Der Wald ist doch kein Mülleimer!

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Waldkraiburg - Ein Autoreifen, ein Teppich, eine Kondompackung: Müll soweit das Auge reicht im Tannet. Umweltverschmutzung ist und bleibt ein Problem! Der Bund Naturschutz dazu:

Interessante Sperrmüll-Entsorgung!

Mutter Natur kann ja nur noch weinen müssen. Nachdem am Donnerstagmorgen das Bild eines im Wald abgeladenen Sofas auf Innsalzach24 auftauchte, wollten wir's wissen und haben uns selbst auf den Weg gemacht. Und was wir gefunden haben, hat uns so gar nicht gefallen. Wir mussten noch nicht mal besonders suchen. Der Müll hat uns geradezu erschlagen: Autoreifen im Gebüsch, ein zusammengerollter Perserteppich im Unterholz, McDonalds-Tüten noch und nöcher.

Der Foto-Beweis: Müll ohne Ende

Was so alles an Müll im Wald liegt

Wir haben uns nach dem Waldspaziergang mit Gerd Ruchlinski unterhalten. Er ist der 1. Vorsitzende der Waldkraiburger Ortsgruppe vom Bund Naturschutz. Und Ruchlinksi kennt das Problem nur zu gut. "Das Unrechtsbewusstsein der Menschen ist offenbar stark zurückgegangen," klagt er an. "Manche Sachen passen nicht in die reguläre Mülltonne, manchmal ist der Müll schon voll, bevor er geleert wird. Dann bringt man die Sachen eben in den Wald. Kostet nichts, geht schnell." Auch die Tatsache, dass es seit einigen Jahren keine offizielle kostenlose Sperrmüll-Abholung mehr gibt, trage zur Umweltverschmutzung bei. "Jetzt muss man nämlich bei der Stadt anrufen und die Abholung bestellen. Und dafür zahlen. Da ist es natürlich auch einfacher, schnell in den Wald zu fahren," ärgert sich Ruchlinski.

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Dabei stünden ordentliche Strafen auf diese Art der Umweltverschmutzung. "In schweren Fällen kann das bis zu 40.000 Euro gehen. Aber auch beispielsweise bei einem Sofa sind es sicher mehrere hundert Euro, die der Täter zahlen muss. Es ist auf jeden Fall teurer, als den Müll ordnungsgemäß zu entsorgen, das steht fest," so der Vorsitzende der Waldkraiburger Ortsgruppe Bund Naturschutz.

Was genau passiert denn mit der Natur, wenn im Wald Müll abgelagert wird?

"Das kann viel übler kommen, als man denkt," warnt Ruchlinksi. "Nicht umsonst ist es verboten. Heutzutage wird vieles ja aus Kunststoffen hergestellt, die sich einfach nicht biologisch abbauen. Stattdessen können sich die Stoffe in gefährlichere umwandeln, da können giftige Gase entstehen. Wenn etwas ins Grundwasser kommt, ist die Auswirkung verheerend." Alte Möbel würden oft noch den Stoff "Formaldehyd" tragen, was sehr ungesund für die Natur sei. Manche Kunststoffe sind in einem langen, trockenen Sommer eventuell sogar entflammbar. "Und wenn auch nur die Orchideen kaputt gehen, die in unseren Wäldern auch wachsen, ist das schon schlimm genug," so Ruchlinski.

Also: Müll ordnungsgemäß entsorgen - denn am Ende schadet man sich selbst.

ds

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