Erweiterung des Gewerbegebiets im Stadtentwicklungsausschuss

"Was da übrig bleibt, hat den Namen Wald nicht mehr verdient"

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Waldkraiburg - Am Mittwochabend sprach sich der Stadtentwicklungsausschuss mit zwei Gegenstimmen für eine Erweiterung des Gewerbegebiets nördlich der Daimlerstraße aus. Dafür wird Waldfläche verschwinden.

Es wird dabei das Ziel verfolgt, im Anschluss an das bestehende Gewerbegebiet nördlich der Daimlerstraße dringend benötigte Gewerbeflächen zu schaffen. Neben der generellen Nachfrage nach Gewerbeflächen gäbe es auch von ansässigen Betrieben wie beispielsweise der Firma Netzsch den Wunsch nach Flächen für eine Firmenerweiterung.

"Insbesondere soll auch ein Standort für ein neues Schalthaus, welches der Stromversorgung dient, planerisch gesichert werden", erklärt die Stadtverwaltung. Der Bau des Schalthauses ist zur Aufrechterhaltung und Sicherstellung der gestiegenen Stromnachfrage, die durch die Neuansiedlung und Erweiterung von Gewerbebetrieben innerhalb der vergangenen 15 Jahre bedingt sei, unumgänglich. "Der Standort ist aus technischer Sicht dort sinnvoll und notwendig. Zudem liegen im näheren, infrage kommenden Umfeld keine geeigneten Alternativstandorte."

Das Thema das Schalthauses war bereits auf der Stadtratssitzung im Februar behandelt worden. Der vorhandene, in eine Grünfläche eingebettete, in West-Ost-Richtung verlaufende Weg soll dabei erhalten bleiben, um die durchgängige Fuß- und Radwegeverbindung von der Stadt zur Staatsstraße 2091 aufrecht zu erhalten.

Kritische Stimmen zu Planungen

"Der Grünstreifen war bisher der einzige Puffer zwischen Wohn- und Gewerbegebiet. Das der nun derart reduziert wird, halte ich nicht für nötig", kritisierte Eva Köhr (CSU). Dem schloss sich auch Harald Jungbauer (CSU) an: "Was da übrig bleibt, hat den Namen Wald nicht mehr verdient!" Erster Bürgermeister Robert Pötzsch entgegnete, der Bedarf der Firmen sei unbestreitbar und akut. "Das ist schon eine schwierige Entscheidung", merkte Umweltreferent Done Brunnhuber (UWG) an. "Die Flächenversiegelung ist natürlich schlecht, aber hier überwiegt das Risiko, dass die Firmen sonst langfristig abwandern." Ulli Maier (UWG) merkte an, dass sämtliche Flächenverluste ausgeglichen und nachgeforstet würden. "Das ist dann aber nicht in Waldkraiburg", konterte Jungbauer.

Nicht nur in diesem Fall sehen einige unserer Leser die intensive Nutzung von Freiflächen in der Stadt kritisch. Wir haben uns zu den Hintergründen erkundigt.

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