Anklage wegen Beschimpfung und Beleidigung

Rassismus-Vorwürfe: Sicherheitsmann aus Ankerdependance Waldkraiburg muss vor Gericht

Was geschah am 20. April in der Ankerdependance Waldkraiburg. Bewohner der Asyleinrichtung erheben Vorwürfe gegen einen Sicherheitsmann, der einen Schwarzafrikaner auf übelste Weise rassistisch beleidigt haben soll. Im neuen Jahr kommt es zur Gerichtsverhandlung. Grundner/privat
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Was geschah am 20. April in der Ankerdependance Waldkraiburg. Bewohner der Asyleinrichtung erheben Vorwürfe gegen einen Sicherheitsmann, der einen Schwarzafrikaner auf übelste Weise rassistisch beleidigt haben soll. Im neuen Jahr kommt es zur Gerichtsverhandlung. Grundner/privat

Vor mehr als einem halben Jahr begannen die Ermittlungen. Jetzt muss sich ein Security-Mitarbeiter in der Waldkraiburger Ankerdependance wegen Rassismusvorwürfen vor Gericht verantworten.

Waldkraiburg – Wie Stephen Kroner, Sprecher des Amtsgerichts Mühldorf, auf Anfrage bestätigt, wurde ein Strafbefehl erlassen, gegen den der Anwalt des Security-Mannes Einspruch eingelegt hat.


Ist dieser schlimme Satz gefallen?

Die Vorfälle, die die Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden ausgelöst hatten, liegen schon eine Weile zurück. Am 20. April war es in der Asyleinrichtung in Waldkraiburg zu einem Konflikt zwischen einem Asylbewerber und einem Security-Mann gekommen. Bei diesem Streit soll der Wachmann den Schwarzafrikaner auf übelste Weise rassistisch beschimpft und beleidigt haben. Unter anderem soll der Satz gefallen sein: Afrikaner seien „vom Sperma von Affen“.


Der Aufforderung, die rassistischen Beleidigungen zurückzunehmen und sich zu entschuldigen, sei der Security-Mann damals nicht nachgekommen, sagt Hamado Dipama vom Bayerischen Flüchtlingsrat, der die Waldkraiburger Asylbewerber im Zusammenhang mit einer Quarantäne-Anordnung für 43 Schwarzafrikaner beraten hatte. Der Flüchtlingsrat und weitere Organisationen forderten Innenministerium, Regierung und Landratsamt zur Überprüfung und Aufklärung der Vorwürfe auf.

Hamado Dipama vom Bayerischen Flüchtlingsrat hatte die Überprüfung der Vorwürfe gefordert.

Bis zur Klärung nicht mehr im Wachdienst

Die Polizei, die zur Klärung der Sachverhalte in die Ankerdependance gerufen worden war, hatte bereits die Ermittlungen aufgenommen, in die auch die Staatsschutzabteilung der Kripo Rosenheim eingeschaltet war.

Die Regierung von Oberbayern distanzierte sich von rassistischen Äußerungen, die „in keiner Weise toleriert“ würden. Konsequenzen für den Security-Mann gab es aber zunächst nicht. Im Juli wurde dann bekannt, dass dieser die Asyleinrichtung nicht mehr betreten darf. Die Regierung hatte ihren Vertragspartner, einen Sicherheitsdienst aus Brandenburg, nach eigenen Angaben aufgefordert, den Mitarbeiter „vorläufig bis zur abschließenden Entscheidung nicht mehr als Wachmann in der Unterkunfts-Dependance zu beschäftigen“.

Regierung wartet Ausgang des Gerichtsverfahrens ab

Dabei ist es laut Wolfgang Rupp, Sprecher der Regierung von Oberbayern, geblieben. „Der betroffene Security-Mitarbeiter ist weiterhin nicht in der Unterkunftsdependance Waldkraiburg tätig. Er wird auch nicht in einer anderen Unterkunft der Regierung von Oberbayern für Bewachungsaufgaben eingesetzt.“ Weitere Maßnahmen macht die Regierung abhängig vom Ausgang eines gerichtlichen Verfahrens.

Gerichtssprecher Stephen Kroner äußert sich nicht zu den Vorwürfen gegen den Sicherheitsmann, der nach Informationen der OVB-Heimatzeitungen Chef der Sicherheitsleute in der Ankerdependance ist. Kroner bestätigt, dass es im neuen Jahr zu einer Gerichtsverhandlung kommen wird. Ein Termin sei dafür noch nicht fixiert.

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