Bauausschuss Waldkraiburg diskutiert

Aufstockung der Dieselschule: Es gibt Schwierigkeiten und Probleme

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Die Pläne für die Aufstockung der Schule.
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Waldkraiburg - Damit der Hort an der Dieselschule bleiben kann, soll diese aufgestockt werden. Nun wurde der Bauausschuss über den aktuellen Stand informiert:

In seiner Sitzung im Mai 2018 beschloss der Stadtrat einstimmig, dass die Grundschule an der Dieselstraße um ein Stockwerk erweitert werden soll. Denn langfristig werde dort der Bedarf an Klassenzimmern wegen starken Zuzugs in die Umgebung steigen, so die Stadtverwaltung. Nur wenn rasch mehr Räume entstehen, könne außerdem der Hort in der Schule bleiben. Das Bauprojekt sollte nach ersten Schätzungen insgesamt 3.900.000 Euro kosten. 

Untersuchungen durchgeführt

"Als erster Schritt für die weiteren Planungsschritte wurde durch die Schulleitung und dem Fachbereich ein Raumprogramm für die zusätzlich notwendigen Räumlichkeiten für den Grundschul- und Hortbetrieb erstellt", so die Stadtverwaltung. "Anschließend wurde ein Raumkonzept in Abstimmung mit allen Planungsbeteiligten für das Schulgebäude, einschließlich der durch die Aufstockung zusätzlichen Flächen, erarbeitet." Für die weitere Bearbeitung und Planungsarbeit sei der Gebäudezustand umfangreich untersucht worden. "Hierbei wurden für die statische Beurteilung des bestehenden Gebäudes und der Klassifizierung der brandschutzrelevanten Bauteile, viele Materialproben entnommen und untersucht beziehungsweise geprüft." Für diese Arbeiten seien Decken, Wände und Böden geöffnet und nach Beprobung beziehungsweise Untersuchung wieder verschlossen worden. "Dies konnte nur in Schulferien ausgeführt werden, damit der Schulbetrieb nicht gestört wurde."

Die Pläne für die Aufstockung der Schule.

Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Verlegung beziehungsweise Umstrukturierung, der überwiegend im Dachgeschoss befindlichen Versorgungsleitungen für Strom, Heizung und EDV- beziehungsweise Sicherheitstechnik, der durch die Aufstockung notwendig wird. "In mehreren Besprechungen wurde schnell ersichtlich, dass diese umfangreichen Arbeiten nur im Zeitraum der Sommerferien erfolgen können, ein Schulbetrieb ist während dieser Umverlegungsarbeiten nicht möglich."

Diverse Probleme festgestellt

Zusammenfassend sei zu sagen:

  • Beim Süd- und Zwischenbau würden keine Beeinträchtigungen für eine Aufstockung bestehen
  • Beim Nordbau könnten zusätzliche Lasten durch die Aufstockung nicht aufgenommen werden, eine zusätzliche statische Abfangung der Aufstockung sei vorzusehen
  • Es würden Mehrkosten entstehen 
  • Es sei eine gestalterische Einbindung im Außenbereich oder zusätzliche Einbauten in den Klassenzimmern erforderlich

Hinsichtlich des Brandschutzes sei festgestellt worden, dass durch die Erhöhung des Gebäudes um ein Obergeschoss die Einstufung der Gebäudeklasse verändert beziehungsweise erhöht würde. "Hierdurch erhöhen sich die brandschutztechnischen Anforderungen der Gebäudebestandsteile wie Wände, Decken, Türen und so weiter. Dies führt dazu, dass das gesamte Bestandsgebäude an die neuen brandschutztechnischen Anforderungen angepasst werden muss."

Konkret bedeute dies:

  • Im Südbau würden die Decken den neuen Anforderungen entsprechen
  • Im Nordbau würden die Decken nicht die geforderte Brandschutzklasse erreichen, dort seien Nachbesserungen mit entsprechendem Kostenaufwand erforderlich
  • Teilweise müssten die Trennwände zwischen Räumen und notwendigen Fluren nachgerüstet werden
  • Flur-Abschlusstüren würden nicht mehr der notwendigen Einstufung entsprechen und müssten ertüchtigt beziehungsweise erneuert werden 
  • Vorhandene Bauteile aus Stahl müssten ebenfalls durch die erhöhten Anforderungen ertüchtigt werden.

Hinsichtlich Schallschutz und Raumakustik sei festgestellt worden, dass die vorhandene Substanz im Bereich der Zwischentüren bei den Unterrichtsräumen nachgebessert werden müsste. "Die Akustik in den Klassenzimmern ist ebenfalls nicht ausreichend und es müssten schallschutztechnische Einbauten erfolgen, dies müsste aber bereits im bestehenden Gebäude nachgerüstet werden."

Alternative soll geprüft werden

"Aufgrund der dargestellten Schwierigkeiten und Problemen mit zu erwarteten hohen Mehrkosten wurde eine weitere Variante für die Erweiterung des Schulgebäudes erörtert, diese wird derzeit näher auf ihre Machbarkeit und dem Kostenaufwand untersucht", so die Stadtverwaltung. Der Alternativvorschlag sieht vor, dass der Gebäudebestand soweit wie möglich belassen wird, die notwendigen zusätzlichen Räume werden im Zuge eines angegliederten Neubaus erstellt. "Ob hier ein Teil des Bestandsgebäudes, genauer gesagt der Nordbau als ältester Gebäudeteil, mit abgebrochen werden muss, wird in der weiteren Planung geprüft." Eine Entscheidung mit Vorlage der notwendigen Angaben über die Machbarkeit und den zu erwartenden Kosten soll in der nächsten Bau-, Verkehr- und Umweltausschuss-Sitzung getroffen werden. "Eine Bezugsfertigkeit zum Schuljahresbeginn 2020/2021 kann bei beiden Varianten aufgrund der umfangreichen Voruntersuchungen und Komplexität der Maßnahme nicht eingehalten werden."

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