Kreative Kriegsaufarbeitung

Sich selbst ein Bild machen über den 1. Weltkrieg

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Das Schlachtenpanorama von Patricia Bucher (Zum Vergrößern bitte klicken)

Waldkraiburg - Außergewöhnliche Kriegsaufarbeitung: Die städtische Galerie zeigt kuriose Kunstwerke, welche einst verboten waren oder Star Wars mit dem alten Rom verknüpfen.

Mit Arbeiten von Patricia Bucher, Chris Dreier, Stefan Heller und Andreas Seltzer sowie Bildern aus dem Melton Prior Institut für Reportagezeichnung und historischen Objekten.

Eröffnung: Donnerstag, den 25. September um 19 Uhr Ausstellungsdauer: 26. September – 16. November 

Das Stadtmuseum Waldkraiburg und die Städtische Galerie zeigen ab dem 25. September eine gemeinsame Ausstellung, die im Zusammenhang mit den vielfältigen Aktionen im Landkreis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor hundert Jahren steht. „Sich ein Bild machen. Über den Ersten Weltkrieg und ein Schlachtenpanorama“ wird sowohl historische Sichtweisen präsentieren, als auch anhand verschiedener künstlerischer Beiträge aufzeigen, welche interessanten Aspekte dem Thema heute abzugewinnen sind. Sie leistet damit einen herausragenden Beitrag zu den diesjährigen Geschichtstagen, die ab dem 6. November im ganzen Landkreis stattfinden.

Verbotene Mappen zu sehen

Andreas Seltzers Werk aus der Serie Verdun (Zum Vergrößern bitte hier klicken)

Die Waldkraiburger Ausstellung zeigt Zeitungsillustrationen aus dem Besitz des Melton Prior Instituts für Reportagezeichnung sowie Propagandafotografien eines „Kriegs-Dioramas“ von 1914/16 zu den weltweiten Kriegsschauplätzen. Ergänzt durch zahlreiche Originalobjekte, die mit Motiven bedruckt sind, stehen sie für die öffentlich verbreiteten Kriegsdarstellungen jener Jahre. Als Gegenposition wird eines der wenigen zeitgleichen, pazifistischen Bildprojekte von 1916 vorgestellt - eine damals in Zürich verlegte, jedoch sofort nach ihrem Erscheinen von allen kriegführenden Nationen verbotene Grafikmappe von Willibald Krain.

Kreative Aufarbeitung anhand von Verdun

Neben diesem Blick auf historische Materialien widmen sich Chris Dreier und Andreas Seltzer dem Thema mit ihren künstlerischen Mitteln. Sie betrachten das heutige Erinnern an den Ersten Weltkrieg am Beispiel der touristischen Aufbereitung des ehemaligen Kriegsschauplatzes Verdun. Aktuelle Werbeprospekte und Souvenirs aus Verdun werden mit den persönlichen Überlegungen der Beiden kombiniert und zu einer Gesamtinstallation zusammengefügt. Während Chris Dreier in ihren Lochkamerafotografien die vernarbte Landschaft des Grabenkriegs untersucht, zeigt Andreas Seltzer (Unterstand/Unterwelt-) Zeichnungen, in denen er der zwiespältigen Faszination des Untergründigen nachspürt. So entstehen „Terrainsondierungen, die dem verdeckten Schrecken unter der dünnen Vegetationsschicht Ausdruck zu geben suchen“.

Der Krieg als immer wiederkehrendes Motiv

Das Schlachtenpanorama von Patricia Bucher (Zum Vergrößern bitte klicken)

Patricia Bucher und Stefan Heller nehmen sich dem Themenkomplex jeweils in erweitertem Sinne an. Während Stefan Heller, der in seinem computeranimierten Film den Zusammenhang zwischen Geld, Macht und Krieg berührt, mit Materialien aus dem Melton Prior Institut arbeitet, separiert Patricia Bucher, aus der Distanz der neutralen Schweiz, unterschiedlichste Kriegsdarstellungen aus der Kunstgeschichte und führt diese in einem eigenen „Schlachtenpanorama“ neu zusammen. Dabei fragt die Künstlerin in ihrer (Re)Konstruktion nach dem Ursprung überlieferter Geschichte unzähliger Kriege und nach dem Krieg als immer wiederkehrendes Motiv menschlicher Existenz.

Die Comics von Jaques Tardi, Sachbücher und sonstige Literatur zum Ersten Weltkrieg bieten, ebenso wie das Begleitprogramm, zusätzliche Materialien und Anregung zur weiteren Auseinandersetzung.

Öffnungszeiten:

 Di - Fr 12 - 18 Uhr sowie Sa, So 14 - 17 Uhr. 03. Okt. und 01. Nov. 2014 geschlossen! Führungen für Schulklassen und Gruppen nach Absprache www.galerie-waldkraiburg.de

Pressemeldung der Städtischen Galerie Waldkraiburg 

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