Kriminalstatistik 2016

Polizei: "Es bleibt dabei, in Waldkraiburg lebt man sicher" 

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Waldkraiburg - Die Polizei Waldkraiburg hat jetzt die Kriminalstatistik für ihren Dienstbereich für das Jahr 2016 vorgestellt. So sieht die Situation in der Region aus.

Für den Dienstbereich der Polizeiinspektion Waldkraiburg (Stadt Waldkraiburg, Markt Kraiburg, Gemeinden Aschau, Jettenbach, Taufkirchen und Unterreit) fließen im Jahr 2016insgesamt 1.688 Straftaten in die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ein. 

Im Vorjahr waren es 1.561 Taten, eine Steigerung um 8,1 %. EPHK Georg Deibl, Leiter der Polizeiinspektion Waldkraiburg: „Es bleibt dabei, in Waldkraiburg lebt man sicher. Der Steigerung der PKS stehen eine Erhöhung der Aufklärungsquote um 7% und rückläufige Zahlen beim schweren Diebstahl (minus 38,8%) sowie der Straßenkriminalität (minus 12,7%) gegenüber. Zudem lassen sich die Zunahmen der Fallzahlen nachvollziehbar belegen und führen zu keinem nennenswerten Sicherheitsverlust der hiesigen Bevölkerung“

Aufklärungsquote:

Von den 1.688 Straftaten konnten 1.161 Taten aufgeklärt werden. Dieses Ergebnis entspricht einer Aufklärungsquote von 68,8 % und liegt über dem bayernweiten Durchschnitt von 63,7 %. Die Ursachen für die gute Entwicklung der Aufklärungsquote liegen u.a. in der Verringerung der Fallzahlen im Deliktsfeld Diebstahl um 74 Taten und einer Steigerung der Aufklärungsquote in diesem Bereich um 9,2% auf 40,4%.

Herausragende Delikte:

Die Diebstahlsdelikte bilden auch wie bereits in den Vorjahren, erneut den Schwerpunkt der Gesamtkriminalität (497 Fälle mit 29,4 % Anteil an der Gesamtkriminalität).

Die Wohnungseinbrüche, die das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung besonders stark beeinflussen, bleiben ein polizeilicher Tätigkeitsschwerpunkt. Die Fallzahlen stiegen hier von 13 Fällen im Jahr 2015 auf 17 Fälle an. Der Bereich ist nach wie vor von international organisierten osteuropäischen Tätergruppen geprägt. 

Festzustellen ist, dass in 8 dieser Fälle  (47%) die Täter nicht in den Wohnbereich vordringen konnten. Offensichtlich wirken die Präventionsanstrengungen der letzten Jahre und die Taten endeten im Versuchsstadium. Tür- und Fenstersicherungen hemmten die Täter oder Alarmanlagen vertrieben diese.

Nachdem bei den Diebstählen an/aus Kraftfahrzeuge n im Jahr 2015 ein erheblicher Rückgang verzeichnet worden war, stieg dieser Bereich wieder von 30 auf 37 Fälle.

Rückläufig sind die Einbrüche in Warenhäuser, Büros, Werkstätten und Hotels, die mit 21 Fällen ( Vorjahr 25) bei einer Aufklärungsquote von 19 % registriert sind. Wo 2015 noch eine Reihe von Kelleraufbrüchen die Fallzahlen steigen ließen, fielen diese im letzten Jahr um 61% von 39 auf 15 Fälle.

Erfreulich ist der erhebliche Rückgang der Fahrraddiebstähle. 2015 noch auf einem Wert von 159 Fällen, weist die Statistik für 2016 einen Rückgang von fast 40 % auf 96 Fälle auf. Offensichtlich haben die Hinweise der letzten Jahre, das Fahrrad entsprechend gegen Diebstahl zu sichern, hierzu ebenso wie die aus anderen Gründen erhöhte Polizeipräsenz im öffentlichen Raum ihren Beitrag geleistet.

Die Zahl der Ladendiebstähle hat sich wenig verändert und liegt bei 117 (122) Anzeigen nahezu konstant. 

Negativ wirkt sich der Anstieg der Rohheitsdelikte* auf 406 Taten (plus 134 Fälle) in den Gesamtfallzahlen aus. Dieses Segment deckt den Zuwachs der Straftaten 2016 ab und ist mit nun knapp einem Viertel (Vorjahr 17%) an der Gesamtkriminalität beteiligt. Beinhaltet sind hier die Körperverletzungsdelikte. Diese stiegen im Vergleich zu 2015 von 221 auf 328 Taten um 48,4 % bei einer Aufklärungsquote von 90,5% an.

