In Waldkraiburger Asylunterkunft

30.000 Euro Sachschaden bei Tumulten Anfang Juni

+
  • schließen

Waldkraiburg - Nach den heftigen Tumulten Anfang Juni in der Asylunterkunft ist nun die Höhe des Sachschadens bekannt. Es laufen weiterhin Gespräche zur Verbesserung der Situation. 

"Bei den Tumulten in der Dependance der Aufnahmeeinrichtung Oberbayern in Waldkraiburg Anfang Juni entstand ein Sachschaden von etwa 30.000 Euro", erklärte auf Nachfrage unserer Redaktion der Pressesprecher der Regierung von Oberbayern, Dr. Martin Nell, "Insbesondere gingen zahlreiche Scheiben von Fenstern und Glastüren zu Bruch, außerdem wurde die Fassade beschädigt." 

Weiterhin Gespräche zur Verbesserung der Situation

Lesen Sie auch:

Die Vorgeschichte der Asylunterkunft an der Aussiger Straße

Weiterhin würden sich alle Beteiligten in einem intensiven Austausch darüber befinden, welche der bislang vorgeschlagenen Optimierungsmöglichkeiten in welcher Form umgesetzt werden können. "Der bisherige Austausch der Regierungspräsidentin Maria Els unter anderem mit dem Bürgermeister Robert Pötzsch sowie dem Gebäudeeigentümer ergab, dass mehr Aufenthaltsmöglichkeiten und auch ein Bolzplatz auf dem Betriebsgelände des Berufsförderungszentrums (BFZ) Peters geschaffen werden sollen", berichtete Nell, "Dies soll den öffentlichen Raum und damit insbesondere die Anwohner von Lärm entlasten." Zudem sollen Aktivitäten des Arbeitskreises Asyl für die Bewohner vom "Freiraum 36" in die Aufnahmeeinrichtung verlegt werden. Das bereits angekündigte Gespräch zwischen Regierungspräsidentin Maria Els und der Integrationsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung Mechthilde Wittmann soll in Kürze stattfinden.

Polizeieinsatz an der Asylunterkunft Waldkraiburg

Bilder

"Was die allgemeine Sicherheit betrifft, wurde sofort nach den Ausschreitungen das Personal des Sicherheitsdienstes dauerhaft aufgestockt und die Polizeipräsenz erhöht", so Nell. Zur Umsetzung der möglichen Optimierungsmaßnahmen fanden bereits mehrere Termine vor Ort statt.

Heftige Tumulte Anfang Juni

Als die Behörden an einem Mittwochabend Anfang Juni verbotene Kühlschränke aus den Räumen der Bewohner entfernen lassen wollten, kam es zu massiven Tumulten. Mehrere hundert Polizisten mussten am Ende die Einrichtung stürmen, um die Lage zu beruhigen. Unter den fünf Verletzten waren auch drei Polizisten. Gegen drei Personen wurde in der Folge Abschiebehaft verhängt, drei weitere wurden fünf Tage später verhaftet. Außerdem wurden 21 als Rädelsführer identifizierte Personen auf andere Unterkünfte in ganz Bayern verteilt.

Bereits am Tag darauf gab es Forderungen aus der Politik nach harten Konsequenzen. Außerdem finden, auf Vorschlag von Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG), Gespräche zwischen Stadt, Betreibern der Einrichtung, der Regierung von Oberbayern und dem Polizeipräsidium statt. Ministerpräsident Markus Söder machte sich am selben Wochenende noch zusammen mit Innenminister Herrmann vor Ort ein Bild der Lage.

Sechs Tage nach den Tumulten teilten dann die Beteiligten des "runden Tischs" mit, dass sie sich in einem Behördengespräch auf Maßnahmen verständigten, mit denen die Situation in und um die Asyl-Unterkunft zusätzlich verbessert werden soll. Eine Woche nach den Vorfällen fand außerdem ein Treffen der Integrationsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung, Mechthilde Wittmann (CSU) mit Anwohnern der Asylunterkunft statt. Diese berichteten von teils massiven Problemen mit den Bewohnern der Unterkunft. Wittmann versprach, die angesprochenen Probleme sowie mögliche Lösungsansätze an die zuständigen Stellen weiterzuleiten. Entsprechende Schreiben wurden inzwischen verschickt.

Das Berufsförderungszentrum (BfZ) Peters, auf dessen Gelände sich die Erstaufnahmeeinrichtung befindet gab außerdem kürzlich bekannt, dass die Aus- und Weiterbildung in Waldkraiburg eingestellt wird. Die Geschäftsführung betonte wiederholt, weder habe dies mit der Erstaufnahmeeinrichtung zu tun, noch sei derzeit eine Nutzung der frei werdenden Wohnung als Unterkunft für Asylbewerber geplant.

Zurück zur Übersicht: Waldkraiburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser