Simulator in Waldkraiburg fast fertig

Er soll den Rettungsgassen-Ärger von Feuerwehrlern erlebbar machen

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Bald soll der Simulator fertig sein. 
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Waldkraiburg - Deutsche Autofahrer sind uneinsichtig, noch viel zu selten werden für Feuerwehren und Notärzte Rettungsgassen gebildet. Wie das für eine Rettungskraft ist, soll bald ein Simulator im Feuerwehrmuseum der Industriestadt vermitteln.

"Im Vorfeld der Planungen haben wir viel recherchiert und sind dabei auch auf den Fahrsimulator der Feuerwehr Frankfurt am Main gestoßen", berichtet Alexander Süsse, Vorsitzender des Feuerwehrmuseums. "Dieser Simulator kam unseren Vorstellungen am nächsten, auch wenn unser Budget eine so aufwändige Umsetzung nicht erlaubt, wollen wir uns doch mit unseren Mitteln an diesem beeindruckenden Projekt orientieren." Es sei dann auch Kontakt mit den Frankfurter Floriansjüngern aufgenommen worden, die überaus auskunftsfreudig und hilfreich gewesen seien. Das gesamte Projekt ist sponsorenfinanziert, vor allem durch Unternehmen aus der Region, die auf verschiedene Weise aushelfen. 

Das große Vorbild: Der Fahrsimulator der Feuerwehr Frankfurt am Main.

Der Startschuss erfolgte im Oktober 2016. "Nach langer Vorarbeit und vielen Gesprächen und Emails erwartete uns die Fahrerkabine eines MAN TGS 18.440 zur Abholung. Zwar noch im zivilen Grau, aber dennoch eine imposante Erscheinung", berichtet Süsse. Noch am selben Tag kam die Kabine zur Firma Josef Lentner GmbH nach Hohenlinden zur weiteren Bearbeitung. Diese ist ein Fachunternehmen für individuelle Feuerwehrfahrzeuge. Etwa ein Jahr dauerte es dann, bis schließlich im Oktober 2017 wiederum dort die Kabine im aktuellen Design der neue Generation von Feuerwehrfahrzeugen aus dem Hause Lentner fertiggestellt war."Der Umbau war vollkommen kostenlos für uns. Das war eine sehr aufwändige Arbeit die mit viel Handarbeit erfolgte. Der Umbau dauerte so lange, da die Arbeiten immer dann erfolgten, wenn bei der Firma zwischendrin einmal Zeit war", erklärt Süsse.

Simulator kann auch leicht transportiert werden

Ein nächster Schritt folgte dann Ende Oktober 2017. Bei der Firma Hoffmann GmbH, einem Lkw-Spezialist aus Erding, konnte das Transportgestell für den Simulator abgeholt werden. "Das Fahrgestell wurde für das Feuerwehrmuseum Bayern extra in der original MAN-Fahrgestellfarbe lackiert.

Der besondere Clou an dem Fahrgestell: Mittels eines normalen Gabelstablers, kann die Kabine in Zukunft transportiert werden", freut sich Süsse. "Dies ist besonders für Veranstaltungen, welche des Feuerwehrmuseum Bayern besucht interessant."

Die Lkw-Kabine, noch in zivil ...

Nur wenige Tage darauf fand dann die "Hochzeit" zwischen Kabine und Fahrgestell statt. "Die Kabine steht bombenfest und ist gut auf einem Auto-Anhänger verlastbar, hier gilt unserem Partner 'Mietoldtimer & mehr' unser Dank, deren Anhänger wir immer wieder für solche Anlässe nutzen dürfen!" Im März 2018 gab es dann außerdem eine gute Nachricht. Die Firma Gruber Landtechnik Ampfing spendete einen Anhänger zum Transport des Rettungsgassen-Simulators. Dieser wurde daraufhin als Sonderanfertigung hergestellt und konnte dem Museum im Dezember 2018 übergeben werden. "Somit können wir mit unserem Simulator in Zukunft direkt vor Ort sein, bei Veranstaltungen der Hilfsorganisationen und zur Ausbildung von Einsatzkräften." Im April des vergangenen Jahres folgten darüber hinaus  die Halterungen für die Bildschirme und schließlich im September die Bildschirme selbst. 

Simulator soll schon bald einsatzbereit sein

"Mit der 'Hardware' sind wir jetzt soweit fertig, nun geht's noch darum, dass die Software genau abgestimmt wird", berichtet Süsse. Er hat ein ehrgeiziges Ziel: "Am 26. April soll eine Sonderausstellung zum Thema Rettungsgasse eröffnen. Bis dahin soll der Simulator einsatzfähig sein." 

... und umgebaut auf Feuerwehr-Standart, bereits auch auf ihrem Transportgestell.

Es gäbe bereits ein enormes Interesse, berichtet der Museums-Vorstand. Bereits im Februar des vergangenen Jahres sorgte der Simulator für Schlagzeilen und nicht wenig Medieninteresse. "Einerseits von unseren Besuchern, die immer wieder fragen, wann er endlich fertig ist. Andererseits aber auch von vielen Feuerwehren aus der Region, die ihn gerne bei Veranstaltungen nutzen würden." Selbst das Bayerische Innenministerium habe bereits Interesse bekundet. "Beim 'Blaulichtempfang' in der Staatskanzlei im April des vergangenen Jahres durften wir das Projekt Herrn Innenminister Herrmann vorstellen."

Mit der Ausstellungseröffnung im April soll übrigens noch nicht Schluss sein mit dem Projekt. "Wir planen, auch noch eine Mini-Version, eingebaut in die Fahrerkabine eines Smarts zu bauen", verrät Süsse. "Denn die Lkw-Kabine ist natürlich von ihren Maßen her auf Erwachsene ausgelegt, so das sie von Kindern nicht gescheit genutzt werden kann. Das soll die Klein-Version ausgleichen."

Erfahren Sie hier: So bilden Sie die Rettungsgasse richtig.

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