Stadtmarketing aufgelöst

Wird "eine gut funktionierende GmbH platt gemacht"?

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Stadtmarketing-Geschäftsführerin Laura Pauli und Bürgermeister Robert Pötzsch Anfang März bei der Vorstellung des Existenzgründerwettbewerbs.
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Waldkraiburg - Schon lange war das Verhältnis angespannt, nun war auf der Sitzung des Stadtrates am Dienstag die Auflösung der GmbH Thema. Die Beschäftigten zeigten sich unzufrieden mit dem Ablauf der Auflösung.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Stadtmarketing GmbH wird wegen der angespannten Haushaltssituation der Stadt und für eine Neuorganisation aufgelöst.
  • Michael Steindl (UWG) klagte, eine gut funktionierende GmbH würde "platt gemacht".
  • Andere Mitglieder des Stadtrates betonten, die Arbeit der Stadtmarketing sei gut gewesen, die Auflösung aber nötig.

So lief die Diskussion im Stadtrat

Kein Ende, sondern ein Neuanfang soll es sein, erklärte Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG). Nach der Auflösung der Stadtmarketing GmbH soll eine Neuorganisation Neustrukturierung erfolgen. Zunächst soll es nur eine Pressestelle geben, das Weitere soll dann in den kommenden Monaten entschieden werden. 

Als Gründe für die Auflösung nannte er die angespannte Haushaltssituation der Stadt aber auch der beiden anderen Teilhaber der GmbH, der Stadtbau und den Stadtwerken. Außerdem hätten externe Berater im Rahmen der städtischen Haushaltskonsolidierung empfohlen, die Organisationsform, Personalausstattung und Ausrichtung der GmbH zu überprüfen. 

"Gut funktionierende GmbH wird platt gemacht"

"Ich sehe die Beschlussvorlage, alleine der Glaube fehlt mir", klagte Michael Steindl (UWG). Es sei ein gut funktionierendes und motiviertes System gewesen, dass sich unter der jetzigen Geschäftsführerin Laura Pauli weiterentwickelt und eine ausreichende Leistung erbracht habe, wie ein Gutachten ergeben habe."Meiner Meinung nach wurde das nicht ausreichend diskutiert, sondern pauschal gesagt: Wir wollen nicht mehr." 

Darüber hinaus gäbe es kein klares Konzept für das weitere Vorgehen. Die Stadt selbst räumte zudem ein, dass Wirtschaftsförderung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auf diese Art vollkommen neu konzipiert werden müssen. Er schloss seine Kritik mit den Worten: "Eine gut funktionierende GmbH wird platt gemacht, ohne darüber nachzudenken!" Fünf Leute werden entlassen ohne nachzudenken was man mit ihnen macht!" Seine Worte lösten einen lautstarken Applaus der im Publikum anwesenden Mitarbeiter der Stadtmarketing aus.

Mehrheit sah Auflösung als notwendig an

Anton Sterr (CSU) konterte, jenes Guthaben sei von der Vorraussetzung ausgegangen "Wir haben noch kein Konzept, weil es erst noch beraten werden soll." Das Modell der GmbH habe sich trotz vieler Anpassungen und Beratungen nicht bewährt. "Es gab häufig große Reibungsverluste. Keiner will zuständig sein." Er betonte, die Auflösung mache ihm keine Freude, dieser Weg sei aber notwendig und besser. Aus allen Fraktionen wurde im Folgenden noch geäußert, wie sehr man die Arbeit der Stadtmarketing teilweise geschätzt habe. Gleichzeitig wurde jedoch die Notwendigkeit der Auflösung vor allem seitens der CSU betont. 

Letztlich wurde die Auflösung mit vier Gegenstimmen aus der SPD und UWG beschlossen. Eine Mitarbeiterin der Stadtmarketing, die nicht namentlich genannt werden will, zeigte sich nach der Stadtratssitzung unzufrieden mit dem Ablauf der Auflösung. Sie seien kaum in die vorhergehenden Beratung einbezogen worden und wüssten erst jetzt definitiv, dass sie gekündigt würden.

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