Dieser Zuwachs der Körperverletzungen kann mit folgenden Tatsachen erklärt werden:

  • So haben sich die Fälle, in denen Tatverdächtige Zuwanderer sind, in diesem Deliktsbereich von 28 auf 92 Fälle erhöht. Dies entspricht einem Anstieg um 228,5 %. Der Anlass für diese Taten liegt überwiegend im Zusammenleben in Gemeinschaftsunterkünften und Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylbewerber und Flüchtlingen. Unterschiedliche Religion, Kultur, Sprache und Ethnie führen im Zusammenhang mit der stark reduzierten Privatsphäre zu Reibungspunkten, die auch in körperlichen Auseinandersetzungen untereinander, innerhalb der Unterkünfte enden.
  • Weiterhin dazu beigetragen hat die Steigerung im Bereich Häuslicher Gewalt von 93 Fällen im Jahr 2015 auf 115 Fälle im Jahr 2016. Hier hat sich sicherlich aufgrund der fortlaufenden Aufklärung und den bestehenden Hilfsangeboten der verschiedensten Einrichtungen auch das Anzeigeverhalten geändert. Auch das gewandelte Selbstverständnis der Frau und die fortschreitende Emanzipation (gilt vor allem für Zuwanderer) scheinen hierbei eine Rolle zu spielen.
  • 13 zusätzliche Fälle von Körperverletzungen ereigneten sich in bzw. in unmittelbarer Nähe von Waldkraiburger Nachtlokalen. Bei der Analyse des Anstieges von 4 auf 17 Fälle ist festzustellen, dass sich die Taten regelmäßig nach Mitternacht bis in die frühen Morgenstunden ereigneten. Die Täter sind zwischen 19 und 30 Jahren alt und mehrheitlich mittel bis stark alkoholisiert. 

Die Rauschgiftdelikte sind um 10,9 % angestiegen, was wohl auf die öffentlichkeitswirksame 14-tägige Kontrollaktion im Stadtbereich Waldkraiburg im Juni/Juli letzten Jahres zurückzuführen ist.

Die Gesamtzahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (hierzu zählen z. B. sexuelle Nötigung) stagniert bei 21 (22) Fällen.

Häufigkeitszahl:

Die Häufigkeitszahl (rechnerischer Wert, der sich aus der Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner zusammensetzt) liegt in der Stadt Waldkraiburg bei 6.345. Im Verhältnis kommen also auf 1.000 Einwohner der Stadt Waldkraiburg 63,45 Straftaten. 

Als Vergleichswerte seien hier die Häufigkeitszahlen der Stadt Mühldorf am Inn (6.692), Wasserburg am Inn (7.263) und Bayerns (4.785) genannt.

Tatverdächtige: 

Die für den Dienstbereich der PI Waldkraiburg ermittelten 961 Tatverdächtigen teilen sich in 79 % Männer und 21 % Frauen. 503 dieser Personen waren bereits in der Vergangenheit polizeilich in Erscheinung getreten. 

Die Anzahl der delinquenten Kinder ist mit 21 (37) gesunken, wobei im Bereich der Jugendlichen mit 95 (67) die Tendenz steigend ist. Die Erwachsenen und Heranwachsenden (18-21 Jahre) wurden mit 845 Personen (668) registriert. 358 oder 37,3 % (Bayern 34,4 %) der ermittelten Personen besitzen keine deutsche Staatsangehörigkeit.

Zuwanderer:

Die Auswertung der Daten zur Zuwanderungskriminalität ergibt, dass 172 (17,9% aller Tatverdächtigen) dieser 358 Nichtdeutschen-Tatverdächtigen als Zuwanderer registriert sind. Wie oben erläutert wird eine Vielzahl der begangenen Körperverletzungen innerhalb der Einrichtungen für Asylbewerber durch Zuwanderer begangen. 

Die dabei ermittelten Tatverdächtigen belaufen sich auf 88 Personen. Zuwanderer waren in 3 Fällen (2) an Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, an 19 (11) Ladendiebstählen, 2 (0) Fahrraddiebstählen, 21 (11) Rauschgiftdelikten und an 3 (1) Fällen, die der Straßenkriminalität** zugeordnet werden, beteiligt.

Straßenkriminalität**:

Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung wird wesentlich von der Straßenkriminalität beeinflusst. Mit 261 (299) der Straßenkriminalität zuzuordnenden Fälle und dem damit verbundenen Rückgang um 12,7% ist das niedrigste Ergebnis der letzten 10 Jahre erreicht worden. 

Worte des ersten Polizeihauptkommissars 

Georg Deibl: „ Der Wohnungseinbruchsdiebstahl bleibt weiter in unserem besonderen Fokus. Hier geht es um die Opfer von Einbrüchen, die zum Teil traumatische Erfahrungen machen und dort wo sie sich am sichersten fühlen sollten – zu Hause –, einen Eingriff in ihre Privatsphäre erleben. Das Thema nehmen wir sehr ernst, aber schnelle Erfolge sind selten. Neben aufwendigen Ermittlungstätigkeiten setzen wir hier auf Präventionsmaßnahmen und auf die Notrufoffensive 110 -Gefahr erkennen,110 anrufen, Hilfe bekommen“

*Roheitsdelikte sind Körperverletzungen und Raubdelikte

**Straßenkriminalität umfasst u.a. folgende Delikte zusammen, die auf Straßen, Wegen oder Plätzen stattfinden: Sachbeschädigung, Fahrraddiebstahl, Kfz.-Aufbrüche, Körperverletzung

Lesen Sie auch: 

Pressemeldung Polizeiinspektion Waldkraiburg

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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