Waldkraiburger Freibad wird erneuert

„Sehr ehrgeiziger Zeitrahmen“ - Waldbad-Sanierung wichtigen Schritt weiter

Das Waldbad in Waldkraiburg. Bis 2024 soll es saniert werden.
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Das Waldbad in Waldkraiburg. Bis 2024 soll es saniert werden.

Waldkraiburg - Die Sanierung des Waldbads ist ein ordentliches Stück weiter. Der Stadtrat hat die nächsten Schritte beschlossen.

Der Stadtrat beschloss in seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig, einer Sanierung des Waldbads am bisherigen Standort zuzustimmen. Dafür werden Mittel von bis zu 12,6 Millionen Euro, einschließlich Fördermitteln, in den Haushalten der nächsten Jahre bereitgestellt. Nun soll ein Realisierungswettbewerb ausgeschrieben werden. Das Ergebnis muss dann noch einmal vom Stadtrat gebilligt werden. Außerdem wurden Anpassungen des Flächnnutzungs- sowie des Bebauungsplans beschlossen. Das Projekt soll bis Ende 2024 umgesetzt werden.


Waldkraiburger Stadtrat beschließt Waldbad-Sanierung bis 2024

Eigentlich hatte sich der Stadtrat, nach heftigen Debatten und mit zahlreichen Gegenstimmen, Anfang 2018 für die Variante eines Neubaus an neuem Standort in interkommunaler Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Aschau am Inn entschlossen. Das bestehende Bad wäre dabei abgerissen worden. Diese Pläne zerschlugen sich dann aber Ende 2018, als ein Bürgerentscheid dort sich mit knapper Mehrheit dagegen aussprach. In der Folge beschloss das Gremium, zur weiteren unterstützenden Begleitung der Entscheidungsfindung eine Projektgruppe zu bilden.


Das Ergebnis von deren Arbeit wurde dann auf der Stadtratssitzung und dann noch einmal auf einer Bürger-Infoveranstaltung im Juli 2020 vorgestellt. Die Projektgruppe hatte sich für den Erhalt des bisherigen Waldbad-Standorts ausgesprochen, zwei Sanierungsvarianten ausgearbeitet und sich mehrheitlich für die Variante 1 ausgesprochen. Beide Varianten sehen folgendes Beckenprogramm vor:

  • 50-Meter-Sportbecken mit 8 Bahnen
  • 10 Meter Sprungturm/-becken
  • Neubau eines Erlebnisbeckens als Ersatz für das Nichtschwimmerbecken
  • Neubau des Kleinkinderbereichs
  • Spraypark (als Ersatz für das bisherige Wellenbecken)

Umsetzung bis 2024 - Kosten erhöhen sich

Die Variante 1 unterscheidet sich dabei im Wesentlichen von Variante 2 dadurch, dass das bestehende Sport- und Sprungbecken saniert und nicht an anderer Stelle auf dem Waldbadareal neu errichtet werden soll. Beide Varianten sehen den Neubau des Umkleidetrakts, die Erweiterung von Parkplätzen sowie die Kiosk- und Techniksanierung vor. Beide Varianten machen eine Erhöhung der geplanten Kosten von ursprünglich angedachten elf auf 12,6 Millionen Euro nötig.

Die beiden Varianten für die Sanierung des Waldbads.

„Im Rahmen des Bundesförderprogramms zur Sanierung von Sportanlagen wurden der Stadt Waldkraiburg Fördermittel in Höhe von 1,6 Millionen Euro zugesagt“, so die Stadtverwaltung. Dabei sei auch ein Planungswettbewerb nahegelegt worden, bei dem auch Barrierefreiheit sowie ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit zentrale Punkte sein sollen.

„Wir haben uns mit der geplanten Umsetzung bis 2024 einen recht ehrgeizigen Zeitrahmen gesteckt“, mahnte Carsten Schwunck, Abteilungsleiter des Bauamts. „Damit wir auf der rechtlich sicheren Seite sind, müssen wir außerdem den Flächennutzungs- und den Bebauungsplan für das Projekt anpassen. Das letzte was wir brauchen, sind hier rechtliche Probleme." Zudem könne so beispielsweise die Parkplatzsituation geregelt werden.

Sterr: Stadtrat soll Entscheidungen nicht an Stadtwerke abgeben

„Der Souverän bei diesem Thema ist der Stadrat, nicht die Stadtwerke“, mahnte CSU-Fraktionssprecher Anton Sterr an. Er kritisierte, dass in der ursprünglichen Beschlussvorlage die Umsetzung des Wettbewerbs und die Bewilligung des Ergebnisses allein Sache der Werke sein sollte. „Das kann nicht sein, dass muss geändert werden!“ Zudem solle statt einem Planungs- ein Realisierungswettbewerb ausgeschrieben werden. Erster Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) stimmte dem widerspruchslos zu..

Daneben wurde angeregt, dass auch der Erhalt des Sprungturms sowie der „Arena“ beim Sportbecken Teil der Rahmenbedingungen für den Wettbewerb sein sollten. „Wir haben da keinen Puffer, was wir jetzt beschließen muss passen, sonst schaffen wir es nicht im angedachten Zeitrahmen“, mahnte Bauamts-Abteilungsleiter Schwunck nochmals.

hs

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