Krippenausbau gebilligt - aber die Kosten...

Waldkraiburg - Einstimmig hat der Stadtrat den Krippenanbau an den Kindergarten St. Franziskus gebilligt. Die geschätzten Kosten sind einigen aber zu hoch.

Im Haupt- und Finanzausschuss war der Anbau der zweigruppigen Krippe bereits behandelt worden (wir berichteten). Einige Stadträtinnen sahen aber noch Gesprächsbedarf. 950000 Euro für einen Anbau mit zwei Krippengruppen und einer Nutzfläche von rund 360 Quadratmetern ohne Unterkellerung - das seien "relativ hohe Baukosten", so Margit Roller. Sie wollte wissen, woher diese Kosten resultieren und ob alle Einsparmöglichkeiten ausgeschöpft wurden. Obwohl es im bestehenden Kindergarten zum Beispiel bereits einen Personalraum und eine Küche gibt, ist beides auch in der Krippe geplant. "Waren die beiden Räume nochmal nötig?", fragte die Stadträtin.

Johannes Kessner, der die Entwurfsplanung vorstellte, begründete das Raumprogramm mit den geltenden Vorschriften. Die Einhaltung der Förderrichtlinien sei Voraussetzung für die staatliche Förderung. Die bestehende Küche im Kindergarten unterschreitet laut Kessner mit 13 Quadratmetern die Vorgaben. Sie werde in Zukunft als Essraum genutzt. Mit der Krippe steigt die Personalstärke auf 14. Für Besprechungen braucht es einen größeren Personalraum. Auch damit sei man bei den Planungen innerhalb der Empfehlungen geblieben. Synergieeffekte ergeben sich vor allem im Hinblick auf die bereits bestehende Heizung.

"Die Synergieeffekte haben ihre Grenzen"

Kessner verwies darauf, dass die Regierung für eine zweigruppige Krippe von Kosten in Höhe von rund einer Million Euro ausgeht. Diese Summe werde bei diesem Bau unterschritten. Und er verwies als weiteren Grund für die Höhe der Kosten auf die Baukostensteigerung des vergangenen Jahres, die das Statistische Bundesamt nach seinen Worten bei etwa fünf Prozent ansetzt.

"Die Synergieeffekte haben ihre Grenzen", pflichtete Bürgermeister Siegfried Klika dem Architekten bei. Für ihn wird in der Tatsache, dass die zweigruppige Kinderkrippe mit 24 Plätzen ebenso groß wie der dreigruppige Kindergarten mit 75 Plätzen ist, deutlich, wie sehr sich Ansprüche an den Raumbedarf verändert haben.

Die Bauvorschriften seien nicht von der Stadt gemacht. "Wir müssen uns danach ausrichten", meinte Zweiter Bürgermeister Harald Jungbauer, der betonte, dass die Krippe ein wichtiger weicher Standortfaktor sei.

Stadträtin Charlotte Konrad, die selbst einen Kindergarten leitet, erinnerte daran, dass die Stadt bislang kostengünstig bestehende Kindergarten-Gruppen in Krippen-Gruppen umgewandelt hat. "Wir waren verwöhnt." Reine Krippenhäuser kommen nach ihren Informationen noch teuerer als der Anbau.

Und sie verwies auf die Notwendigkeit des Projekts. Schon jetzt sei nach der Anmeldung klar: "Alle Krippenplätze sind zum September voll." Der Bedarf durch berufstätige Mütter steige.

Laut Genehmigungsbescheid, der bereits eingegangen ist, erhält die Stadt 576000 Euro Zuschuss für den Krippenanbau, entsprechend deutlich sinkt der städtische Anteil an den Kosten für Bau und Ausstattung.

Das Grundstück für den Krippenanbau wird der Stadt von der Kirche auf Basis des Erbbaurechts überlassen. Ohne Zahlen zu nennen, sprach Thomas Mühlbäck, stellvertretender Kämmerer, von "sehr moderaten Konditionen".

hg/Waldkraiburger Nachrichten

Rubriklistenbild: © pa

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