Nur 400 Quadratmeter würden bleiben

Soll ein Großteil des Haidaer Parks einem Bauprojekt weichen?

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Waldkraiburg - Es ist für manche eine der letzten grünen Inseln in der Innenstadt. Der Haidaer Park in der Graslitzer Straße. Nun könnte es sein, dass 1200 Quadratmeter davon einem Mehrfamilienwohnhaus weichen müssen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • An der Graslitzer Straße soll ein Mehrfamilienwohnhaus mit zehn Wohneinheiten entstehen.
  • Laut einer Stellungnahme des Bauamts ist jedoch eine Zufahrt nur von der Haidauer Straße aus möglich, die wiederum die Errichtung einer Wendefläche nötig macht.
  • Dem müssten 1200 Quadratmeter des "Haidaer Parks" weichen, es bliebe eine Restfläche von 400 Quadratmetern.
  • Diese Pläne riefen massiven Widerspruch seitens des SPD-Stadtrats Gerd Ruchlinski hervor.
  • Die Mehrheit der Stadträte gab jedoch der Schaffung von Wohnraum den Vorzug.
  • Nun soll ein Bebauungsplan die Details klären

So lief die Diskussion im Bau-, Verkehr- und Umweltausschuss

Die Stadtverwaltung stellte das Projekt am Mittwoch im Bau-, Verkehr- und Umweltausschuss vor. Es geht um die Errichtung eines Mehrfamilienwohnhauses mit voraussichtlich zehn Wohneinheiten an der Graslitzer Straße. Das Problem ist jedoch, dass eine fachliche Stellungnahme der Unteren Bauaufsichtsbehörde ergab, dass eine Zufahrt von der Graslitzer Straße aus nicht möglich ist. 

Daher muss diese von der Haidaer Straße aus erfolgen. Dies wiederum macht aber die Einrichtung einer Wendefläche nötig, die auch dreiachsigen Müllfahrzeugen Platz bietet.

Aus diesem Grund sollen 1200 Quadtratmeter des Haidaer Parks weichen. Es bliebe eine Restfläche von nur noch 400 Quadratmetern. 

Gewinn an Wohnraum aber Verlust an Grünfläche

Die Stadtverwaltung selbst gab zu bedenken, dass dadurch dem Gewinn an Wohnraum ein erheblicher Verlust an Grünflächen gegenüber stünde. Ein Stadtrats-Beschluss von 1967 müsste aufgehoben werden. Daher wurde ein Antrag auf Bauvorbescheid, gestellt, weil der Fall als zu kompliziert für eine reine Stellungnahme des Bauausschusses eingeschätzt wurde."Das ist ein richtiges Thema."

Sowohl Stadträtin Erika Roller (CSU) als auch Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) hakten noch einmal nach, ob es keine andere Lösung gebe. Dies musste von Seiten der Stadtverwaltung verneint werden, laut Bauamt gäbe es keine andere Lösung. Auch eine Mehrheit der Anwesenden stimmte zu, dass die Gegebenheiten in der Haidaer Straße eine solche Wendefläche nötig mache. Done Brunnhuber (UWG) stellte fest: "Das braucht einen Stadtratbeschluss oder die Aufstellung eines Bebauungsplans!" Er forderte, den Stadtrat unbedingt mit in die Verantwortung für diese Entscheidung mit hineinzunehmen. 

Keine Verhältnismäßigkeit?

Enorm kritisch sah das Ganze Gerd Ruchlinski (SPD): "Für mich ist das eine ganz klare Sache."  Zum einen würde die Bewohner eines nahegelegenen  Altenheims durch den zusätzlichen Verkehr und die entstehende Luftverschlechterung und Lärmbelästigung enorm belastet. Zum anderen müsse nicht die letzte Grünfläche in der Stadtmitte einer Bebauung geopfert werden. "Die 400 Quadratmeter Restfläche sind lächerlich. Die diversen Bauprojekte, etwa der WSGW in der Reichenberger Straße und am Iserring, würden bereits den Bedarf decken. "Irgendwann haben wir dann wieder Leerstände, ich sehe es nicht ein, dafür Grünflächen zu opfern!"

Gustl Schenk (UWG) stimme ihm bei seiner Einschätzung des Nutzens der Restfläche indirekt zu: "Ich habe mir das selber angeschaut. Ich bin kein Holzfachmann, aber wenn man das wegschneidet, bei unseren Windverhältnissen, da kracht's dann. Auf das Dreieck kommt's dann nicht mehr an." Diese Ausführung brachte wiederum Ruchlinski in Rage: "Das sind 1200 Quadratmeter die da weichen sollen, ich will dem garnix geben, damit nicht 400 übrig bleiben, die er nicht nutzt. Das ist ja ganz g’scheit!"

Margit Roller (CSU) sah im Gegensatz zu Ruchlinski sehr wohl eine Verhältnismäßigkeit bei dem Projekt. Zusätzlicher Wohnraum und eine Verdichtung der Innenstadt seien dringend nötig. "Wenn man sich die Warteliste der Stadtbau betrachtet, dann sieht man dass da eine Nachfrage da ist, die sonst nicht befriedigbar wäre", mahnte sie. 

"Dagegen, dass man überhaupt anfängt, zu planen"

Zuletzt kam es zur Abstimmung. Die Beschlussvorlage sieht vor, dass auf Grund der fachlichen Stellungnahmen der geplanten Bebauung vorerst nicht zugestimmt wird. Zur Klärung des Sachverhalts soll ein formeller Antrag auf Bauvorbescheid eingereicht werden. Gegebenenfalls sei die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich. Die Entscheidung darüber soll nach Vorlage des Vorbescheids erfolgen. Die einzige Gegenstimme kam von Gerd Ruchlinski, der anmerkte: "Ich bin dagegen, dass man überhaupt anfängt, zu planen!“

Im Moment sind keine freien Wohnungen im Angebot der Stadtbau verfügbar.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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