte einen kritisch Blick auf mögliche Ausgaben - und das bei einem scheinbar kleinen Thema, den Spielplätzen.

Brunnhuber will keinen "Luxuskinderspielplatz"

30 Spielplätze gibt es in der Stadt (inklusive acht Bolzplätze), sie alle müssen freilich unterhalten werden. Auf dem Spielplatz im Ostpark weist ein großes Spielgerät nun solche Mängel auf, dass es künftig nicht mehr benutzt werden kann. Thomas Irgmeier von der Stadtbau hat dem Ausschuss drei Alternativen vorgestellt: die Demontage des Geräts für rund 8000 Euro, eine neue, erweiterbare Anlage oder eine neue mittelgroße Anlage. Die beiden neuen Anlagen würden allerdings (inklusive des Abbaus des alten Geräts) mit insgesamt rund 30.000 beziehungsweise sogar 70.000 Euro zu Buche schlagen - zu viel für den Bauausschuss.

"Wir können nicht die Gewerbesteuer rauf tun, die Grundsteuer rauf tun, und da bauen wir einen Luxuskinderspielplatz", sagte etwa Done Brunnhuber (UWG). Andreas Knoll (SPD) nannte ein 70.000 Euro-Spielgerät "kaum darstellbar" und schlug eine Kostendeckelung vor. Sein Fraktionskollege Gerd Ruchlinski plädierte hingegen dafür, den Spielplatz im Ostpark aus dem Spielplatzbau- und unterhaltsprogramm 2016 rauszunehmen und in der kommenden Sitzung gesondert über diesen Spielplatz zu sprechen.

Der Bauausschuss folgte letztlich Ruchlinskis Vorschlag. Einstimmig billigte der Ausschuss das Programm für das kommende Jahr mit einem Gesamtvolumen von 167.300 Euro. Die 70.000 Euro, die für den Spielplatz im Ostpark eingeplant gewesen wären, waren zuvor herausgenommen worden.

"Wollen Sie nach dem Ausweis fragen?"

An anderer Stelle waren sich die Ausschussmitglieder ebenfalls einig, und zwar darin, wer überhaupt auf einem der acht Bolzplätze in der Stadt spielen darf. Wie Gerhard Oswald von der Stadt erläuterte, gebe es bei zwei Bolzplätzen Beschwerden über Lärm durch dort spielende Erwachsene. "Wenn man so einen Bolzplatz als Gemeinde betreibt, ist man verpflichtet, Rücksicht auf die Nachbarschaft zu nehmen", gab Oswald zu bedenken. Ein Bolzplatzverbot für Erwachsene sah der Stadtmitarbeiter dennoch kritisch. Der pädagogische Aspekt eines Bolzplatzes gelte schließlich auch für junge Männer.

Gerd Ruchlinski sprach sich entschieden gegen eine Altersbeschränkung aus. "Wie wollen Sie kontrollieren? Wollen Sie nach dem Ausweis fragen? (...) Das geht doch gar nicht." Man müsse die Spielzeiten kontrollieren, das sei schon schwer genug. Margit Roller (CSU) fragte: "Gestatten sie einem 35-jährigen Vater nicht, dass er mit seinem sechsjährigen Sohn Fußball spielt?" Nachdem auch Irgmeier von der Stadtbau - unter anderem unter Verweis auf das Image Waldkraiburgs als "Sportstadt" - empfohlen hat, keine Altersbeschränkung zu verhängen, war dieses Thema rasch wieder vom Tisch.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

Zurück zur Übersicht: Waldkraiburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser