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Alternativen sind gefragt

Ukraine-Krieg: Wichtige Rohstoffe werden bei Waldkraiburger Unternehmen knapp

Sollte es zum Gas-Stopp kommen, stehen bei Haldenwanger von heute auf morgen die Räder still.
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Sollte es zum Gas-Stopp kommen, stehen bei Haldenwanger von heute auf morgen die Räder still.

Die ersten Auswirkungen des Ukraine-Krieges und der Sanktionen gegen Russland sind auch bei den Waldkraiburger Unternehmen angekommen – jedoch in sehr unterschiedlichem Ausmaß.

Waldkraiburg – Alle kämpfen mit enormen Preissteigerungen für Energie und Rohstoffe, Lieferengpässen und einem Teil bereitet ein eventueller Gas-Stopp Sorgen. Mancher müsste dann sogar mehr oder minder von heute auf morgen den Betrieb einstellen.

„Alle berichten von Schwierigkeiten beim Bezug von Rohstoffen und Materialien und klagen über die steigenden Energiepreise“, erzählt Joachim Maier, Vorsitzender der Industriegemeinschaft Waldkraiburg und Aschau (IGW). Aber kein Unternehmen sei auf den Export nach Russland angewiesen.

Bei Netzsch Pumpen und Systeme ging das Russland-Geschäft um 50 Prozent zurück. Bezogen auf den Gesamtumsatz von 120 Millionen Euro mache das aber, so Geschäftsführer Felix Kleinert, nur rund fünf Prozent aus. „Wenn es so bleibt, dann hat das auf die Beschäftigten keine Auswirkungen“, so Kleinert, der in Waldkraiburg 650 Mitarbeiter hat.

Insgesamt sind die befragten Unternehmen noch relativ beruhigt: Die Geschäfte laufen (noch) gut. „Unsere Auftragslage ist sehr gut“, meint zum Beispiel Joachim Maier, in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer von Morgan Advanced Materials Haldenwanger. „Wir können nicht klagen.“

Das wären für die 250 Mitarbeiter gute Nachrichten, wäre Haldenwanger als Hersteller von technischen Keramiken in der Produktion nicht auf Gas-Öfen angewiesen. Sollte es hier zu einem Stopp kommen, „müssten wir den Betrieb befristet schließen“, so Maier. Zwar prüfen die Mitarbeiter den Einsatz von Flüssiggas oder Wasserstoff, die sei aber bei den Öfen erst mittel- bis langfristig möglich. Und So bleibt hier nur die Hoffnung, dass es im Herbst keinen Gas-Stopp gibt.

Fehlende Rohstoffe sind das Problem

Gas ist auch bei Maier Walzen für die Produktion essentiell. Derzeit treiben den Geschäftsführer Werner Maier aber die Probleme bei den Rohstoffen um: Stahl und Gummi sind nur sehr schwer oder gar nicht mehr zu bekommen. Und wenn, dann sind die Preise um 30 und 100 Prozent gestiegen. „Je nach Stahlart explodieren die Preise“, so Jörg Bornemann, Geschäftsführer von Dickow-Pumpen.

Maier, der 40 Mitarbeiter beschäftigt, kann die Preissteigerungen derzeit weitergeben. „Die Kunden sind bereit, den höheren Preis zu bezahlen.“ Bornemann geht es da nicht so gut: „Ein gehöriger Teil der Mehrkosten bleibt bei uns hängen.“

Angebote gibt es nur noch tagesaktuell. Bei allen Problemen: „Wir mussten noch keinen Auftrag ablehnen“, freut sich Maier. „Unsere Sorgen sind eher mittelfristig.“

Noch sind die Auftragsbücher voll

Auch bei Dickow sind die Auftragsbücher noch voll und Bornemann kann einigermaßen beruhigt feststellen: „Bis jetzt hat der Ukrainie-Krieg sonst noch keine Auswirkungen.“

Ähnlich sieht es bei Hiery NE-Metallguss aus. Geschäftsführer Michael Achatz: „Bis auf die gestiegenen Energiepreise merke ich noch nichts.“ Auch er kann die Preiserhöhungen, noch weitergeben. Aber auch er braucht in der Produktion einen Gasofen. Ein Gas-Stopp wäre auch für Achatz „ganz schlimm“. Und so reagiert er wie alle anderen befragten Unternehmen: „Ich suche jetzt nach anderen Lösungen.“

Andere technische Lösungen zur Energieversorgung werden gesucht

Das gilt nicht nur für Gas, sondern für alle Rohstoffe, die derzeit nicht mehr oder nur noch sehr schwer und zu wesentlich höheren Kosten zu bekommen sind. „Wir suchen in Abstimmung mit unseren Kunden nach anderen technischen Lösungen“, berichtet etwa Netzsch-Chef Kleinert.

Erneuerbare Energien helfen

Zwar merkt auch Netzsch die gestiegenen Energiepreise. Doch hier profitiert das Unternehmen von dem Neubau mit Photovoltaikanlage und Wärmepumpe. Das biete künftig nicht nur Versorgungssicherheit, es helfe auch beim Sparen, so dass unterm Strich die Kosten wohl konstant bleiben.

Geothermie ist eine Möglichkeit

Ähnlich gut ist Dickow aufgestellt. „Wir haben uns als erstes Waldkraiburger Unternehmen an die Geothermie angeschlossen“, freut sich Geschäftsführer Jörg Bornemann. Gas werde nur noch in Teilbereichen für die Raumwärme und für Warmwasser benötigt.

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